Vielheit der Stimmen. Das Chobi Mela Festival in Bangladesch.
Text: Karen Fromm
Foto: Francis Docile/Chobi Mela
Das Chobi Mela Festival in Bangladesch zeigte sich in seiner elften Ausgabe als ebenso kämpferisches wie poetisches Jubiläum: 25 Jahre nach seiner Gründung durch Shahidul Alam kehrt das Festival mit dem Leitthema «Re» zurück und positioniert sich als bewusster Akt des Wiederbeginns. Diese Rückkehr ist alles andere als selbstverständlich. Der Weg von Chobi Mela war stets von Widerständen und politischem Druck geprägt. Besonders schwierig war die Phase rund um Chobi Mela X, als dem Festival der Zugang zu staatlichen Kunsträumen faktisch verwehrt wurde. Umso ein drucksvoller ist die Beharrlichkeit, mit der Initiator:innen, Künstler:innen, Kurator:innen und Unterstützer:innen das Festival getragen haben, die bis heute eine seiner größten Stärken darstellt.
Die politische Situation des Landes spielt sowohl in den präsentierten Projekten als auch in den Ausgangsbedingungen des Festivals eine Rolle. So wurde der Termin für Chobi Mela XI auf Grund der unruhigen politischen Situation im Land kurzfristig vom November 2025 auf den Januar 2026 verschoben. Das Festival fand nun unmittelbar vor den Wahlen im Februar statt, die im Vorfeld von Protesten und gewalttätigen Ausschreitungen begleitet wurden. Die Sorge um eine fragile Zukunft des Landes, die von den lokalen Protagonist:innen als eine solche artikuliert wird, ist auch für mich als internationaler Gast auf dem Festival und in den Straßen Dhakas spürbar.
Foto: Devjoti Nag/Chobi Mela
Das Grenzüberschreitende ist seit Beginn des Festivals profilgebend, so war die Rolle visueller Medien und hier vorrangig der Fotografie im Spannungsfeld zwischen Kunst, Journalismus und Aktivismus ebenso Teil des Selbstverständnisses wie der bewusste Fokus auf Autor:innen aus unterschiedlichen Regionen. 2026, unter der künstlerischen Leitung von Munem Wasif und Sarker Protick, stammen die 58 präsentierten Künstler:innen aus insgesamt 18 verschiedenen Ländern. Shahidul Alam, der designierte Kurator der Biennale für aktuelle Fotografie in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg, die auf Grund von Alams Social Media Posts 2023 abgesagt wurde, ist als Beratendern weiterhin involviert, ebenso wie die Drik Picture Library und das Pathshala South Asian Media Institute, die seit Beginn des Festivals dessen Basis bilden. So sind auch viele Pathshala-Studierende und Alumni in die Organisation involviert und mit Ausstellungen vertreten.
Auch Wasif und Protick sind nicht nur etablierte Fotografen, sondern auch Alumni und heute Lehrende für Pathshala. Für mich persönlich ist Pathshala die zentrale Verbindung nach Dhaka, weil wir von der Hochschule Hannover seit 2016 einen regen Studierenden- und Lehrendenaustausch pflegen. Beeindruckend ist neben dem Ansatz, das Festival für die Bevölkerung in Bangladesch sichtbar zu machen, wie auch in den Vorjahren die große Zahl an internationalen Gästen.
Unter dem diesjährigen Motto „Re“, das auf ein „Zurück“, aber auch ein „Wieder“ verweist, entfaltete sich ein Programm, das Wiederholung nicht als Rückschritt, sondern als notwendige Neujustierung begreift. Die gezeigten Arbeiten kreisen um Verlust, Erinnerung, Gewalt und immer wieder um Widerstand. Von Flüssen als lebendigen Archiven über Proteste, Rituale und fragmentierte digitale Zeugnisse bis hin zu intimen Geschichten des Wartens und Überlebens spannt sich ein globaler Resonanzraum, der sich bewusst gegen abgeschlossene Narrative stellt. „Re“ erinnert uns daran, dass Erinnern bedeutet, sich gegen das Vergessen zu wehren, aber auch, dass Bilder nicht nur bezeugen, sondern auch auslöschen können.
Foto: Devjoti/Chobi Mela, Ausstellung „Women in the July Uprising“, Chobi Mela XI, Januar 2026.
Wie nah Sichtbarwerden und Auslöschung beieinander liegen, zeigt die Ausstellung „Women in the July Uprising“, die im Außenraum vor der Nationalversammlung präsentiert wurde und damit in unmittelbarer Nähe zu dem mittlerweile leerstehenden Regierungspalast der langjährigen Regierungschefin Sheikh Hasina, die im Sommer 2024 unter dem Druck wochenlanger Proteste zurücktrat. Die Ausstellung erinnert die zentrale Rolle von Frauen in den Protesten, von denen mittlerweile jedoch viele zum Rückzug gezwungen und aus der öffentlichen Wahrnehmung verdrängt werden.
Nicht nur hier wird die eigene Landesgeschichte an der Schnittstelle von Kunst und Aktivismus verhandelt, die viele der Projekte bangladeschischer Fotograf:innen kennzeichnet. So auch bei Mosfiqur Rahman Johan, der sich in „Memories of Disappearance“ mit der Zunahme von Verschleppungen in Bangladesch beschäftigt. In Zusammenarbeit mit einer Plattform, die sich für die Opfer von Verschleppungen einsetzt, thematisiert er den Kontext von staatlicher Gewalt, politischer Kontrolle und Traumata.
Nirgendwo wird die Nähe von visueller Praxis und aktueller Politik deutlicher als in der Ausstellung „(un)learning Palestine, embodying solidarity“, in der auch „Out Of Gaza“ der World-Press-Photo-Preisträgerin Samar Abu Elouf gezeigt wird. Mit einer Vielzahl an Materialien versucht die Ausstellung, den Konflikt zwischen Israel und Palästina aufzuarbeiten – verbunden mit einer klar aktivistischen Perspektive.
Doch Chobi Mela steht immer auch für eine Vielheit der Stimmen, die nicht nur durch die kulturelle Diversität der beteiligten Künstler:innen sichtbar wird, sondern auch durch die Bandbreite der medialen Herangehensweisen und Ausdrucksformen. So gibt es neben den explizit politisch ausgerichteten Projekten viele Arbeiten, die eher poetisch-abstrakt erzählen. Beispielhaft sei hier die 2010 aus dem Iran immigrierte Künstlerin Amak Mahmoodian genannt. Mit Fotografien, Texten, Zeichnungen, Videos und in Zusammenarbeit mit Exilant:innen aus 14 Ländern erforscht ihr über sechs Jahre entstandenes Projekt „One Hundred and Twenty Minutes“, wie Träume Erinnerungen an verlorene Heimat und Familie bewahren. Mein persönliches Resümee: Chobi Mela ist ein Ort für die heilsame Erkenntnis, dass es keinen einfachen Diskurs mehr gibt über Zentrum und Peripherie.
Wir stehen dir für dein persönliches Anliegen gerne zur Verfügung. Aufgrund der Vielzahl von Anfragen bitten wir dich jedoch, zuerst in unseren FAQ zu schauen, ob deine Frage vielleicht schon einmal beantwortet wurde.
Alumna Teresa Halbreiter porträtiert Frauen in der Bundeswehr, die ihre Rolle in einem männlich geprägten System neu verhandeln – nun wurde sie beim «Sony World Photography Award» ausgezeichnet.
Redaktion: Elena Jaekel
Fotos: Teresa Halbreiter
Deutschland debattiert über die Rückkehr der Wehrpflicht – und darüber, ob sie künftig auch für Frauen gelten soll. Die Bundeswehr, seit jeher eine von Männern dominierte Institution, rückt damit erneut in den Fokus gesellschaftlicher Auseinandersetzungen. Mit ihrer Arbeit «STILLGESTANDEN» begegnet Alumna Teresa Halbreiter Frauen, die innerhalb der starren Hierarchie und Rollenbilder in der Bundeswehr ihre Individualität suchen und dabei versuchen, ihre eigene Rolle in diesem rigiden System zu finden.
Mit einem Teil der Arbeit wurde die 29-jährige Fotografin nun als Gewinnerin beim «Sony World Photography Award» mit dem «European Student Award» ausgezeichnet und auf die «Student Shortlist worldwide» gewählt. Der international renommierte Wettbewerb würdigt jährlich herausragende fotografische Positionen aus aller Welt. Die Auszeichnung hebt insbesondere Arbeiten hervor, die sich durch eine starke visuelle Sprache und gesellschaftliche Relevanz auszeichnen.
In «STILLGESTANDEN» richtet Halbreiter ihren Blick auf die Frauen, die sich in der traditionell männlich geprägten Bundeswehr bewegen. Ihre Perspektiven werfen Fragen nach Geschlechterrollen, Gleichberechtigung und Repräsentation innerhalb bestehender Machtstrukturen auf. Die Idee zu der Arbeit entstand während ihres Masterstudiums an der HAW Hamburg bei der renommierten Fotografin Linn Schröder.
Ein Teil der Serie wird vom 17. April bis zum 4. Mai im Somerset House in London zu sehen sein und damit einem internationalen Publikum präsentiert.
Halbreiters fotografische Praxis bewegt sich zwischen Auftragsarbeiten – insbesondere für Unternehmen – und freien Projekten, in denen sie sich langfristig mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetzt. Vor ihrem Masterstudium studierte sie von 2017 bis 2022 Fotojournalismus und Dokumentarfotografie an der Hochschule Hannover.
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Bei der Ausstellung im Kiezbüro der Grünen in Hannover, zeigen die Alumni Andy Happel und Jonas Völpel ihre Arbeiten zwischen Bewegung, Emotion und Selbstreflexion.
Redaktion: Elena Jaekel
Fotografie kann vieles sein. Eine Dokumentation des Zeitgeschehens, ein Versuch, etwas Vergängliches festzuhalten, oder das eigene Innenleben im Außen sichtbar zu machen. Und so wird sie manchmal auch zu einem Werkzeug, um sich selbst besser zu verstehen. Um zu ordnen, was im Inneren durcheinander geriet. Um Abstand zu schaffen, vom Erlebten.
Wenn Andy Happel läuft, dann fühlt er sich leichter. In seiner Arbeit «On the Path» dokumentiert er Momente während seiner Laufroutine, die er während eines Aufenthalts in einer Klinik etablierte. Das Laufen gibt ihm Halt und gleichzeitig die Möglichkeit, mit freiem Kopf, in einem beinahe meditativen Zustand zu fotografieren und zur Fotografie zurückzufinden. Jonas Völpel hingegen fotografiert, was er fühlt. In seinen Arbeiten der vergangenen Jahre hält er Erlebnisse und Emotionen fest – fast wie in einem Tagebuch. Bilder werden zu Spuren von Momenten, Gedanken und Stimmungen.
Gemeinsam zeigen die beiden Alumni Andy Happel und Jonas Völpel nun im Grünen Kiezbüro Hannover ihre fotografischen Arbeiten, in denen ihnen die Fotografie als persönliches, therapeutisches Werkzeug diente. Die Ausstellung wird am Samstag, den 14. März eröffnet.
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Bilder unter Druck. In einem Online-Talk diskutieren Prof. Dr. Karen Fromm und F.A.Z.-Bildchef Henner Flohr am 10. März über neue Herausforderungen für journalistische Fotografie in Zeiten von KI.
Vor welchen Aufgaben steht die journalistische Fotografie in einer Zeit, in der Bildmanipulation durch künstliche Intelligenz immer einfacher wird? Und welche Chancen bietet der technische Fortschritt? Diese und weitere Fragen diskutieren Prof. Dr. Karen Fromm und Henner Flohr, Leiter der Bildredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, am 10. März 2026 um 19 Uhr in einem Online-Talk der Deutschen Gesellschaft für Fotografie. Die Arbeitsbedingungen für Fotograf*innen haben sich stark verändert, das gesellschaftliche Vertrauen in journalistische Medien sinkt. Vor diesem Hintergrund sprechen die Gäste über Bildstrategien, die auch heute noch Aufmerksamkeit erzeugen und gleichzeitig Verantwortung übernehmen.
Ausgehend von konkreten Beispielen aus der F.A.Z. gibt Henner Flohr Einblicke in redaktionelle Auswahlprozesse. Karen Fromm berichtet über den Umgang des Studiengangs Visual Journalism and Documentary Photography mit den veränderten technischen und ethischen Bedingungen. Der Talk wirft zudem einen Blick auf die Erwartungen auf beiden Seiten: Was dürfen (junge) Fotograf*innen heute noch vom Fotojournalismus erwarten und was verlangen Redaktionen von zeitgenössischer Fotografie?
Die Veranstaltung ist öffentlich. Über den nachfolgenden Link kann jede*r Interessierte am 10.03.2026 dabei sein.
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Alumni Kai Löffelbein spricht am 4. März im Museum August Kestner über sein Buchprojekt «Ctrl-X» und die globalen Folgen unseres Elektroschrotts.
Redaktion: Emil Eichinger
Foto: Kai Löffelbein
Alumni Kai Löffelbein hält am 4. März im Museum August Kestner einen Vortrag zu seinem Buchprojekt «Ctrl-X», in dem er die globalen Folgen unseres Elektroschrotts dokumentiert und Orte in Ghana, China und Indien zeigt, an denen ausrangierte Geräte, auch aus Europa, unter prekären Bedingungen weiterverarbeitet werden.
Die Etablierung von Rohstoffkreisläufe, also die Wiederverwendung von z.B. Papier, Glas, Kunststoffen, Metall, ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung von Nachhaltigkeitszielen. Doch: Was wie eine saubere Sache klingt, kann in der Realität ganz anders aussehen. Besonders wenn es darum geht, verschiedene Materialien zu trennen, fällt viel Arbeit an, die in den meisten Fällen nicht automatisiert abläuft, sondern von Menschen erledigt wird – unter zum Teil katastrophalen Bedingungen.
Für sein Buchprojekt «Ctrl-X» hat Kai Löffelbein in Ghana, China und Indien an Orten fotografiert, an denen Elektroschrott, unter anderem aus Europa, weiterverarbeitet wird. In zugleich eindrucksvollen und bedrückenden Bildern gewährt er uns Einblicke in eine Welt, mit der wir als Nutzer*innen der Produkte, die später auf dem Müll landen, selten konfrontiert sind.
Der Vortrag bietet Gelegenheit, mit Kai Löffelbein über seine Arbeit ins Gespräch zu kommen. Er spricht über Recherche, Zugänge und die Bedingungen vor Ort. Auch seine aktuelle Arbeit als Dokumentarfotograf stellt er vor. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung «Fun Design | Circular Design» im Museum August Kestner statt. Besucherinnen sind eingeladen zuzuhören, nachzufragen und mitzudiskutieren.
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Internationale Klasse 2026 gestartet. Sieben Studierende aus aller Welt bringen neue Perspektiven nach Hannover, und werden unter anderem von Aliona Kardash unterrichtet, die selbst einmal Teilnehmerin war.
Redaktion: Elena Jaekel
Fotos: Katya Balaban, aus dem Projekt «The Sea is rough» (2020-2022)
Die internationale Klasse geht in die zehnte Runde! Im Sommersemester 2026 werden insgesamt sieben Studierende aus sechs verschiedenen Ländern in der International Class im Studiengang Visual Journalism and Documentary Photography studieren. Vier der angehenden Fotojournalist*innen kommen von Partnerhochschulen wie der Texas State University in den USA, dem Pathshala South Asian Media Institute in Bangladesch und der Politecnico di Milano in Italien. Drei weitere ziehen für das einsemestrige Programm als sogenannte «Freemover» aus Russland, Ägypten und den Niederlanden nach Hannover.
Unterrichten werden die Studierenden von der ausgebildeten TV- und Radiojournalistin Miriam Zlobinski, von der sibirischen Dokumentarfotografin Aliona Kardashm, die selbst einmal die Internationale Klasse besuchte, und von dem Alumnus und deutsch-französischen Dokumentarfotografen Daniel Chatard. Beide Dokumentarfotograf*innen sind Teil des DOCKS-Kollektivs.
Auf dem Stundenplan stehen unter anderem Kurse wie Documentary Narratives und Photo-Project, an denen auch die Studierenden aus Hannover können teilnehmen können. Alle Beteiligten freuen sich sehr auf einen wertvollen internationalen Austausch und neue Perspektiven aus der Welt des Bildjournalismus.
Katya Balaban, die Teil der internationalen Klasse sein wird, wuchs in einer russischen Stadt auf, die auf einem Salzfeld erbaut war und einzig der Salzgewinnung diente. Als das Grundwasser die Minen aushöhlte, brach der Boden ein – Häuser verschwanden, Menschen mussten umsiedeln. Auf ihrem alten Schulhof klafft heute ein Loch. Für Balaban wurde diese Katastrophe zum Sinnbild dafür, wie die Natur ihre Macht zurückgewinnt. Ihr Projekt «The Sea is rough» bewahrt die Erinnerung an ihre versinkende Heimat.
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«Für uns geträumt»: Crowdfunding für Fotobuch bis 28. Februar.
«Warum kenne ich eigentlich keine älteren queeren Menschen?» Mit dieser Frage begab sich Student Markus Heft seit 2022 auf die Suche nach Vorbildern.
Text: Markus Heft
Das Fotobuch «Für uns geträumt» widmet sich den Lebensgeschichten 22 queerer Menschen im Alter zwischen 60 und 80 Jahren, die in Deutschland über Jahrzehnte hinweg um Sichtbarkeit, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Anerkennung gerungen haben.
Seit 2022 sammelt der Fotograf Markus Heft biografische Erfahrungen älterer Queers von den 1950er- bis zu den 2020er-Jahren. Seither hat er verschiedenste Lebensrealitäten und Identitäten aus seiner Community kennenlernen und sowohl textlich wie auch fotografisch einfangen dürfen. Diese diversen Geschichten treffen im Buch aufeinander und zeigen, wie sich queeres Leben in einem wandelnden politischen und sozialen Klima verändert hat – von Zeiten der Kriminalisierung und Tabuisierung bis zur heutigen, noch immer fragilen Offenheit.
Das Buch verbindet dokumentarische Porträtfotografie mit Stillleben und Detailaufnahmen persönlicher Gegenstände und Orte, die symbolisch für die Identität und Erinnerung der Protagonist*innen stehen. Ergänzt werden die Fotografien durch narrative Monologe der portraitierten Personen, die auf ausführlichen Interviews basieren. Jedes Kapitel ist einer Person gewidmet und verbindet Bild und Text zu einer erzählerischen Einheit, die intime Einblicke in queere Lebensrealitäten bietet. Ein Essay des Historikers Ingo Pätzold ordnet die Arbeit historisch ein und schafft einen übergreifenden gesellschaftlichen Kontext.
Ziel des Projekts ist es, queere Geschichte und Erinnerung dauerhaft in einem publizierten, gelisteten Buch mit ISBN festzuhalten – als sichtbares, zugängliches Dokument für eine junge Generation queerer Menschen, wie auch für die breite Gesellschaft. Das Buch will einen Generationsaustausch anstoßen und gegen das Vergessen und als Beitrag zum kollektiven kulturellen Gedächtnis existieren.
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Mit seiner Serie «Democracy Dies in Daylight» wird der Alumnus Rafael Heygster in der Kategorie beste Fotoserie ausgezeichnet.
Redaktion: Elena Jaekel
Foto: Rafael Heygster
Foto: Rafael Heygster
Magdeburg, Deutschland, 30.07.2023, Foto: Rafael Heygster
Mit wehenden Deutschlandflahnen sitzen rund viertausend Anhänger der AfD in Halle und zelebrieren im Januar 2025, ganz im Stil der US-amerikanischen MAGA-Bewegung, den offiziellen Wahlkampfauftakt. Mit diesem und anderen Bildern der Serie «Democracy Dies in Daylight» wurde Alumnus und Fotojournalist Rafael Heygster bei der «Rückblende» 2025 in der Kategorie der besten Fotoserie ausgezeichnet.
Der Preis ehrt jährlich Fotografien und Karikaturen, die das politische Klima des vergangenen Jahres eindrücklich widerspiegeln. Aus mehr als 1300 eingereichten Arbeiten wählte die Jury sechs Preisträger:innen aus, deren Werke gesellschaftliche Spannungen, Konflikte und politische Entwicklungen sichtbar machen.
Von der Jury wurden insbesondere Heygsters exzellente Bildsprache gewürdigt, wie sein konsequenter Blick auf den erstarkenden Rechtsextremismus in Deutschland. Für seine Arbeit fotografierte er überall dort, wo Fotojournalist*innen Zugang hatten — am Rande von Aufmärschen, bei Wahlkampfauftritten der AfD oder auf Parteitagen und zeigte damit die gezielte Selbstinszenierungen der neuen extremen Rechten. An der Serie arbeitet der Fotojournalist bereits seit 2023 und schloss damit im Januar diesen Jahres seinen Bachelor im Studiengang Visual Journalism and Documentary Photography erfolgreich ab.
Rafael Heygsters Langzeitprojekte untersuchen aus humanistischer Perspektive die Inszenierung politischer Macht und die Beziehung zwischen Individuen und ihrem sozialen, kulturellen und politischen Umfeld. So macht «Democracy Dies in Daylight» sichtbar, wie sich rechte Bewegungen medial inszenieren und leistet damit einen wichtigen Beitrag als visuelles Zeitzeugnis des vergangenen Jahres.
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Studierende bereiten sich auf ihre Mappenberatungen vor. Foto: Farah Abou Assali
Du interessierst dich für visuelles Erzählen, Fotografie, Video, Datenjournalismus oder generell für «etwas mit Medien» – bist dir aber noch unsicher, welches Studium wirklich zu dir passt? Dann nutze eines unserer vielfältigen Angebote, um uns besser kennenzulernen.
Ob online oder vor Ort, ob einfach nur zum Zuhören oder für ein konkretes Feedback zu deinen Fotos, Videos oder Datenvisualisierungen: Unsere Mappenberatungen sind offen für alle – egal ob mit fertiger Mappe oder einfach nur mit Fragen im Gepäck.
Unsere Professor*innen unterstützen dich dabei, den nächsten Schritt zu gehen und dein Potenzial zu entfalten. Sichere dir jetzt deinen Beratungstermin und starte in deine Zukunft!
Für Kurzentschlossene haben wir einen zusätzlichen Online-Termin am Donnerstag, 5. März von 13-16 Uhr eingerichtet. Hier kannst du dich direkt anmelden.
Was du von der Beratung mitnehmen kannst:
-Fundiertes Feedback zu deiner Mappe oder deinen Ideen -Detaillierte Einblicke in den Bewerbungsprozess und die Studieninhalte -Tipps zum Portfolioaufbau und zur Weiterentwicklung -Unverbindliche Beratung – auch ohne eigene Arbeiten
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Vier Tage, wenig Schlaf, maximale Intensität: In Winterthur entwickeln Studierende beim TruePicture Hackathon Prototypen für visuellen Journalismus.
Redaktion: Emil Eichinger
Foto: Emil Eichinger
«Ideen, Themen, Machen, Innovation, Intensität: Genau das braucht es um ein Projekt umzusetzen.» sagt Studentin Antonia Bretschkow.
Samstagnacht in Winterthur: Zwischen Notizzetteln und Mate-Flaschen arbeiten die Studierenden konzentriert an ihren Projekten. Die Vorgabe ist klar: Bis zum Sonntag muss alles so weit stehen, dass es präsentiert werden kann. «Nachts um zwei konnte man im Raum noch die Kraft der Ideen spüren», sagt Moderator Jakob Vicari später.
Der TruePicture Hackathon 2026 brachte Studierende und Lehrende von vier Hochschulen zusammen, acht Studierende kamen dabei aus Hannover. Von Donnerstagabend bis Sonntag arbeiteten sie in Teams an neuen visuellen Formaten, auf Basis bestehender Fotoarbeiten von Julius Schien, Chiara Wettmann, Aline Bovard Rudaz und Johanna-Maria Fritz. Gastgeber und Organisator war TruePicture mit Gründer Manuel Bauer und Vorstand Lukas Meier.
Der Ablauf folgte einem strengen Takt. Am Donnerstag ging es vor allem ums Ankommen: Ein gemeinsames Essen und ein Escape Room dienten als Teambuilding. Am Freitag startete der Hackathon früh mit einer Check-in-Runde. Ideen wurden gesammelt, ausgetauscht und wieder verworfen. Hilfreich war dabei ein «Museum der Ideen»: Karten und Impulse, die die Ideenfindung strukturieren und Teams zwingen, Ansätze zu schärfen, statt sich in Möglichkeiten zu verlieren.
TruePicture-Gründer Manuel Bauer zeigte der Gruppe das ehemalige Industrieareal der ZHAW in Winterthur, wo früher große Schiffsmotoren gebaut wurden.
Foto: Emil Eichinger
In der Fotostiftung führte Direktor Lars Willumeit durch die Ausstellung von Roger Humbert.
Foto: Jakob Vicari
Am Samstagvormittag konkretisierten die Gruppen ihre Konzepte und planten, was bis Sonntag realistisch ist.
Am Samstag wurde es ernst. Vormittags konkretisierten die Gruppen ihre Konzepte und planten, was bis Sonntag realistisch ist. Mittags wechselte der Blick nach außen: das Fotomuseum und Fotostiftung Winterthur standen auf dem Programm. In der Fotostiftung führte Direktor Lars Willumeit durch die Ausstellung. Danach ging es zurück in die Arbeitsräume und in den eigentlichen Sprint. Studentin Antonia Bretschkow beschreibt den Prozess ihrer Gruppe so: Am Anfang hätten sie breit gebrainstormt, später sei daraus Schritt für Schritt ein Website-Entwurf entstanden, vor allem im Ablauf. Die Arbeit wurde über den Abend hinweg ruhiger, aber nicht langsamer. «Irgendwann kam der Punkt, an dem Müdigkeit Produktivität frisst und trotzdem niemand aufhört, weil alle den Prototyp so weit wie möglich bringen wollen.»
Über sich hinauswachsen. Neue Tools lernen. Und das alles in 72 Stunden!
Prof. Dr. Jakob Vicari
Für Vicari liegt genau darin der Sinn des Formats. «Die Studierenden kommen mit einem Team zusammen, sie kennen sich nicht und müssen gleichzeitig eine Aufgabe bewältigen, die eigentlich nicht zu schaffen ist. Dabei über sich hinauswachsen. Neue Tools lernen. Und das alles in 72 Stunden!», sagt er. Im Seminar lasse sich so ein Druck kaum herstellen, ohne dass er künstlich wirkt. Ein Hackathon dagegen zwinge zu Teamwork und gemeinsamer Reflexion; man sehe, wie viel Wissen gemischte Teams an den Tisch bringen. Und ja: Es mache auch Spaß.
Bretschkow betont den Reiz des engen Rahmens. «Der Zeitraum ist abgesteckt», sagt sie, und gerade deshalb entstehe Freiheit: Weil nicht das fertige Produkt erwartet wird, sondern ein Prototyp. Aus dem Wochenende nimmt sie vor allem den Teamprozess mit, das Aufteilen, Ergänzen, Arbeiten mit unterschiedlichen Skills. Kurz beschreibt sie den Hackathon als: «Ideen, Themen, Machen, Innovation, Intensität.» Genau das brauche es um ein Projekt umzusetzen.
Foto: Michael Hauri
Sonntagvormittag entstanden Feinschliff und Präsentationen, vieles wurde erst kurz vor Abgabe wirklich «fertig».
Foto: Michael Hauri
Die Prototypen wurden Sonntagnachmittag im Kino Cameo der Öffentlichkeit präsentiert
Am Sonntag verdichtete sich alles auf die letzten Stunden. Vormittags entstanden Feinschliff und Präsentationen, vieles wurde erst kurz vor Abgabe wirklich «fertig». Dann die Vorstellung: ohne große Proben, aber mit sichtbarem Ergebnis. Prototypen eben, nicht Perfektion. Vicari nennt das «Prototypenherzklopfen» und beschreibt den Hackathon als Höhepunkt seines Semesters: ein Abenteuer, bei dem auch Lehrende am Anfang nicht wissen, was herauskommt. Und dann zu erleben, wie aus dem Chaos der Ideen etwas Gestalt annimmt, sei «einmalig».
Am Ende standen fünf Prototypen nebeneinander: eine Augmented-Reality-Galerie, eine fotografische Mini-Streamingserie, ein Passfotoautomat, der zu einer dokumentarischen Website führt, eine interaktive, physische Deutschlandkarte zu Tatorten rechter Gewalt sowie eine satirisch-ernste Webdoku im Gewand eines Uhrenshops, die Missstände in der Schweizer Uhrenindustrie der Vergangenheit sichtbar macht. Zurück bleiben Müdigkeit und Ansätze, die zeigen, wie sich visueller Journalismus weiterdenken lässt: kollaborativ, formatübergreifend, mit dem Mut, erst einmal zu bauen; Creative Technology als Methode, nicht als Ergebnis, und erst danach zu bewerten, was daraus werden kann.
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Visual Journalism live erleben: Entdecke, welches Medienstudium zu dir passt.
Beim Medien_Special am 27. Januar 2026 präsentieren sich die Medienstudiengänge der Hochschule Hannover. Workshops, Gespräche und Vorträge geben Einblicke und helfen bei der Studienwahl.
Redaktion: Emil Eichinger
Foto: Rostyslav Sheptykin
Foto: Rostyslav Sheptykin
Foto: Rostyslav Sheptykin
Foto: Tim Kirchhof
Wie werden aus Fotografien, Videos und Daten Geschichten? Beim Medien_Special am 27. Januar 2026 stellen Studierende und Lehrende den Studiengang Visual Journalism and Documentary Photography ausführlich vor. «Das Medien_Special ist eine großartige Gelegenheit, unseren Studiengang hautnah zu erleben. Besucher*innen können mit Studierenden sprechen, Professor*innen treffen und entdecken, was das Studium und das Campusleben so besonders macht», betont Studiengangssprecher Michael Hauri.
Wir suchen Menschen, die neugierig sind, journalistisch denken und Lust haben, mit Bildern, Videos und Daten zu erzählen. Im Studium lernen sie, wie visuelles Storytelling funktioniert.
Michael Hauri, Studiengangsprecher
Von 14:00 bis 17:00 Uhr hast du Gelegenheit, Fragen zu stellen, mit Studierenden ins Gespräch zu kommen und bei Interesse auch eigene Mappen oder Projekte zu zeigen. Neben Visual Journalism präsentieren sich auch die Studiengänge Journalistik, Mediendesign (Film und Animation) und Visuelle Kommunikation. Das Beste: Du kannst zwischen den Workshops wechseln und bekommst so an nur einem Nachmittag einen Einblick in gleich mehrere Medien-Studiengänge! Ob du mit Bildern, Texten oder Grafiken kreativ arbeiten möchtest – hier kannst du ausprobieren, was dir am meisten Spaß macht. Melde dich gleich unter f3-dm-starthilfe@hs-hannover.de an!
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Jetzt bewerben und einen der begehrten Studienplätze sichern. Bis Sonntag, 15. März um 23:59 Uhr ist das Bewerbungsportal geöffnet.
Redaktion: Finn Winkler
Du interessierst dich für gesellschaftlich relevante Themen, visuelles Erzählen und journalistische Recherchen? Dann ist unser Studiengang Visual Journalism and Documentary Photography genau das Richtige für dich! «Wir sind ein kreativer Studiengang, der viel Freiraum für deine eigenen Projekte bietet. Mit 38 Leuten pro Semester sind wir recht klein im Vergleich zu anderen Studiengängen. Das bietet viel Raum für gemeinsames Feedback mit deinen Kommiliton*innen», so Professorin Karen Fromm.
Dank unseres neuen Curriculums bleibt unsere Ausbildung zeitgemäß: Neben Fotojournalismus, Dokumentarfotografie und Video spielen inzwischen auch multimediale Formate, Datenvisualisierungen und Virtual Reality eine Rolle. Damit wirst du gut auf den Wandel in der Medienwelt vorbereitet. In diesem kürzlich im Deutschlandfunk ausgestrahlten Radiobeitrag erfährst du mehr über unsere Neuausrichtung.
Willst du ab September 2026 bei uns studieren, kannst du dich noch bis zum 15. März 2026 für die künstlerische Eignungsprüfung anmelden. Karen Fromm rät: «Pack in deine Bewerbungsmappe nicht nur Einzelbilder hinein. Es geht viel eher darum, kleine Projekte mit einer thematischen und visuellen Klammer zu erstellen.» Besonders wichtig ist eine gute Vorbereitung: «Geh auf jeden Fall zu einer Mappenberatung, das ist der beste Weg», so die Professorin.
Einen genauen Ablaufplan zum Bewerbungsprozess findest du auf unserer Seite unter «Bewerben». Neben einem Motivationsschreiben und zwei Fotostrecken gehört dieses Jahr zum ersten Mal auch ein kurzes Video in die Mappe. «Damit betonen wir die zunehmend multimediale Ausrichtung des Studiengangs», erklärt Studiengangssprecher Professor Michael Hauri. Für deine Mappe ist es sinnvoll, wenn du dir journalistische und dokumentarische Projekte suchst. Deine Urlaubsfotos solltest du nicht in die Mappe packen. Mach es nicht zu kompliziert. Vielleicht gibt es jemanden in deinem Freundeskreis mit einem interessanten Hobby oder Beruf? Das eignet sich häufig für eine gute Geschichte.
Für das Motivationsschreiben helfen dir die folgenden Fragen weiter: Warum möchtest du Visual Journalism and Documentary Photography studieren? Mit welchen Qualitäten und Fähigkeiten kannst du selbst den Studiengang bereichern? Und was möchtest du in diesem Beruf später bewirken?
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Das zeigt die Ausstellung des Kurses FineArtPrinting – Vernissage am 16.01.2026 um 19 Uhr in der Galerie Bohai.
Redaktion: Emil Eichinger
Am Freitag, 16. Januar 2026, eröffnet um 19 Uhr in der Galerie Bohai die Ausstellung «Werkschau FineArtPrinting 25/26». 20 Studierende aus dem Kurs FineArtPrinting der Hochschule Hannover (Studiengang Visual Journalism & Documentary Photography) zeigen ihre Arbeiten.
Im Kurs stand der Weg vom gemachten Bild zum fertigen Werk im Fokus. Die Studierenden arbeiteten mit passenden Materialien. Sie testeten unterschiedliche Herstellungsprozesse. Sie lernten den Umgang mit professionellen Druckern. Und sie setzten sich mit Präsentation und Platzierung im Ausstellungsraum auseinander.
Zu sehen sind Positionen, die Materialbewusstsein, gestalterische Entscheidungen und einen eigenen Blick verbinden. Die Vernissage markiert den Auftakt der Werkschau.
Termin
Vernissage: 16. Januar 2026, 19:00 Uhr
Ausstellungszeitraum: 17. Januar bis 18. Januar 2026, täglich 13 bis 18 Uhr
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Mit dem Vortrag des VGH Fotopreisträgers Julius Schien setzt der Studiengang «Visual Journalism and Documentary Photography» seine Gesprächsreihe fort, in der ehemalige und aktuelle Studierende des Studiengangs ihre Projekte vorstellen.
Das Gespräch mit Julius Schien findet im Rahmen der aktuellen Ausstellung zum VGH Fotopreis statt, in der Julius Schien sein Projekt «Rechtes Land» präsentiert, das sich mit der anhaltenden Präsenz von Rechtsextremismus in Deutschland beschäftigt.
Seit der deutschen Wiedervereinigung starben in Deutschland über 200 Personen durch rechte Gewalt. Konfrontiert mit der anhaltenden Präsenz von Rechtsextremismus in Deutschland, dokumentiert Julius Schien all diese Tatorte rechter Gewalt und legt mit «Rechtes Land» einen bisher einzigartigen visuellen Katalog dieser Tatorte an. In menschenleeren Großformatfotografien und Begleittexten werden die Geschichten von mehr als 200 Schicksalen erzählt. Dieses wachsende Archiv dient als eindringlicher Index rechtsextremer Gewalt und fordert uns auf, zu erinnern, zu reflektieren und Widerstand zu leisten.
Die Veranstaltung in der GAF ist Gelegenheit mit Julius Schien über seine Arbeit ins Gespräch zu kommen und mehr über seine Motivation und die konkrete Umsetzung sowie deren Bedingungen zu erfahren. Das Gespräch mit Julius Schien führt Karen Fromm.
Termin:
Datum: Dienstag, 08. Januar 2026, 19 Uhr
Ort: GAF Galerie für Fotografie Hannover Seilerstraße 15D 30171 Hannover
Der Eintritt ist frei.
Fotografie aus der Arbeit «Rechtes Land» von Julius Schien.
Karl Sidon, Parkwächter im Schlosspark Arnstadt, wird am 18. Januar 1993 von fünf jungen Neonazis brutal verprügelt und getötet. Die Gruppe im Alter von 11 bis 16 Jahren beschädigte zuvor im Schlosspark ein Gebäude. Als Karl Sidon das bemerkt, geht er ihnen nach und ermahnt sie. Daraufhin gehen die Jugendlichen auf Sidon los und schlagen auf ihn ein, bis er bewusstlos am Boden liegen bleibt. Im Anschluss schleifen sie ihn auf eine angrenzende, viel befahrene Straße, wo er schließlich von mehreren Autos überfahren wird. Noch am selben Abend erliegt Karl Sidon seinen Verletzungen.
Fotografie aus der Arbeit «Rechtes Land» von Julius Schien.
Alexandra Rousi wird von ihrem Nachbarn in Paderborn getötet. Sie stirbt bei einem Brand, der aus rassistischen Motiven gelegt wurde. Dem Brandanschlag gehen monatelange rassistische Drohungen und Beleidigungen voraus. Der Täter wohnt im Erdgeschoss des Zweifamilienhauses und übergießt das gemeinsame Treppenhaus mit Benzin. Als Alexandra ihn aufzuhalten versucht, zündet er, während er weiterhin ausländerfeindliche Beleidigungen von sich gibt, ein Streichholz an. Sowohl Alexandra Rousi als auch der Täter gehen in Flammen auf – Rousi stirbt noch im Treppenhaus. Auch 30 Jahre nach der Tat wird der Fall offiziell nicht als rechte Gewalttat anerkannt.
Fotografie aus der Arbeit «Rechtes Land» von Julius Schien.
Am 17. April 2018 wird das Treppenhaus eines Wohnhauses in Wiebelskirchen im Saarland aus rassistischen Motiven in Brand gesteckt. Das Gebäude, in dem mehrere syrische Geflüchtete mit ihren Kindern leben, steht schnell in Flammen. Die Feuerwehr rettet elf Menschen, einige mit schweren Rauchvergiftungen. Philipp W. wohnt im Dachgeschoss und verbrennt in seiner Wohnung. Die beiden Täter gestehen vor Gericht, die Tat aus Hass auf Ausländer begangen zu haben.
Von 21. Januar bis 1. Februar 2026 präsentieren Absolvent*innen ihre Abschlussarbeiten in der GAF.
Redaktion: Emil Eichinger
Foto: Martin Albermann
Die 16 Bachelorarbeiten der Absolvent*innen des Studiengangs Visual Journalism and Documentary Photography verhandeln Themen von individueller Lebensgestaltung über Umwelt- und Arbeitsfragen bis hin zu politischen, sozialen und historischen Prozessen. Die Arbeiten untersuchen, wie Menschen ihren Platz in der Gesellschaft finden, wie Landschaften, Städte und Kulturen sich verändern und wie Erinnerung, Identität und Zugehörigkeit visuell erzählt werden können. Präzise und sensibel fotografieren und filmen die Absolvent*innen Menschen, Orte und Ereignisse und hinterfragen bestehende Narrative auf subtile, aber eindringliche Weise.
So zeigt «While we are still here» von Aaron Leithäuser die Bewohner*innen des Wohnprojekts Lebenstraum Lebensgemeinschaft Jahnishausen und fragt nach Selbstbestimmung im Alter, während «Zwischen Innen und Außen» von Joshua Lennart Hummel die Bedeutung von Arbeit für Beschäftigte in Werkstätten für behinderte Menschen beleuchtet. Stefan Nieland dokumentiert in «Megaincendio» die Folgen des verheerenden Großbrandes in Valparaíso, Chile, und Moritz Schorpp verhandelt in «The Melody of a Fallen Tree» Herkunft, Erinnerung und Verlust in seiner Heimatregion Schwarzwald.
Mit «Fluch der Algen – algues maudites» thematisiert Emilie Herbst die ökologische und gesundheitliche Bedrohung durch die massive Ausbreitung von Grünalgen an den Küsten der Bretagne. «Spiridons Erben» von Timo Jaworr porträtiert die außergewöhnliche Disziplin von Läufer*innen des 100 Marathon Clubs, während Felix Posner in «Stage of Inclusion» Einblicke in die Ausbildung von Schauspielstudierenden mit geistiger Behinderung gibt.
In «Democracy Dies in Daylight» untersucht Rafael Heygster die Selbstinszenierung und das Erstarken rechter Bewegungen in Deutschland. Lorenz Alois Huter hinterfragt in «Kitzbühel – a Rigid Gaze» touristische Bildwelten seiner Heimatstadt, während Lasse Branding in «The Atlas of Evidence: Visual Perspectives of the ICTY» Fotografien als juristische Beweisstücke und historische Zeitzeugnisse analysiert. Simon Eymann macht in «Jurtopia» alternative Lebensformen mittels Virtual Reality erfahrbar.
«Songs of the Taiga» von Nora Schwarz thematisiert das stille Verschwinden borealer Urwälder in Schweden, Alex Martin untersucht in «UTOPIA» die Geschichte und den möglichen Niedergang der ungarischen Industrie- und Planstadt Dunaújváros, Andreas Briese richtet in «Fettes Land» den Blick auf die Schwarzerde der Hildesheimer Börde, während Martin Albermann in «Wo Marx nie war» den Wandel der Stadt Chemnitz zwischen Aufbruch und Stillstand beschreibt. In «Arbeit an der Pause» schließlich beobachtet Martin Ly kurze, oft übersehene Momente der Erholung im Arbeitsalltag.
In der Ausstellung werden die Bachelorarbeiten von Studierenden des Studiengangs «Visual Journalism and Documentary Photography» der Hochschule Hannover präsentiert. Tobias Eineder, ebenfalls Fotograf, Projektmanager und Studiengangskoordinator, realisiert gemeinsam mit den Absolvent*innen die Umsetzung der Projekte als Ausstellung in der GAF.
Wir stehen dir für dein persönliches Anliegen gerne zur Verfügung. Aufgrund der Vielzahl von Anfragen bitten wir dich jedoch, zuerst in unseren FAQ zu schauen, ob deine Frage vielleicht schon einmal beantwortet wurde.
Warum deutsche Berichterstattung zu Israel und Palästina Vertrauen verspielt.
In einem Onlinevortrag an der Hochschule Hannover analysierte Medienkritikerin Nadia Zaboura zentrale Schwächen der deutschen Berichterstattung zu Israel und Palästina.
Redaktion: Emil Eichinger
Foto: Shirin Abedi
Als Medienkritikerin analysiert Nadia Zaboura fortlaufend die deutsche Medienberichterstattung zu Palästina und Israel, zu Rechtsextremismus und Autoritarismus sowie deren Folgen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und Demokratie.
Unter dem Titel «Verlorenes Vertrauen? Stand & Spezifika der deutschen Medien-Berichterstattung über Palästina und Israel» hielt die Kommunikationswissenschaftlerin und Medienkritikerin Nadia Zaboura am 15.12.2025 einen Onlinevortrag an der Hochschule Hannover.
Der Vortrag knüpfte an die von den Studentinnen Elif Muhit und Clara Schöttke organisierten Gaza Talks an, in denen persönliche Erfahrungen, Perspektiven und Betroffenheiten im Mittelpunkt standen. Nun verlagerte sich der Fokus auf die Ebene journalistischer Praxis. Anhand vergleichender Medienanalysen hat Zaboura zentrale Schwächen der aktuellen Berichterstattung aufgezeigt. Gleichzeitig zeigte sie Beispiele journalistischer Qualität und diskutierte Ansätze für einen verantwortungsvollen öffentlichen Diskurs in einer demokratischen Gesellschaft.
Was läuft falsch in der Berichterstattung?
Zaboura kritisierte strukturelle Probleme der deutschen Berichterstattung, die weit über einzelne Fehler hinausgehen. Besonders deutlich werde dies im Umgang mit Quellen. Staatliche und militärische Aussagen Israels würden häufig privilegiert behandelt, während palästinensische Perspektiven stärker infrage gestellt oder ganz ausgeblendet würden. Damit verschiebe sich die journalistische Beweislast mit spürbaren Folgen für Ausgewogenheit und Glaubwürdigkeit.
Ähnlich problematisch sei der Umgang mit Sprache, Bildern und Visuals. Wortwahl, Bildauswahl sowie Grafiken und Animationen wirken nicht neutral, sondern formen Deutungen. «In Zeiten schnellen Informationskonsums, in denen oft nur Titelzeilen oder der erste Absatz gelesen werden, trägt der Nachrichtenjournalismus eine besonders große Verantwortung», betonte Zaboura. Viele Nutzer*innen nähmen Inhalte fragmentarisch wahr, etwa über Überschriften, Bilder oder kurze Clips, und bildeten auf dieser Basis ihr Urteil.
Am Beispiel des Al-Schifa-Krankenhauses zeigte Zaboura, wie visuelle Darstellungen militärische Narrative stützen und weitere Berichterstattung vorstrukturieren können. «Zwar kennzeichnet die Tagesschau die Animation einer laut Experten bis heute nicht fundiert nachgewiesenen Kommandozentrale unter dem Krankenhaus als Darstellung des israelischen Militärs. Trotzdem wurde durch die fehlende journalistische Einordnung ein wirkmächtiger Prä-Text im medial-gesellschaftlichen Diskurs geschaffen, wenn es um militärische Angriffe auf völkerrechtlich geschützte zivile Infrastrukturen geht.», so Zaboura. Solche Visuals wirken häufig stärker und nachhaltiger als spätere textliche Einordnungen.
Besonders kritisch bewertete Zaboura die Rolle der öffentlich-rechtlichen Medien im Vergleich zu internationalen Redaktionen. Internationale Medien ordneten staatliche Aussagen häufiger ein oder problematisierten sie offen. In Teilen reichweitenstarker deutscher Nachrichtenmedien würden solche Aussagen hingegen oft ungeprüft übernommen und weiterverbreitet. Exemplarisch zeigte Zaboura diese Praxis am Angriff auf ein deutlich gekennzeichnetes Pressefahrzeug, bei dem Journalist*innen getötet wurden. Internationale Medien ordneten den Vorfall klar als Angriff auf Pressevertreter ein und hinterfragten die Darstellung der israelischen Armee. In bestimmten diskursrelevanten deutschen Medien dominierte dagegen vielfach die militärische Lesart. Der journalistische Fokus verschiebe sich damit weg von der Frage nach Schutz von Zivilist*innen und Pressefreiheit hin zur Reproduktion staatlicher Narrative.
Wie geht man im Hochschulkontext damit um?
In der anschließenden Diskussion ging es um die Frage, wie über den Krieg und die Berichterstattung in Seminaren gesprochen werden kann. Viele Studierende hätten Angst zu sprechen oder fühlten sich nicht ausreichend informiert, so die Erfahrung aus dem Plenum. Gespräche kämen deshalb oft gar nicht oder nur einseitig zustande.
Zaboura plädierte dafür, dass «diese Vorträge mit anschließender Diskussion in einem ersten Schritt in geschützten akademischen Räumen stattfinden können», da das Thema hoch emotional sei und die beteiligten Zivilgesellschaften vielfach traumatisiert seien. Umso wichtiger sei eine klare Rahmung durch die Lehrenden. Zentral sei dabei das Prinzip des «hermeneutischen Wohlwollens». Es gehe darum, einander aktiv zuzuhören und nicht danach zu suchen, Aussagen möglichst falsch zu verstehen oder sich auf gegenseitige Unterstellungen zurückzuziehen, die mit Verzerrungen und identitären Zuschreibungen arbeiten. Kritik bleibe für eine akademische und demokratische Debatte, für Verständigung und Lösungsorientierung notwendig, solle dabei den gemeinsamen Diskurs sowie seine Teilnehmenden nicht beschädigen, sondern stattdessen stets faktisch fundiert sein.
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Vier Visual-Journalism-Studierende erhalten ein Jahr lang das «Wir-Stipendium».
Damit will die Hochschule Hannover ihre besten Studierenden besonders fördern und vernetzen.
Redaktion: Finn Winkler
v. l. n. r: Liona Wehder, Tim Kirchhof, Antonia Teichert und Präsident Prof. Dr. Josef von Helden. Foto: Daniel Junker
Gleich vier Studierende des Studiengangs «Visual Journalism and Documentary Photography» erhalten auch in diesem Jahr ein «Wir-Stipendium». Die Hochschule Hannover verlängert alle vier Stipendien der Studierenden aus dem Vorjahr. Überreicht wurden die Stipendien von HsH-Präsident Prof. Dr. Josef von Helden. Damit würdigt die Hochschule erneut herausragende Leistungen und persönliches Engagement.
Das Stipendium ist mit 300 Euro im Monat dotiert und läuft über zwölf Monate. Es soll den Studierenden Zeit verschaffen, damit sie sich auf ihr Studium und eigene Projekte konzentrieren können. Zugleich fördert es ein Netzwerk zwischen Stipendiatinnen, Stipendiaten und ihren Unterstützern. Daraus können gemeinsame Projekte oder Praktika entstehen. Die Auswahlkriterien bleiben klar: gute Leistungen, ehrenamtliches Engagement und das Überwinden biografischer Hürden.
Weiter gefördert werden Tim Kirchhof, Liona Wehder, Salome Ophelia Ziermann und Antonia Teichert. Für Teichert ist es bereits die zweite Verlängerung. Wehder, die im ersten Semester startete, setzt weiter auf das Stipendium, um eigene Projekte zu entwickeln oder eine Recherche-Reise zu finanzieren.
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Das Alexander Tutsek Photography Grant steht unter dem Leitthema «Geschichten über die Menschheit». Von Oktober 2025 bis September 2026 fördert die Stiftung vier internationale Positionen der zeitgenössischen Fotografie mit jeweils 50.000 Euro. Neben Valentin Goppel erhalten die philippinische Künstlerin Wawi Navarroza aus Manila, die in Singapur arbeitende Wei Leng Tay sowie die in Myanmar geborene und heute in Chiang Mai, Thailand lebende Shwe Wutt Hmon das Stipendium.
Goppel arbeitet seit 2023 an seinem Langzeitprojekt «False Prophet Radio». Auf Reisen durch den Westen der USA untersucht er sein Gefühl der Entwurzelung und zeichnet ein subjektives Bild eines Landes im Wandel. Mit dem Stipendium wird er eine neue Serie entwickeln, die auf seiner bisherigen Arbeit in den Vereinigten Staaten basiert.
Foto: Eduardo Navarro
Valentin Goppel wurde 2000 in Regensburg geboren und studiert seit 2019 Dokumentarfotografie in Hannover. Er nähert sich gesellschaftlichen Themen über persönliche Erfahrung und verbindet Dokument und Ausdruck.
Sein erstes großes Projekt «Between the Years» entstand während der Pandemie. Die Arbeit zeigt Freunde und Bekannte in inszenierten und gefundenen Szenen und beschreibt das diffuse Lebensgefühl einer Generation. 2024 erschien das Projekt als Fotobuch beim britischen Verlag GOST. Es wurde mit dem Leica Oskar Barnack Newcomer Award und dem Visa pour l’Image Urban Newcomer Grant ausgezeichnet.
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Die stillen Heldinnen: Zwischen Leichenschauhaus und Blauer Donau.
Ausstellung noch bis zum 12. Dezember im EuropaPunkt Bremen.
Text: Karoline Benedyk Fotos: Tetyana Chernyavska
Ein Projekt über ukrainische Mütter, die zwischen Trauer, Hoffnung und dem Weiterleben stehe.
Zwölf Mütter von Soldaten, die gefallen, verschollen oder in russischer Gefangenschaft sind, verbringen vier Tage zwischen der Blauen Donau und dem Schwarzen Meer. Es sind Tage voller Widersprüche: Sie essen Austern, probieren Wein, sie schweigen, sie weinen, sie tanzen. Einen Abschluss werden sie nicht finden. Aber sie erleben, dass es Gemeinschaft gibt, die trägt.
Das Projekt «Die stillen Heldinnen» will diese Geschichten sichtbar machen. Geschichten von Frauen, deren Leid meist privat bleibt und deren Stimmen selten gehört werden. Es erzählt von Schmerz und Trauer, aber auch von Würde, Hoffnung und dem Versuch, ein Stück Normalität zurückzuerobern – mitten im Krieg. Der Text verzichtet auf Nachnamen, um die Anonymität der Frauen zu wahren, da einige Repressionen fürchten, falls ihr Name auf tauchen sollte. Das Projekt umfasst auch Videointerviews, in denen Mütter ihre persönlichen Geschichten über den Verlust ihrer Söhne teilen.
Gemeinsame Trauer und Leid verbinden den Farminhaber Andriy und die Frauen. Irina umarmt Andriy als Zeichen des Mitgefühls
Iryna ist die Erste am Strand, die sich ihren Bikini anzieht. Sie stellt ihre Tasche in den Sand und geht ins Wasser. Erst knöcheltief, dann bis zu den Knien, bis sie schließlich nach vorne kippt und losschwimmt. Sie dreht auf den Rücken und streckt ihre Arme und Beine aus, bis ihr ganzer Körper auf dem Wasser treibt wie eine Luftmatratze. Ihre Ohren tauchen ab. Für einen Moment wird ihre Welt still. Als sie zurückkommt, setzt sie sich in den Sand, die Augen in die Weite gerichtet. Sie wisse gar nicht mehr, wann sie zuletzt geschwommen ist, erzählt sie. Vermutlich in Berdjansk, ihrer Heimatstadt am Asowschen Meer, bevor sie von Russland besetzt wurde. Dort ging sie mit ihrem Sohn ins Wasser, Hand in Hand. In ihrer Erinnerung laufen sie hinein, das Wasser spritzt und beide lachen. Während sie von ihrem Sohn spricht, zieht sie ihre Gebetskette hervor – ein stummes Ritual, das sie durch die Tage begleiten wird.
Iryna ist nicht allein. Mit ihr reisen elf Ukrainerinnen durch die Oblast Odesa. Mütter von Soldaten, die gefallen, verschollen oder in russischer Gefangenschaft sind. Sie alle tragen dasselbe unsichtbare Gepäck: Verlust, Ungewissheit, die tägliche Auseinandersetzung mit einer Realität, die schwerlich auszuhalten ist. Die NGO «Не будь байдужим! / Sei nicht gleichgültig!» hat sie für eine Woche in die Region eingeladen. Das Ziel: für kurze Zeit loslassen. Sie sind hier, weil sie nicht nur überleben, sondern leben wollen. Die Reise führt sie ans Meer, in Restaurants, auf Pferde- und Schneckenfarmen. Sie probiere Wein in der bekanntesten Kellerei des Landes und fahren auf Booten die Donau hinab, bis an die Grenze zur NATO.
Termine:
Ausstellung 21. November bis 12. Dezember 2025
Ort EuropaPunktBremen, Am Markt 20, Bremen, 28195
Weitere Informationen zur Ausstellung finden sich hier.
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«In die Zukunft zu blicken bedeutet, seine Vergangenheit anzuerkennen – und ein Zeichen gegen Hass zu setzen.»
Ausstellung zum VGH-Fotopreis bis 12. Januar in der GAF.
Redaktion: Emil Eichinger
Am 3. Dezember 2025 wird um 19:00 Uhr in der Galerie für Fotografie die Ausstellung mit den diesjährigen Finalist*innen des VGH Fotopreises eröffnet. Zentrum der Ausstellung ist die Arbeit «Rechtes Land» des Preisträgers Julius Schien.
Seit der deutschen Wiedervereinigung starben in Deutschland über 200 Menschen durch rechte Gewalt. Konfrontiert mit der anhaltenden Präsenz von Rechtsextremismus in Deutschland, hat Julius Schien begonnen, alle Tatorte rechter Gewalt zu dokumentieren. Er legt mit «Rechtes Land» einen bisher einzigartigen visuellen Katalog dieser Tatorte vor. «Das wachsende Archiv dient als eindringlicher Index rechtsextremer Gewalt und fordert uns auf, zu erinnern, zu reflektieren und Widerstand zu leisten. In die Zukunft zu blicken bedeutet, seine Vergangenheit anzuerkennen – und ein Zeichen gegen Hass zu setzen», sagt Julius Schien. Seine fotografische Arbeit rückt die Orte, an denen die Taten stattgefunden haben, wie leere Bühnen in den Vordergrund. Jurymitglied Barbara Stauss, von Studio Stauss und Reporter ohne Grenzen resümiert den Jury-Prozess: «Die Idee, einen visuellen Katalog aller Tatorte rechtsextremer Verbrechen der Nachwendezeit in Deutschland zu erstellen, haben uns ebenso wie Julius Schiens visuelle Umsetzung absolut überzeugt.»
Fotografie aus der Arbeit «Rechtes Land» von Julius Schien.
Alexandra Rousi wird von ihrem Nachbarn in Paderborn getötet. Sie stirbt bei einem Brand, der aus rassistischen Motiven gelegt wurde. Dem Brandanschlag gehen monatelange rassistische Drohungen und Beleidigungen voraus. Der Täter wohnt im Erdgeschoss des Zweifamilienhauses und übergießt das gemeinsame Treppenhaus mit Benzin. Als Alexandra ihn aufzuhalten versucht, zündet er, während er weiterhin ausländerfeindliche Beleidigungen von sich gibt, ein Streichholz an. Sowohl Alexandra Rousi als auch der Täter gehen in Flammen auf – Rousi stirbt noch im Treppenhaus. Auch 30 Jahre nach der Tat wird der Fall offiziell nicht als rechte Gewalttat anerkannt.
Fotografie aus der Arbeit «Rechtes Land» von Julius Schien.
Karl Sidon, Parkwächter im Schlosspark Arnstadt, wird am 18. Januar 1993 von fünf jungen Neonazis brutal verprügelt und getötet. Die Gruppe im Alter von 11 bis 16 Jahren beschädigte zuvor im Schlosspark ein Gebäude. Als Karl Sidon das bemerkt, geht er ihnen nach und ermahnt sie. Daraufhin gehen die Jugendlichen auf Sidon los und schlagen auf ihn ein, bis er bewusstlos am Boden liegen bleibt. Im Anschluss schleifen sie ihn auf eine angrenzende, viel befahrene Straße, wo er schließlich von mehreren Autos überfahren wird. Noch am selben Abend erliegt Karl Sidon seinen Verletzungen.
Fotografie aus der Arbeit «Rechtes Land» von Julius Schien.
Am 17. April 2018 wird das Treppenhaus eines Wohnhauses in Wiebelskirchen im Saarland aus rassistischen Motiven in Brand gesteckt. Das Gebäude, in dem mehrere syrische Geflüchtete mit ihren Kindern leben, steht schnell in Flammen. Die Feuerwehr rettet elf Menschen, einige mit schweren Rauchvergiftungen. Philipp W. wohnt im Dachgeschoss und verbrennt in seiner Wohnung. Die beiden Täter gestehen vor Gericht, die Tat aus Hass auf Ausländer begangen zu haben.
Erstmalig in diesem Jahr wurde parallel zum VGH Fotopreis der mit 2.000 Euro dotierte VGH Förderpreis vergeben. Mit ihm wird die Fortsetzung eines fotografischen Projektes finanziell und durch ein begleitendes Mentoring unterstützt. Preisträger des VGH Förderpreises 2025 ist Serghei Duve, der mit seiner begonnenen Arbeit «Industriestadt» über die Stadt Wolfsburg überzeugte.
Foto: Sergehi Duve
Foto: Sergehi Duve
Die hohe Qualität und die Vielfalt der studentischen Projekte überzeugten die diesjährige Jury. Neben den Preisträgern des VGH Fotopreises und des VGH Förderpreises erhielten als Finalistinnen des Juryprozesses Armina Ahmadinia, Noemi Ehrat, Markus Heft und Jasper Hill eine lobende Erwähnung.
Der VGH Fotopreis wird seit 2008 ausschließlich unter den Studierenden des Studiengangs «Visual Journalism and Documentary Photography» der Hochschule Hannover vergeben. Er ist mit 10.000 Euro eine der am höchsten dotierten Auszeichnungen für Fotografie im deutschsprachigen Raum und wird von der Versicherungsgesellschaft Hannover (VGH) gestiftet. Die VGH schreibt über den Preis auf der Website, die Hochschule Hannover sei im Bereich der Fotografie eine Talentschmiede von europäischem Renommee, wo die zukünftigen die Berufsfotograf*innen von morgen ausgebildet würden. Mit dem Fotopreis wolle die VGH einen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität der Studienlandschaft in Niedersachsen leisten.
Preisverleihung und Ausstellungseröffnung 3. Dezember 2025, 19 Uhr
Ausstellung 4. Dezember 2025 bis 11. Januar 2026
Ort GAF – Galerie für Fotografie Eisfabrik, Seilerstraße 15d Hannover 30171
Die Galerie ist donnerstags bis sonntags geöffnet, von 12 bis 18 Uhr. Am Heiligabend, dem 1. und 2. Weihnachtstag hat die GAF nicht geöffnet. Auch nicht an Silvester und am 1. Neujahrstag.
Weitere Informationen zum VGH Fotopreis finden sich hier.
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Crowdfunding bis 11. November: «Der tauchende Kater»
Der HsH-Absolvent Jonas Völpel träumt vom Meer. Mit seiner Kamera macht er sich auch die Suche nach dem ungreifbaren — seiner Traumwelt
Redaktion: Elena Jaekel
Foto: Jonas Völpel
Wir träumen jede Nacht. Manchmal erinnern wir uns, manchmal nicht. Einige können ihre Träume steuern und Dinge erleben, die sich den physikalischen Grenzen unserer Welt in jeder Hinsicht entziehen. Andere lassen sich fortschwemmen und begeben sich Nacht für Nacht auf kuriose Reisen. Unsere Träume rütteln an den Grenzen zwischen Realität und Bewusstsein, zwischen bereits Vergessenem und dem, was vielleicht kommen mag. Träume können erschrecken oder gar tröstlich sein. Sie verändern uns.
Jonas Völpel träumt vom Meer. Was das zu bedeuten hat, weiß er nicht. Darum macht er sich mit seiner Kamera auf die Suche nach etwas, was man nicht greifen kann. Seine Reise führt ihn an die See. Dahin, wo die Wellen manchmal bedrohlich und manchmal beruhigend wirken.
Geboren wurde Jonas Völpel 1989 in Gifhorn. Zunächst machte er eine Ausbildung zum technischen Zeichner. Anschließend begann er das Studium «Visual Journalism and Documentary Photography» an der Hochschule Hannover. In seiner Fotografie beschäftigt sich Völpel mit seiner direkten Umgebung und seiner eigenen Gefühlswelt. Auch mit seinem Bachelorprojekt «Der tauchende Kater» begibt er sich auf eine fotografische Reise durch die Welt seiner Träume und schloss mit der Arbeit sein Studium im Jahr 2021 erfolgreich ab.
Foto: Jonas Völpel, Portugal, Santo André, 2020
Was sind Träume? Sind sie Botschaften höherer Mächte, Signale aus den tiefsten Abgründen unserer Seele, oder lassen unsere Nervenzellen vielleicht doch nur ein bloßes Hirngewitter aufleuchten?
Foto Jonas Völpel, Deutschland, Mecklenburg-Vorpommern
Foto: Jonas Völpel, Deutschland, Niedersachsen, Stüde
Foto: Jonas Völpel, Deutschland, Mecklenburg-Vorpommern, Perow
Zum Buch
106 Seiten, 17,7×12,8cm, Hardcover
Fotografien und Texte des Autors
Geplant ist auch eine Übersetzung der Texte ins Englische
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Elf Studierende zeigen, wie Veränderung aussieht – politisch, ökologisch, kulturell und digital. Ihre Arbeiten erzählen vom Zustand der Welt und ihren Übergängen. Bis zum 12.01.2026 im Goethe Institut Paris.
Redaktion: Emil Eichinger
Foto: Emil Eichinger
Jazzmusik dringt aus dem Nebenraum. Jemand bohrt. Es ist Montagmorgen im Untergeschoss des Goethe-Instituts Paris. Zwischen Kabeln und Klebeband ordnet Jasper Hill seine Bildunterschriften. «Könnte schneller gehen», sagt er und lacht. Daneben liegen auf dem Boden unzählige Monitore, die Installation von Paul Geiersbach ist bereit für den Aufbau. «Der Tag läuft besser als gedacht», findet Paul. «Wir warten viel, aber das Konzept steht.» Eine Etage höher herrscht reges Treiben. Die technischen Assistenten Miguel und Hugo montieren den Beamer für das Projekt von Clara Schöttke und Antonia Teichert. «Die beiden sind super. So schnell hätten wir das niemals geschafft», freut sich Antonia.
Die elf Studierenden des Studiengangs «Visual Journalism and Documentary Photography» der Hochschule Hannover widmen sich in der Ausstellung «Metamorphosis. States of Change» politischen, kulturellen, ökologischen und digitalen Umbrüchen. Sie erzählen von Kipppunkten, Konflikten und fragilen Systemen. Sie hinterfragen feste Identitäten, lineare Geschichten und trügerische Stabilität.
Foto: Jonathan Funk
Foto: Emil Eichinger
Foto: Jonathan Funk
Die Ausstellung ist Teil der Reihe «La jeune photographie allemande», die das Goethe-Institut Paris gemeinsam mit der Deutsche Börse Photography Foundation veranstaltet. Bis zum 12.01.2026 sind die Arbeiten von Paul Geiersbach, Max Schlag & Léa Nowicki, Clara Schöttke & Antonia Teichert, Ludwig Nikulski, Hannah Aders, Nora Schwarz, Jonathan Funk, Jasper Hill, Cecilie Ring und Valentin Goppel im Goethe-Institut Paris zu sehen.
Die Vielfältigkeit des Studiengangs «Visual Journalism and Documentary» findet sich in den ausgestellten Arbeiten wieder. «Das Dokumentarische ist für uns eine zentrale Klammer. Das unterscheidet uns von vielen anderen Fotografiestudiengängen in Deutschland und International» betont Karen Fromm. So macht Nora Schwarz in ihrer Arbeit «Songs of the Taiga» das schleichende Verschwinden der letzten Urwälder Nordeuropas sichtbar und zeigt, wie eng ökologische und kulturelle Identität miteinander verknüpft sind. Jonathan Funk wiederum richtet in «Ortskontrollfahrt» den Blick auf gesellschaftliche Spannungen in Deutschland und fragt, wie politische Entfremdung und Populismus das Vertrauen in demokratische Strukturen untergraben. Und Ludwig Nikulski folgt in seiner Arbeit «Unter den Palmen» den westlichen Außengrenzen der Ukraine und dokumentiert Orte, an denen sich Europas neue Bruchlinien zeigen. Zwischen der Ferne des Krieges und seiner spürbaren Nähe im Alltag.
«Unter den Palmen» von Ludwig Nikulski
«Ortskontrollfahrt» von Jonathan Funk
«Songs of the Taiga» von Nora Schwarz
«Im Land der weißen Berge» von Jasper Hill
«False Prophet Radio» von Valentin Goppel
«LG 500/R» von Clara Schöttke und Antonia Teichert
«Von ISO 27001 bis IEC 62443» von Paul Geiersbach
«Made in Germany» von Hannah Aders
«Elegies of an Idea» von Cecilie Ring
«Da, wo die Hähne singen» von Max Schlag & Léa Nowicki
Foto: Jonathan Funk
Foto: Jonathan Funk
Foto: Jonathan Funk
Foto: Jonathan Funk
Foto: Jonathan Funk
Foto: Jonathan Funk
Foto: Jonathan Funk
Foto: Emil Eichinger
Foto: Emil Eichinger
Foto: Emil Eichinger
Gegen Abend der Vernissage füllt sich das Institut. Rund 300 Gäste sind zur Vernissage gekommen, die Stimmung ist lebhaft. «Es ist viel los, echt trubelig», sagt eine Besucherin. Zwischen Wein, Buffet und Gesprächen auf Deutsch und Französisch kommen viele direkt mit den Ausstellenden ins Gespräch. Für Phillip Asbach, Cultural Program Officer des Goethe-Instituts Paris, ist die Ausstellung ein voller Erfolg. «Die Projekte sind inhaltlich Spitzenklasse!»
Die Ausstellung «Metamorphosis. States of Change» ist noch bis zum 12. Januar 2026 im Goethe-Institut Paris kostenlos zu sehen.
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Der Student Serghei Duve gewinnt den Newcomer Award mit einer Arbeit über Identität und Herkunft.
Redaktion: Emil Eichinger
Tiraspol, Transnistrien, 2023
Ein Pärchen tanzt im Wohnzimmer von Sergheis Großmutter Tamara.
Sergheis Vater und Tante zu Besuch in Tiraspol. Die Familie feiert mit Freund*innen das Wiedersehen.
Artjom und sein Kumpel Sergej halten die Leiter für Sergejs Sohn Kiril. Das Gewässer Liman ist in moldawisches und ukrainisches Staatsgebiet unterteilt. Das gegenüberliegende Ufer ist ukrainisch.
Tiraspol, Transnistrien, 2023
Sasha und Kira am letzten Abend, bevor Sasha zu seiner Wehrpflicht beim transnistrischen Militär antreten muss. Er würde eigentlich gerne nach Europa ziehen, doch wer bei der Armee ist, darf die Republik nicht mehr verlassen.
In seiner Arbeit verbindet Duve persönliche Geschichte mit politischer Beobachtung. Aus einer Spurensuche über die eigene Familie in Transnistrien, einem international nicht anerkannten Gebiet zwischen Moldawien und der Ukraine, entsteht eine eindringliche Erzählung über Identität, Herkunft und Zugehörigkeit. Seine Bilder zeigen den Alltag zwischen Erinnerung und Gegenwart, zwischen privatem Leben und geopolitischer Spannung. Die ganze Geschichte ist hier zu lesen:
Der Leica Oskar Barnack Award (LOBA) zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen der internationalen Fotografie. Seit 1980 würdigt der Preis jährlich Arbeiten, die das Verhältnis von Mensch und Umwelt in besonderer Weise zeigen. Für die 45. Ausgabe des LOBA reichten rund 120 Expertinnen und Experten aus 50 Ländern Vorschläge ein. Die Jury 2025 setzte sich unter anderem aus der Fotografin Jane Evelyn Atwood, dem Kurator Felix Hoffmann und der Leica-Galerien-Direktorin Karin Rehn-Kaufmann zusammen.
Serghei Duve wurde 1999 in Chișinău, Moldawien geboren. Als er gerade ein Jahr alt war, zogen seine Eltern mit ihm nach Hannover, Deutschland. Seitdem besuchte er deutsche Kindergärten und Schulen, während er in einem russischen Haushalt lebte und mit seinen Eltern Russisch sprach. Die ganze Familie lebte bis zum Jahr 2015 mit moldawischen Pässen.
Sein Interesse an der Fotografie begann als er zu seinem zehnten Geburtstag seine erste Kamera bekam. Im Jahr 2021 begann er den Studiengang Visual Journalism and Dokumentars Photography an der Fachhochschule Hannover.
In seinen Projekten beschäftigt sich Serghei viel mit Identität und Herkunft, oft in Zusammenhang mit seinen eigenen Wurzeln und Erfahrungen.
Wir stehen dir für dein persönliches Anliegen gerne zur Verfügung. Aufgrund der Vielzahl von Anfragen bitten wir dich jedoch, zuerst in unseren FAQ zu schauen, ob deine Frage vielleicht schon einmal beantwortet wurde.
Fotografie aus der Arbeit «Rechtes Land» von Julius Schien.
Am 17. April 2018 wird das Treppenhaus eines Wohnhauses in Wiebelskirchen im Saarland aus rassistischen Motiven in Brand gesteckt. Das Gebäude, in dem mehrere syrische Geflüchtete mit ihren Kindern leben, steht schnell in Flammen. Die Feuerwehr rettet elf Menschen, einige mit schweren Rauchvergiftungen. Philipp W. wohnt im Dachgeschoss und verbrennt in seiner Wohnung. Die beiden Täter gestehen vor Gericht, die Tat aus Hass auf Ausländer begangen zu haben.
Fotografie aus der Arbeit «Rechtes Land» von Julius Schien.
Karl Sidon, Parkwächter im Schlosspark Arnstadt, wird am 18. Januar 1993 von fünf jungen Neonazis brutal verprügelt und getötet. Die Gruppe im Alter von 11 bis 16 Jahren beschädigte zuvor im Schlosspark ein Gebäude. Als Karl Sidon das bemerkt, geht er ihnen nach und ermahnt sie. Daraufhin gehen die Jugendlichen auf Sidon los und schlagen auf ihn ein, bis er bewusstlos am Boden liegen bleibt. Im Anschluss schleifen sie ihn auf eine angrenzende, viel befahrene Straße, wo er schließlich von mehreren Autos überfahren wird. Noch am selben Abend erliegt Karl Sidon seinen Verletzungen.
Fotografie aus der Arbeit «Rechtes Land» von Julius Schien.
Alexandra Rousi wird von ihrem Nachbarn in Paderborn getötet. Sie stirbt bei einem Brand, der aus rassistischen Motiven gelegt wurde. Dem Brandanschlag gehen monatelange rassistische Drohungen und Beleidigungen voraus. Der Täter wohnt im Erdgeschoss des Zweifamilienhauses und übergießt das gemeinsame Treppenhaus mit Benzin. Als Alexandra ihn aufzuhalten versucht, zündet er, während er weiterhin ausländerfeindliche Beleidigungen von sich gibt, ein Streichholz an. Sowohl Alexandra Rousi als auch der Täter gehen in Flammen auf – Rousi stirbt noch im Treppenhaus. Auch 30 Jahre nach der Tat wird der Fall offiziell nicht als rechte Gewalttat anerkannt.
Der Fotostudent Julius Schien gewinnt mit seinem Projekt «Rechtes Land» den diesjährigen VGH Fotopreis, der seit 2008 jedes Jahr exklusiv unter den Studierenden des Studiengangs «Visual Journalism and Documentary Photography» der Hochschule Hannover vergeben wird.
Seit der deutschen Wiedervereinigung starben in Deutschland über 200 Menschen durch rechte Gewalt. Konfrontiert mit der anhaltenden Präsenz von Rechtsextremismus in Deutschland, hat Julius Schien begonnen, alle Tatorte rechter Gewalt zu dokumentieren. Er legt mit «Rechtes Land» einen bisher einzigartigen visuellen Katalog dieser Tatorte vor. Seine fotografische Arbeit rückt die Orte, an denen die Taten stattgefunden haben, wie leere Bühnen in den Vordergrund. Die menschenleeren Großformatfotografien werden von Texten und Dokumentationsmaterialien begleitet, die die Geschichten von mittlerweile mehr als 200 Schicksalen erzählen. «Das wachsende Archiv dient als eindringlicher Index rechtsextremer Gewalt und fordert uns auf, zu erinnern, zu reflektieren und Widerstand zu leisten. In die Zukunft zu blicken bedeutet, seine Vergangenheit anzuerkennen – und ein Zeichen gegen Hass zu setzen», wie Julius Schien sagt.
Die hochkarätig besetzte Jury des diesjährigen VGH Fotopreises votierte einstimmig für Julius Schiens Arbeit. «Die Idee, einen visuellen Katalog aller Tatorte rechtsextremer Verbrechen der Nachwendezeit in Deutschland zu erstellen, haben uns ebenso wie Julius Schiens visuelle Umsetzung absolut überzeugt. Die abgebildeten Straßenecken oder Uferpromenaden kommen uns bekannt vor. Sie stehen für die Banalität des Bösen, denn wir verstehen: Es könnte jeden an jedem Ort treffen», resümiert Jurymitglied Barbara Stauss den Entscheidungsprozess.
Die Fachjury bestand in diesem Jahr aus Henner Flohr, Leiter der F.A.Z.- Bildredaktion; Lara Huck, Bildredaktion DIE ZEIT; Nicole Neumann, Bildredaktion DER SPIEGEL; Guido Schmidtke, Senior Photo Editor STERN, Hannah Schuh, Visual Director ART– Das Kunstmagazin; Barbara Stauss, Studio Stauss und Reporter ohne Grenzen, und einer Vertreterin der VGH.
Julius Schien (1992) studiert «Visual Journalism and Documentary Photography» in Hannover, wo er auch lebt und arbeitet. In seiner Fotografie sucht er vor allem nach Antworten auf die Frage, was es bedeutet, sich im 21. Jahrhundert mit dem politischen Erbe Deutschlands und der rechten Kontinuität des Landes auseinanderzusetzen. Dabei zielt er darauf ab, längst vergessene Geschichten rechter Gewalt, die unter der Oberfläche der Alltäglichkeit liegen, in nüchtern anmutenden Landschafts- und Stadtportraits herauszuarbeiten. Seine Arbeiten entstehen auf analogem Großformat. Julius Schien ist ausgewählter Künstler der Triennale der Photographie in Hamburg für die europäische Fotografinnen-Plattform FUTURES.
Der Fotopreis der VGH Versicherungen ist mit 10.000 Euro bundesweit eine der höchstdotierten Auszeichnungen im Bereich Fotografie. Mit ihrer exklusiven Förderung unterstützen die VGH Versicherungen den international renommierten Studiengang «Visual Journalism and Documentary Photography» der Hochschule Hannover (HsH), der über einen deutschlandweit einmaligen Schwerpunkt im Bereich des visuellen Journalismus und der Dokumentarfotografie verfügt. Ausgehend von den Medien Fotografie und Video vermittelt der Studiengang multidisziplinäre visuelle Kompetenzen. Im Fokus stehen dabei journalistische und dokumentarische Erzählweisen.
Preisträger VGH Förderpreis
Erstmalig in diesem Jahr wurde parallel zum VGH Fotopreis der mit 2.000 Euro dotierte VGH Förderpreis vergeben. Mit ihm wird die Fortsetzung eines fotografischen Projektes finanziell und durch ein begleitendes Mentoring unterstützt.
Preisträger des VGH Förderpreises 2025 ist Serghei Duve, der mit seiner begonnenen Arbeit über die Stadt Wolfsburg überzeugte.
Foto: Sergehi Duve
Foto: Sergehi Duve
Serghei Duve wurde 1999 in Chișinău, Moldawien, geboren. Als er ein Jahr alt war, zogen seine Eltern mit ihm nach Deutschland. Sein Interesse an der Fotografie begann im Alter von zehn Jahren, als er seine erste Kamera zum Geburtstag geschenkt bekam. Im Jahr 2021 begann er sein Studium «Visual Journalism and Documentary Photography» an der Hochschule Hannover. Von Herbst 2024 bis Frühjahr 2025 studierte er im Ausland an der KASK School of Arts in Gent, Belgien. Serghei Duves Projekte beschäftigen sich mit Themen, die die verschiedenen Formen und Bedingungen des menschlichen Lebens untersuchen.
«Wir danken den VGH Versicherungen für die langfristige, nachhaltige und vertrauensvolle Zusammenarbeit und freuen uns sehr über die neu geschaffene Möglichkeit, mit dem VGH Förderpreis die Fortsetzung vielversprechender Projekte zu unterstützen. Gemeinsam mit den VGH Versicherungen können wir ein großartiges Forum für die Dokumentarfotografie in Hannover schaffen», sagt Prof. Dr. Karen Fromm, Professorin des Studiengangs «Visual Journalism and Documentary Photography».
Mit der Verleihung des Preises ist eine Ausstellung der Preisträgerarbeit sowie der Finalistinnen des Juryprozesses in der GAF – Galerie für Fotografie verbunden. Die Preisverleihung findet am Mittwoch, dem 3. Dezember 2025, um 19 Uhr in den Räumen der GAF – Galerie für Fotografie in Hannover statt. Die Ausstellung wird vom 4. Dezember 2025 bis 11. Januar 2026 gezeigt. Die hohe Qualität und die Vielfalt der studentischen Projekte überzeugten die diesjährige Jury. Neben den Preisträgern des VGH Fotopreises und des VGH Förderpreises erhielten als Finalistinnen des Juryprozesses Armina Ahmadinia, Noemi Ehrat, Markus Heft und Jasper Hill eine lobende Erwähnung.
Die Juror*innen Guido Schmidtke (stern), Lara Huck (DIE ZEIT), Hannah Schuh (ART – Das Kunstmagazin), Henner Flohr (FAZ), Nicole Neumann (Der Spiegel), Barbara Stauss (Studio Stauss / Reporter ohne Grenzen) und Alexandra Bartsch sehen sich die eingereichten Arbeiten an. Dekanin Karen Fromm und Studiengangskoordinator Tobias Eineder führen durch den Tag.
Foto: Carlotta Steinkamp
Foto: Carlotta Steinkamp
Termine:
Preisverleihung und Ausstellungseröffnung 3. Dezember 2025, 19 Uhr
Ausstellung 4. Dezember 2025 bis 11. Januar 2026
Ort GAF – Galerie für Fotografie Eisfabrik, Seilerstraße 15d Hannover 30171
Die Galerie ist donnerstags bis sonntags geöffnet, von 12 bis 18 Uhr.
Weitere Informationen zum VGH Fotopreis finden sich hier.
Wir stehen dir für dein persönliches Anliegen gerne zur Verfügung. Aufgrund der Vielzahl von Anfragen bitten wir dich jedoch, zuerst in unseren FAQ zu schauen, ob deine Frage vielleicht schon einmal beantwortet wurde.
Die Studentin Jana Margarete Schuler des Studiengangs Visual Journalism and Documentary Photography erhält in Siena den ersten Preis für ihre Serie «Between Blood and Glitter».
Text: Elena Prudlik
Foto: Jana Margarete Schuler
Foto: Jana Margarete Schuler
Sichtlich fassungslos nimmtJana Margarete Schuler am Samstag, den 27. September den ersten Preis der Siena International Photo Awards 2025 in der Kategorie «Storytelling – Daily Life and Contemporary Issues» entgegen, mit dem ihre Fotoserie «Between Blood and Glitter» ausgezeichnet wurde. Die Arbeit beschäftigt sich mit Wrestlerinnen in Ciudad Juárez, einer Stadt in Mexiko, die von hohen Femizid-Raten geprägt ist und als eine der gefährlichsten Städte der Welt gilt.
Zurzeit studiert Jana Margarete Schuler Visual Journalism and Documentary Photography an der Hochschule Hannover. Inzwischen ist sie für ihre Reportagen in der ganzen Welt unterwegs, die unter anderem in DIE ZEIT, DER SPIEGEL und STERN erscheinen. Seit mehr als zwei Jahren begleitet Schuler die Wrestlerinnen in Nordmexiko mit ihrer Kamera. Die dabei entstandene Serie «Between Blood and Glitter» wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und auf internationalen Fotofestivals ausgestellt.
Um die italienische Stadt Siena zu einer internationalen Hauptstadt der Fotografie zu machen, entstanden die Siena Awards einmal als ein unabhängiges Projekt. Nun strömen Fotograf*innen aus aller Welt jährlich zur Preisverleihung in die toskanische Stadt, um Auszeichnungen in zehn verschiedenen Kategorien entgegenzunehmen. Die Gewinnerarbeiten sind nach Verleihung der Preise über einen Monat in der «Imagine all the People Sharing all the World» zu sehen.
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Visuelle Journalist*innen der Hochschule Hannover zeigen vom 3. bis 12. Oktober Ausstellung im Goethe Exil
Redaktion: Emil Eichinger
Vom 28. April bis 3. Mai haben 15 Studierende des Studiengangs «Visual Journalism and Documentary Photography» begleitet von Prof. Dr. Karen Fromm, Mario Wezel und Elias Holzknecht, beide Alumni des Studiengangs, im Rahmen einer sechstägigen Residency individuelle fotografische Projekte umgesetzt, die sich mit dem sozialen Stadtraum in Graz auseinandersetzen. Ein besonderer Fokus galt dabei der Sichtbarmachung sozialer Dynamiken und symbolischer Ordnungen sowie der Reflexion des eigenen fotografischen Prozesses. Wie wird Fotografie als Medium eingesetzt, um Welt zu erzählen und Wissen zu generieren? Angelehnt an eine Auseinandersetzung mit Pierre Bourdieu interessierte dabei ein «soziologischer Blick», mit dem soziale Strukturen analysiert wurden.
In den sechs Tagen vor Ort, die begleitet wurden von einem Austausch mit lokalen Akteur*innen wie Camera Austria und dem Schaumbad – Freies Atelierhaus Graz entwickelten die Studierenden unter anderem Projekte zu verschiedenen Stadtteilen in Graz, wie dem neu entstehenden Reininghaus oder der Grünangersiedlung auf dem ehemaligen Gelände des Zwangsarbeiterlagers Liebenau. Sie beschäftigen sich mit der Soziologie von Lernräumen, Jugendkulturen, türkischen Männercafés, dem Leben in Parks und Kleingartenkolonien, der Bedeutung von Arbeit und der Adaption vermeintlich exotischer asiatischer Esskultur oder sammeln im Stil des «speculative documentary» Spuren der Autokratzerin von Graz.
Labor, Plattform, kreative Denkfabrik. 2016 als KünstlerInnenatelier und Projektraum von ehemaligen Studierenden des Studiengangs «Visual Journalism and Documentary Photography» gegründet, arbeiten im GoetheExil Fotograf*innen an der Umsetzung ihrer visuellen Ideen. In kreativen Kollaborationen mit befreundeten Initiativen aus einem stetig wachsenden Netzwerk, entstehen neue Präsentationsformen und ein interdisziplinäreres Verständnis von Kunst und Fotografie.
Beteiligte Fotograf*innen:
Pha Croissant, Paul Geiersbach, Valentin Goppel, Moritz Heck, Kristina Kaysen, Walter Lehmann, Elif Muhit, Ludwig Nikulski, Keidy Pech, Riccardo Prevete, Isabel Reda, Cecilie Ring, Anjou Vartmann, Christian Weidner, Salome Ziermann.
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Niedrigschwellig, studentisch organisiert und voller Energie – der Portfoliotag bringt Studierende und Branchenexpert*innen ins Gespräch.
Redaktion: Emil Eichinger
Foto: Emil Eichinger
Foto: Rostyslav Sheptykin
Foto: Rostyslav Sheptykin
Foto: Emil Eichinger
Foto: Rostyslav Sheptykin
Portfoliotag, zweite Ausgabe. Mit Vorfreude im Bauch kamen die Studierenden am 24. September 2025 in die Hochschule, um den Profis aus der Branche wie Bildredakteur*innen, Kurator*innen und Fotograf*innen ihre Arbeiten und Portfolios präsentieren. Bei den studentisch organisierten Reviews ging es um ehrliches Feedback, klare Tipps und vor allem darum, Kontakte zu den Redaktionen zu knüpfen. «Ihr Lieben, wir heißen euch ganz herzlich willkommen zum zweiten Portfoliotag», eröffnete HsH-Student Andreas Blauth die Runde, die zunächst angeregt miteinander plauderte. Einige der Gäste waren zum ersten Mal da.
Carlotta Steinkamp studiert seit 2023 Visual Journalism and Documentary Photography. Sie nutzte den Tag für frische Sichtweisen: «Ich wollte Feedback zu Projekten aus dem letzten Jahr und Kontakte zu Redaktionen, mit denen ich bisher wenig zu tun hatte.» Ihr Fazit nach zwei Reviews: «Ein Feedback gab Bestätigung. Das andere war kritischer – nachvollziehbar, weil ich Arbeiten zeigte, die eher in einen Tageszeitungs-Kontext passen. Gut zu hören, dass Medien unterschiedliche Bildsprachen haben.» Besonders freut sie sich über das Feedback von Nicole Neumann: «Sie meinte, man sieht, dass ich bereit bin zu fotografieren – bereit für Aufträge.»
Zwischen zwei Slots gingen die Gespräche weiter, während sich die Expert*innen durch die Arbeiten der Studierenden klickten, um auch mal den ein oder anderen Edit anzupassen.
Foto: Rostyslav Sheptykin
Foto: Rostyslav Sheptykin
Foto: Rostyslav Sheptykin
Auch Thomas Müller‑Vahl, Student im dritten Semester, war von seinen Reviews begeistert: «Ich hatte schon öfter Feedback gehört, heute kamen neue Perspektiven. Alle drei Reviews waren produktiv. Viele konkrete Hinweise: Was kann ich gut, was weniger, worauf muss ich beim Edit achten?» Sein Lieblingsmoment: «Bei Patricia Kühfuss bestand Sprechen quasi aus Lachen – das hat gut getan.»
Für Sebi Berens (ZEIT, Ressorts Politik und Wirtschaft und ehemaliger HsH-Student) ist der Portfoliotag eine gute Gelegenheit zu sehen, «was die Studierenden beschäftigt – auch redaktionell. Ich habe viele relevante Themen und eine hohe Qualität gesehen. Es ist schön zu sehen, wie alle suchen und sich ausprobieren. Austausch macht alle klüger.» Auch Lena Wöhler (chrismon) kam als Alumna zurück: «Ehrensache. Ich will wissen, wie die Stimmung im Jahrgang ist und wohin sich Bildsprachen bewegen. Ein schöner Tag, viele bekannte und neue Gesichter.»
In ihrer Abschlussrede fasste Salome Ziermann, Studentin im 7. Semester, zusammen: «Feedback von vielen Seiten lohnt sich immer – der Input bringt voran.» Ihren jüngeren Kommiliton*innen gab sie den Rat weiter, den sie in Gesprächen mit verschiedenen Reviewer*innen mitgenommen hatte: «Weniger nachdenken, mehr machen.»
Zu den Reviewer*innen gehörten:
• Norman Hoppenheit – ZEIT • Jana Voigt – FAZ • Carla Rosorius – GEO • Jakob Feigl – SZ Magazin • Rahel Zander – Stern • Jana Mucke – Stern • Patricia Kühfuss – Fotografin • Tobias Laukemper – freier Bildredakteur • Sebi Berens – ZEIT online • Aliona Kardash – Docks Kollektiv • Sarah Gramotke – Deichtorhallen • Nicole Neumann – SPIEGEL • Urban Zintel – Fotograf • Lena Wöhler – chrismon
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«Ein riesiger Spielplatz». Die Erstsemester erleben den Start als offen, vielfältig und inspirierend.
Redaktion: Emil Eichinger
Foto: Emil Eichinger
Foto: Janek Stempel
Foto: Janek Stempel
Foto: Emil Eichinger
Foto: Janek Stempel
Neugierige Gesichter, aufgeregte Stimmen und erste Begegnungen – so starteten die Erstsemester des Studiengangs Visual Journalism and Documentary Photography an der Hochschule Hannover ins Semester. Insgesamt beginnen 38 Studierende, zwei Drittel davon Frauen. Rund 60 Prozent starten hier ihr erstes Studium. Bei der Begrüßung zeigte sich die Vielfalt an Interessen und Biografien. Viele bringen erste Erfahrungen aus Fotografie, Film oder Journalismus mit.
Foto: Janek Stempel
Assol (19) aus Hannover entdeckte früh die Fotografie. Sie bekam ihre erste Kamera zur Einschulung. «Fotografie war immer Teil meines Lebens. Schon als Kind habe ich die Kameras meiner Familie geklaut», sagt sie. Begegnungen mit Fotojournalist*innen im Umfeld ihrer Mutter prägten sie. Ihr Wunsch ist es, das eigene Können weiterzuentwickeln und Dokumentarfilme oder Fotoprojekte zu realisieren.
Daniel (38) aus Leipzig beschreibt seinen ersten Eindruck von der Hochschule so: «Es ist ein riesiger Spielplatz. Alles ist locker und offen – ganz anders als an meiner alten Uni.» Nach Jahren im PR-Bereich will er nun zurück zu seinen eigentlichen Interessen. «Fotografieren liebe ich schon immer. Jetzt möchte ich Geschichten erzählen, die gesellschaftlich relevant sind.» Sein Traum: langfristige Reportagen, die Missstände sichtbar machen.
Foto: Janek Stempel
Foto: Janek Stempel
Lowis (21) aus Nienburg hat schon in einem Frauenkollektiv in Ecuador fotografiert. «Da habe ich gemerkt, dass mir das Erzählen von Geschichten durch Bilder Spaß macht», sagt sie. Den Studiengang entdeckte sie durch eigene Recherchen. Besonders schätzt sie die offene Atmosphäre: «Zwischenmenschlich wirkt alles sehr freundschaftlich und man fühlt sich gleich ziemlich wohl.» Für die Zukunft wünscht sie sich, Themen frei zu wählen und Projekte eigenständig zu entwickeln.
Bei der Vorstellungsrunde der Erstsemester zeigte sich, wie unterschiedlich die Interessen der Studierenden sind. Von politischer Berichterstattung bis zur Erkundung neuer Medien – die kommenden Jahre bieten ihnen die Chance, ihre Fähigkeiten zu vertiefen und eigene Projekte zu realisieren.
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Das Förderprogramm TruePicture zeichnet junge Fotojournalistinnen und Fotojournalisten aus, die mit originellen und gesellschaftlich relevanten Projektideen überzeugen. Aus insgesamt 29 Nominierungen aus der Schweiz, Österreich und Deutschland hat eine hochkarätige Jury dieses Jahr vier Personen mit einem Award und zwei mit einer «Honorable Mention» ausgezeichnet. 13 der nominierten Personen sind aktuelle oder ehemalige Studierende der Hochschule Hannover. Das Programm unterstützt die Nachwuchsfotograf*innen mit einem Mentoring sowie einer finanziellen Projektförderung in Höhe von jeweils 15.000 Schweizer Franken. An die Gewinner*innen des Studiengangs «Visual Journalism and Documentary Photography» gingen insgesamt 47.500 CHF (ca. 50.700€). Sie haben nun 18 Monate Zeit, um ihre Fotoreportagen umzusetzen und danach öffentlich zu präsentieren. «Die Anzahl und Qualität der Bewerbungen ist ein untrügliches Zeichen für die grosse Bedeutung des dokumentarischen Fotojournalismus in Zeiten schwindender Presse- und Meinungsfreiheit», so Initator und Juror Manuel Bauer.
Foto: Daniel Chatard
Den True Picture Award erhielt HsH-Alumni Daniel Chatard. In seinem Projekt «European Prospects» stellt Chatard die Idee eines friedlich vereinten Europas den aktuellen Krisen wie Krieg, Klimawandel und geopolitischen Spannungen gegenüber. Seine Fotografien dokumentieren die politische und gesellschaftliche Realität Europas als Kontinent im Umbruch.
Foto: Jana Margarete Schuler
Jana Schuler, Studentin der HsH, gewann ebenfalls einen True Picture Award mit ihrem Projekt «Zwischen Blut und Glitzer». Ihre Arbeit porträtiert mexikanische Wrestlerinnen, sogenannte Luchadoras, die sich trotz Gewalt und patriarchaler Strukturen mutig behaupten. Ihre Fotoserie zeigt, wie diese Frauen das kulturelle Erbe des mexikanischen Wrestlings nutzen, um gegen
Foto: Jonas Kako
Den Walo Kamm Awardfor Human Rights erhielt Jonas Kako für seine Reportage aus Grönland. Kako dokumentiert darin die sozialen, ökologischen und politischen Auswirkungen des globalen Wettstreits um die Rohstoffe der Insel. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen die Inuit, deren Lebensweise durch den internationalen Bergbau gefährdet ist.
Foto: Aliona Kardash
Eine Honorable Mention ging an Aliona Kardash für ihr persönliches visuelles Tagebuch «Zu Hause riecht es nach Rauch». Kardash verarbeitet darin ihre Gefühle zu Russland, ihrem Geburtsland, das durch den Angriffskrieg gegen die Ukraine auch ihre eigene Biografie nachhaltig verändert hat.
Übersicht über alle Preisträger*innen
TruePicture Award Daniel Chatard Jana Schuler Lea Greub
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Die Arbeitsgruppe «image market – business trends» hat gemeinsam mit der dpa Picture-Alliance untersucht, welche Rolle Künstliche Intelligenz in den Bildredaktionen von redaktionellen und werblichen Medien spielt. Die Studie liefert spannende Einblicke in einen sich wandelnden Arbeitsalltag.
Redaktion: Emil Eichinger
Abbildung: dpa picture alliance
Seit KI-Tools Ende 2022 massentauglich wurden, bestimmen sie zunehmend den Alltag der professionellen Bildpublizistik. Die Arbeitsgruppe «image market – business trends» am Studiengang Visual Journalism and Documentary Photography der Hochschule Hannover hat gemeinsam mit der dpa Picture-Alliance GmbH nun untersucht, wie weit KI-Tools tatsächlich in deutschen Medien genutzt werden. Prof. Lars Bauernschmitt, der die Studie leitete, formuliert die zentrale Frage: «Wie bewerten diejenigen, die täglich Bilder publizieren, die neue Technologie?»
KI-Tools haben die Bildbranche erreicht und werden Teil des Alltags bleiben und an Bedeutung gewinnen.
Lars Bauernschmitt
Die Untersuchung wurde als Online-Befragung zwischen Ende Januar und Ende Februar 2025 durchgeführt. Angeschrieben wurden fast 21.000 Redaktionen und Einzelpersonen. Im Zentrum standen elf Fragen zu statistischen Angaben sowie zur praktischen Nutzung und Einschätzung von KI-generierten Bildern. Ziel war eine praxisnahe Einschätzung, wie KI-Tools aktuell bewertet und eingesetzt werden – sowohl im journalistischen als auch im werblichen Bereich.
Zur Frage «Setzen Sie oder die Publikation(en), für die Sie antworten, KI-Tools ein?» gibt fast die Hälfte an, dass Tools zur Bildbearbeitung genutzt werden. Etwa jeder Vierte nutzt KI zur Recherche, zur Erstellung redaktioneller Texte oder für die Generierung von Bildern. Auffällig ist, dass rund ein Viertel aller Befragten aktuell komplett auf KI verzichtet. Auch den zukünftigen Einsatz KI-generierter Bilder lehnt etwas mehr als die Hälfte der Befragten ab. Strikter hingegen sind journalistische Medien, von denen zwei Drittel nicht planen, zukünftige KI-generierte Bilder zu nutzen.
Abbildung: dpa picture alliance
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Der professionelle Umgang mit KI in der Bildbranche ist differenziert. Obwohl KI-generierte Bilder nur etwa 1,1 Prozent der 2024 publizierten Bilder ausmachen, wächst das Interesse an dieser Technologie kontinuierlich. Bauernschmitt ist sicher: «KI-Tools haben die Bildbranche erreicht und werden Teil des Alltags bleiben und an Bedeutung gewinnen.»
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Sechs Auszeichnungen für Alumni des Studiengangs Visual Journalism and Documentary Photography
Redaktion: Emil Eichinger
Foto: Aliona Kardash, aus der Strecke «Darf ich raus?»
Foto: Hannes Jung, aus der Strecke «Herr Has effiliert seine Bücher»
Foto: Marian Lenhard, aus der Strecke «Wie weit weg ist Buchenwald?»
Foto: Marian Lenhard, aus der Strecke «Der Alte»
Foto: Patrick Selsonia, aus der Strecke «Station 67 – Notfall Kindermedizin»
Beim Hansel-Mieth-Preis 2025 gingen sechs der neun Auszeichnungen an ehemalige Studierende des Studiengangs «Visual Journalism and Documentary Photography».
Roman Pawlowski wurde für die Reportage «Was heißt schon «normal»?» (Geo) ausgezeichnet. Aliona Kardash erhielt den Preis für «Darf ich raus?» (Der Spiegel). Patrick Slesiona wurde für seine Bilder zu «Station 67» (Stern) geehrt. Hannes Jung erhielt eine Auszeichnung für «Herr Has effiliert seine Bücher» (Frankfurter Allgemeine Magazin). Marian Lenhard wurde gleich doppelt gewürdigt: für «Wie weit weg ist Buchenwald?» und «Der Alte» (beide erschienen in «Die Zeit»).
Der Hansel-Mieth-Preis wird seit 1999 jährlich von der Reportergemeinschaft Zeitenspiegel vergeben – in Erinnerung an die Fotoreporterin Johanna «Hansel» Mieth, die sich in ihrer Arbeit sozialen Themen widmete. Ausgezeichnet werden Reportagen, die gesellschaftlich relevante Themen mit erzählerischer und fotografischer Qualität verbinden.
Text und Bilder werden gleichrangig bewertet. Der Preis ist mit 6000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 25. Juni 2025 im Rathaus Fellbach bei Stuttgart statt.
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Ausstellung der Bachelorprojekte 2025: Neun visuelle Impulse für den Berufseinstieg
Vom 25. Juni bis 6. Juli präsentieren die Absolvent*innen des Studiengangs Visual Journalism ihre Arbeiten – praxisnah und gesellschaftlich relevant.
Redaktion: Emil Eichinger
Foto: Tom Wesse
Tom Wesse hinterfragt in «Natur / Mythos / Konstrukt» die Wahrnehmung von Natur im Kontext von Klimawandel und Artenverlust. Mit Infrarot-Fotografien stellt er die dualistische Vorstellung von Natur als vom Menschen getrennt infrage. Seine Arbeiten regen zur Reflexion über den wahren Zustand der Natur an.
Auch in diesem Semester stellen sich die 9 Absolvent:innen des Studiengangs «Visual Journalism and Documentary Photography» mit ihren Bachelorprojekten der Verantwortung, durch journalistische Integrität, sorgfältige Dokumentation und engagierte Berichterstattung neue Perspektiven zu schaffen. Dabei erkunden die Arbeiten ein breites Spektrum gesellschaftlich relevanter Themen: von der Rolle deutscher Rüstungsexporte und den realen Konsequenzen von Konflikten über persönliche Auseinandersetzungen mit Verlust, Trauer, Migration und Erinnerung bis hin zu urbanen Lebenswelten und dem Wandel unserer Naturwahrnehmung. Sie dokumentieren menschliche Geschichten und beleuchten Strukturen und Prozesse, die unseren Alltag prägen – sei es im maritimen Katastrophenschutz, der digitalen Nachrichtenanalyse oder im Umgang mit Gemeinschaft, deren Leidenschaft, Identität und globalen Herausforderungen.
Grafik: Raphael Knipping
Die Arbeit vonRaphael Knipping «Vermessung der Welt» untersucht, wie Überschriften die Meinungsbildung beeinflussen, basierend auf einer Analyse von über 500.000 Artikeln von «welt.de». Sie zeigt, welche Themen das Medium prägen und welche Muster sich in der Berichterstattung und deren Wirkung auf die öffentliche Wahrnehmung erkennen lassen.
Foto: Leon Joshua Dreischulte
Leon Joshua Dreischulte erforscht in seiner Arbeit «We Dig Through Millions Striving for Joy» urbane Komplexität, indem er alltägliche Orte und persönliche Geschichten in Berlin dokumentiert. Seine Arbeit beleuchtet, wie 3,8 Millionen Lebensrealitäten Identität, Zugehörigkeit und Orientierung im Wandel der Metropole prägen.
Foto: Hannah Aders
Die deutsche Rüstungsindustrie floriert mit Exporten im Wert von 13 Milliarden Euro. In der Arbeit «Made in Germany» beleuchtet Hannah Aders wie Rüstungsexporte aus Deutschland ihren Weg in Länder wie Saudi-Arabien, Israel oder Algerien finden und gibt Einblicke hinter die Kulissen von Institutionen und deren Genehmigungsprozessen.
Foto: Karsten Maatz
Karsten Maatz dokumentiert in dem Projekt «Schrauben an der Erinnerung» die Leidenschaft und den Zusammenhalt rund um die historischen Kleinbahnen beim Deutschen Eisenbahn-Verein in Bruchhausen-Vilsen, wo Ehrenamtliche gemeinsam Schienenfahrzeuge restaurieren und Geschichte lebendig halten.
Foto: Nerea Lakuntza
«Inconclusive» untersucht die zerstörte Bindung zwischen Mutter und Kind durch Zwangsadoptionen nach dem Spanischen Bürgerkrieg. Das Projekt, basierend auf einer persönlichen Familiengeschichte, bricht das Schweigen über diese verlorene Wahrheit und rekonstruiert verschollene Identität und Erinnerung. Von Nerea Lakuntza.
Foto: Cilia Klinger
In «Watched Yet Unseen» dokumentiert Cilia Klinger das Leben palästinensischer Bewohner:innen unter Besatzung in Al-Khalil und Masafer Yatta. Ihre Arbeit beleuchtet die gewaltfreie Resistenzen gegen Vertreibung und die ständige Überwachung, während Häuser und Ressourcen zerstört werden.
Foto: Jim Trinh
Jim Trinh nimmt uns mit nach Kiew. Seine ersten persönlichen Erfahrungen zeigen, dass hehre Absichten des Journalisten mit der Wirkung der Bilder aus den Medien nicht immer einhergehen müssen. Dennoch beinhaltet seine Dokumentation «It’s all very interesting what is happening», die Stimmung in Kiew sowie den Alltag vor Ort, welche von seinen Protagonist:innen vervollständigt wurden.
Foto: Fabian Wilking
Fabian Wilking wirft einen Blick auf das Havariekommando, eine Schlüsselstelle im maritimen Katastrophenschutz. Die Ausstellung gibt einen Einblick in die Entstehung und Funktion des Kommandos sowie seine präventiven und reaktiven Aufgaben. Sie verdeutlicht die Bedeutung der institutionellen Zusammenarbeit bei der Bewältigung von Krisen auf See.
Termine
Vernissage: 25.06.2025 19 Uhr
Ausstellungszeitraum: 25.06.2025 bis 06.07.2025 täglich 12-20 Uhr
In der Ausstellung werden die Bachelorarbeiten von Studierenden des Studiengangs «Visual Journalism and Documentary Photography» der Hochschule Hannover präsentiert. Tobias Eineder, ebenfalls Fotograf, Projektmanager und Studiengangskoordinator, realisiert gemeinsam mit den Absolvent*innen die Umsetzung der Projekte als Ausstellung in der GAF.
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Eine Exkursion zum Tagesspiegel, zu Miriam Zlobinski und zu Supa Stories in Berlin zeigt: Gute Geschichten sind kein Zufall – sondern das Ergebnis von Strategie, Gestaltung und Zielgruppenkenntnis.
Beim Tagesspiegel: Zwischen Printtradition und digitaler Innovation
Manuel Kostrzynski, Artdirektor und Leiter des Visual Departments beim Tagesspiegel, empfing die Gruppe. Der Rundgang begann im Newsroom und führte durch das Visual Department. Kostrzynski erklärte die organisatorischen Herausforderungen: «Auch wenn unser klarer Fokus auf den digitalen Inhalten und dem Vorantreiben der Storytellings liegt, ist die Printproduktion nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der täglichen Arbeit, der den Rhythmus mitbestimmt.»
Jeder Journalist muss Gestalter sein, und jeder Gestalter muss Journalist sein
Manuel Kostrzynski
Im Visual Department stellte Kostrzynski die verschiedenen Aufgabenbereiche vor: Layout, Bildredaktion, Infografiken und visuelle Gestaltung sind hier gebündelt. «Wir legen den Fokus auf Knallergeschichten», sagt Kostrzynski. Denn Storys müssen die Leserschaft inhaltlich packen aber auch visuell begeistern. Visuelles Denken ist dafür Grundvoraussetzung. «Jeder Journalist muss Gestalter sein, und jeder Gestalter muss Journalist sein», betonte er. Storytelling ist crossmedial – visuelle Elemente ersetzen zunehmend rein textliche Beschreibungen.
Das Visual Department treibt die «Storytelling-Offensive» des Tagesspiegels voran. Ziel ist es, Geschichten digital erlebbar zu machen und Inhalte visuell zu vermitteln. Dabei werden Texte mit vertikalen Videos und interaktiven Elementen verwebt.
Foto: Finn Winkler
Foto: Emil Eichinger
Foto: Emil Eichinger
Foto: Michael Hauri
Lunch-Talk mit Miriam Zlobinski: Wege in die Bildredaktion
Mittags traf sich die Gruppe mit Miriam Zlobinski im Restaurant Kohlenquelle. Die Historikerin, Kuratorin und Mitglied der Chefredaktion des ReVue Magazins berichtete ausführlich von ihrem beruflichen Werdegang und ihrer aktuellen Arbeit. Zlobinski hat sich «bewusst für das Reflektieren von Bildern entschieden und nicht für das Fotografieren». So richtet sich ihre Forschung auf das politische Bild im Fotojournalismus. Im Austausch mit Zlobinski gewannen die Studierenden wertvolle Einblicke in die Vielfalt ihres Berufsfeldes. Sie ermutigte, klare Karriereziele zu formulieren und teilte praxisnahe Tipps für den Einstieg in Bildredaktionen.
Supa Stories: Digital-First-Storytelling für junge Zielgruppen
Am Nachmittag besuchte die Gruppe die Produktionsfirma «Supa Stories» in der Kopenhagener Straße. Geschäftsführer Markus Heidmeier stellte die Entwicklung des Studios vor, die einst als «Kooperative Berlin» begann und heute digitale Medienproduktionen vor allem für öffentlich-rechtliche Sender realisiert. Supa Stories beschäftigt aktuell rund 20 Mitarbeitende, die in kleinen, interdisziplinären Teams arbeiten. Ein Schwerpunkt liegt auf datenbasierten Recherchen zu Nutzertrends, um Themen passgenau für junge Zielgruppen zu entwickeln.
Foto: Emil Eichinger
Foto: Emil Eichinger
Wir gehen konsequent von den Zielgruppen und ihren Bedürfnissen aus.
Markus Heidmeier
Redakteurin Anna Engelmann gab Einblick in die Formatentwicklung bei Supa Stories: Das Team beginnt mit einer umfassenden Analyse aktueller Trends. Anschließend werden die konkreten Nutzeranforderungen – gemäß dem in der Branche heiß disktuierten User Needs Modell 2.0 – erfasst. Das Modell ist den Studierenden bereits aus dem Educational Newsroom der HsH vertraut. Darauf folgt ein kreativer Prozess aus Brainstormings, in dem erste Ideen als prägnante log-lines formuliert und zu detaillierten Konzepten ausgearbeitet werden. Zielgruppenbedürfnisse, emotionale Ansprache und Informationsvermittlung stehen dabei im Fokus. Abschließend entstehen Vorschläge für konkrete Episoden und passende Hosts.
Die Exkursion inspirierte mit vielen neuen Impulsen. Der Kurs gewann ein tieferes Verständnis dafür, wie vielfältig, experimentell und dynamisch visueller Journalismus heute ist. Multimediales Storytelling, das gezielt auf die Bedürfnisse und Erwartungen der Zielgruppen ausgerichtet ist, wird dabei immer wichtiger.
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Zwischen Projekten, Bildern und Gesprächen entstand auf 5.000 Quadratmetern ein Raum für Begegnung und Inspiration an der Hochschule Hannover.
Redaktion: Emil Eichinger
Foto: Tim Kirchhof
Besucher*innen aus ganz Niedersachsen konnten vom 16. bis 19. Mai einen Blick hinter die Kulissen des Design Centers der Hochschule Hannover werfen. Studierende aller Studiengänge der Abteilung Design und Medien zeigten ihre kreative Bandbreite auf fast 5.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Die Werkschau 2025 war eine Mischung aus Ausstellung, Show und Begegnung. Sie machte deutlich, wie vielschichtig und lebendig die Studiengänge an der Expo Plaza sind.
Zur Eröffnung am Freitag füllten zahlreiche Besucher*innen das Design Center bis auf den letzten Platz. «Wir gehen von etwa 1.500 Besucher*innen allein am ersten Abend aus», sagt Tobias Eineder vom Planungsteam. Die Modenschau war wieder ein echter Publikumsmagnet. Studierende des Modedesigns präsentierten auf dem Laufsteg eigene Kollektionen, mutige Schnitte und ausgefallene Stoffe.
Foto: Tim Kirchhof
Foto: Tim Kirchhof
Ein gefragtes Angebot war das Portrait Fotoshooting. An zwei Tagen konnten Besucher*innen professionelle Aufnahmen von sich machen lassen – kostenlos. «Wir sind extra deswegen gekommen», sagt ein Besucher. «Es sind viele coole Bilder entstanden, auch ein paar spaßige.»
Foto: Tim Kirchhof
Wer nicht vor der Kamera stehen wollte, konnte an zahlreichen interessanten Talks und Workshops teilnehmen, wie dem Workshop «When Life Gives You Lemons» von Salome Ziermann. Die Teilnehmer*innen konnten mit Hilfe der Zitrone als Metapher diskutierten, wie Vorurteile entstehen und wie man ihnen aktiv begegnet.
Besonders: In diesem Jahr bespielten die Studierenden erstmals auch die Seilbahnhalle an der Lissabonner Allee. Dort inszenierten die Schwerpunkte Szenografie und Kostüm die performative Rauminstallation Yvonne schweigt. Parallel zeigte der Schwerpunkt Experimentelle Gestaltung eine Kunstausstellung in der alten Gondelstation. Tobias Eineder ist begeistert: «Dass wir einen zweiten Ort eingebunden haben, war ein Highlight. Das Design Center wirkte dieses Mal voller, runder und durchdachter.»
Am Sonntagabend zeigten Studierende aus Mediendesign und Visual Journalism & Documentary Photography bei Kinofeeling und Popcorn ihre Filme, die während des Semesters im Rahmen von Projekten oder Abschlussarbeiten entstanden sind.
Maschinelle Männlichkeit: Passend zum aktuellen Semesterthema «Männlichkeit» untersucht das Datenprojekt, welche Männerbilder KI-Modelle ausspucken und vergleicht die Ergebnisse mit aktuellen Netflix-Serien.Die Ergebnisse wurden auf der Werkschau vorgestellt.
Ich finde, das Programm war dieses Jahr wahnsinnig vielseitig.
Tobias Eineder
«Ich finde, das Programm war dieses Jahr wahnsinnig vielseitig. Wir hatten Workshops, Vorträge, Ausstellungen – und das aus allen Studiengängen», sagt Tobias Eineder. Auch die Resonanz war stark: «Ein Workshop ging zwei Stunden länger, weil die Leute so motiviert waren.»
Die Werkschau war ein voller Erfolg. Viele Besucher*innen zeigten sich beeindruckt von der Vielfalt und Qualität der gezeigten Arbeiten. Eine Besucherin brachte es auf den Punkt: «Man sieht hier so viel Unterschiedliches – das ist echt inspirierend.» Andere lobten die offene Atmosphäre und die Möglichkeit, mit den Studierenden ins Gespräch zu kommen. Kurz gesagt: Wer da war, ging mit neuen Eindrücken und viel Kreativität im Gepäck nach Hause.
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Studierende verbringen sechstägige Residency in Graz
Text: Karen Fromm
Foto: Ludwig Nikulski
Vom 28. April bis 3. Mai haben 15 Studierendedes Studiengangs «Visual Journalism and Documentary Photography» begleitet von Prof. Dr. Karen Fromm, Mario Wezel und Elias Holzknecht, beide Alumni des Studiengangs, im Rahmen einer sechstägigen Residency individuelle fotografische Projekte umgesetzt, die sich mit dem sozialen Stadtraum in Graz auseinandersetzen. Ein besonderer Fokus galt dabei der Sichtbarmachung sozialer Dynamiken und symbolischer Ordnungen sowie der Reflexion des eigenen fotografischen Prozesses. Wie wird Fotografie als Medium eingesetzt, um Welt zu erzählen und Wissen zu generieren? Angelehnt an eine Auseinandersetzung mit Pierre Bourdieu interessierte dabei ein «soziologischer Blick», mit dem soziale Strukturen analysiert wurden. In den sechs Tagen vor Ort, die begleitet wurden von einem Austausch mit lokalen Akteur*innen wie Camera Austria und dem Schaumbad – Freies Atelierhaus Graz entwickelten die Studierenden u.a. Projekte zu verschiedenen Stadtteilen in Graz, wie dem neu entstehenden Reininghaus, der Soziologie von Lernräumen, Jugendkulturen, türkischen Männercafés und Kleingartenkolonien, zur Bedeutung von Arbeit sowie eine Studie zur Autokratzerin von Graz in der Trdition des «speculative documentary».
Die Ergebnisse der Residency werden im Oktober in einer Ausstellung im Goethe Exil in Hannover gezeigt.
Wir stehen dir für dein persönliches Anliegen gerne zur Verfügung. Aufgrund der Vielzahl von Anfragen bitten wir dich jedoch, zuerst in unseren FAQ zu schauen, ob deine Frage vielleicht schon einmal beantwortet wurde.
Crowdfunding bis 20. April: «Die in der Hecke sitzt».
Die HsH-Absolventin Saskia Söhr begleitete fünf Frauen, die sich als Hexen verstehen – zwischen Selbstermächtigung und uralten Symbolen.
Redaktion: Emil Eichinger
Foto: Saskia Stöhr
Hexen sind nicht nur ein historisches Phänomen, sondern haben in einer zunehmend säkularisierten und naturentfremdeten Gesellschaft Konjunktur. Das Wort Hexe leitet sich unter anderem von dem althochdeutschen Begriff Hagazussa ab und bedeutet so viel wie «die in der Hecke sitzt». Doch wer sind diese Hexen? Woraus setzt sich ihr Weltbild zusammen und mit welchen Klischees werden sie auch heute noch in Verbindung gebracht?
Um das Hexentum der Neuzeit zwischen spiritueller Praxis, Weltanschauungen und Stereotypen zu betrachten, gewähren fünf Frauen, die sich als Hexen identifizieren, in dem fotografischen Essay einen Einblick in ihr magisches Handeln und Denken. Die frühneuzeitlichen Hexenverfolgungen, aber auch Mythen und Märchen, prägten das Bild der bösen, alten Hexe, doch die neuzeitlich entstandene Naturreligion des Hexentums scheint auf diese Assoziationen einen eigenen, positiveren Blick zu haben.
Saskia Stöhr, geboren 1995 in Aurich, ist Fotojournalistin und Porträtfotografin. Nach ihrer Ausbildung in Kiel studierte sie ab 2018 «Visual Journalism and Documentary Photography» an der Hochschule Hannover. In ihren Projekten verbindet sie Natur- und Umweltthemen mit Spiritualität und kultureller Vielfalt. Im Jahr 2024 beendete sie erfolgreich ihr Bachelorstudium.
Foto: Saskia Stöhr
Curtis (links) und Thanis (rechts) vollziehen gemeinsam ein Feuerritual, bei dem sie auf Zettel niedergeschriebene Sorgen verbrennen. Einige Hexen praktizieren gemeinsam, andere eher für sich allein.
Das Buch
120 Seiten, 16x23cm, Hardcover
Fotografien, Objektabbildungen und selbstverfasste Notizen der Protagonistinnen
Interviews mit den Protagonistinnen in einer extra Beilage, 22 Seiten
Nachwort zum Thema «Hexen heute» von der Autorin Anette Baumgarten
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Crowdfunding bis 30. April: «Was geschehen und nie geschehen ist».
Die ehemaligen HsH-Studentinnen Amelie Sachs und Paulina Metzscher geben Betroffenen von politisch motiviertem Kindesentzug in der DDR eine Stimme – in einem Buch, das per Crowdfunding finanziert werden soll.
Redaktion: Emil Eichinger
Das Familiengesetzbuch der DDR schrieb vor, dass Eltern ihre Kinder «zu aktiven Erbauern des Sozialismus» zu erziehen hatten, die dann als sozialistische Persönlichkeiten «die Arbeit zu achten», «die Sowjetunion zu lieben» und «die Grenzen – notfalls auch mit Waffengewalt – zu verteidigen» hatten. Folgten Eltern diesen Vorgaben nicht, hatte der Staat die Macht, ihnen das Erziehungsrecht zu entziehen.
Das Buch »was geschehen und nie geschehen ist« erzählt in Bild und Text die Suche von Andreas, Ortrud, Swen, Petra und Ivonne nach ihren Angehörigen. Die tatsächliche Zahl derer, die in der DDR von politisch motivierten Kindesentzug betroffen waren, ist bis heute unbekannt. Je nach Quelle ist die Rede von mehreren hundert bis zu mehreren tausend Kindern, die von ihren Eltern getrennt wurden.Bis heute ist das Thema Zwangsadoption umstritten, die Aufarbeitung von DDR-Unrecht dauert an.
Hinter dem Projekt stehen die ehemaligen HsH-Studentinnen Amelie Sachs und Paulina Metzscher sowie Eva Gemmer – ein Team aus Fotograf:innen, Filmemacher:innen und Journalist:innen. Ihre Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet. Das Projekt wuchs über fünf Jahre und wurde unter anderem von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten gefördert.
Mit dem Buch wollen sie mehr Bewusstsein schaffen – für ein Thema, das lange ignoriert wurde. «Diese Geschichten dürfen nicht verloren gehen», sagen sie. Wer das genauso sieht, kann das Projekt jetzt unterstützen.
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Die Gewinner*innen des renommierten World Press Photo Contests 2025 stehen fest. Gleich drei Auszeichnungen in der Region Europa und eine in der Region Südamerika gehen an Fotograf*innen, die im Studiengang «Visual Journalism and Documentary Photography» eingeschrieben sind oder die Internationale Klasse bei uns besucht haben.
Nanna Heitmann gewinnt bereits zum zweiten Mal einen Preis bei World Press Photo, diesmal in der Kategorie «Singles». Ihr Foto «Underground Field Hospital» zeigt einen verletzten Soldaten in einem unterirdischen Feldlazarett bei Bakhmut, Ukraine. Es erzählt von Gewalt, Verlust und den Folgen des Krieges in der Ukraine. Die im Studiengang «Visual Journalism and Documentary Photography» eingeschriebene Studentin arbeitet regelmäßig für die New York Times und ist Vollmitglied bei Magnum Photos. 2024 war sie Finalistin des Pulitzer-Preises in der Kategorie Feature Photography.
Rafael Heygster wird für seine Arbeit «Democracy Dies in Darkness» der Kategorie «Stories» ausgezeichnet. Er dokumentierte Wahlkampfveranstaltungen der AfD in Deutschland. Seine Arbeit erkundet, wie sich die rechtsextreme Partei medial inszeniert – und welche Gefahren das für demokratische Gesellschaften birgt. Rafael Heygster schließt in Hannover bald sein Bachelorstudium in «Visual Journalism and Documentary Photography» ab und arbeitet parallel als freier Fotograf.
Aliona Kardash erhält den Preis der Kategorie Long-Term Projects für ihre Arbeit «It Smells of Smoke at Home». Die in Sibirien geborene und in Hamburg lebende Fotografin dokumentiert den Besuch in ihrer alten Heimatstadt in Russland. Aliona versucht einzufangen, wie der Krieg uns verändert, und den Glauben daran zu stärken, dass persönliche Bindungen stärker sind als die Kräfte, die uns auseinanderreißen. Aliona, Mitglied des DOCKS-Kollektivs, arbeitet seit Jahren für internationale Medien wie Der Spiegel, Die Zeit und The Washington Post. Sie nahm 2017 an der International Class der Hochschule Hannover teil.
Santiago Mesa setzte sich mit seinem Projekt «Jaidë» in der Kategorie «Stories» der Region South America durch. Santiagos Arbeit handelt über die indigene Gemeinschaft der Emberá Dobida. Viele Emberá flohen vor Gewalt aus dem Regenwald in Kolumbien und leben heute am Rand der Gesellschaft in Bogotá. Mesa begleitet vor allem Frauen, die unter prekären Bedingungen leiden – und zeigt eine alarmierende Zunahme von Suiziden in der Gemeinschaft. Mesa absolvierte im Studiengang Visual Journalism and Documentary Photography die Internationale Klasse. Zuvor studierte er Journalismus und Bildende Kunst in Medellín.
Nanna Heitmann porträtiert einen Soldaten, der zwei Tage vor dem russischen Großangriff zwangsweise für die Separatisten in Donezk rekrutiert wurde. Später wurde er Teil der russischen Armee. Ihr Bild aus einem unterirdischen Feldlazarett gewinnt in der Kategorie „Singles“ der Region Europa.
Essen, Deutschland. Foto: Rafael Heygster
Die AfD erreichte 2025 mit 20,8 Prozent ein historisches Hoch. Im Jahr 2024 besuchte Rafael Heygster Kundgebungen der AfD, um die Art und Weise, wie sich die rechtsextreme Partei präsentiert, zu untersuchen und zu hinterfragen. Seine Arbeit «Democracy Dies in Darkness» gewinnt in der Kategorie «Stories» der Region Europa.
Essen, Deutschland. Foto: Rafael Heygster
Die AfD erreichte 2025 mit 20,8 Prozent ein historisches Hoch. Im Jahr 2024 besuchte Rafael Heygster Kundgebungen der AfD, um die Art und Weise, wie sich die rechtsextreme Partei präsentiert, zu untersuchen und zu hinterfragen. Seine Arbeit «Democracy Dies in Darkness» gewinnt in der Kategorie «Stories» der Region Europa.
Potsdam, Deutschland, 22.09.2024. Foto: Rafael Heygster
Die AfD erreichte 2025 mit 20,8 Prozent ein historisches Hoch. Im Jahr 2024 besuchte Rafael Heygster Kundgebungen der AfD, um die Art und Weise, wie sich die rechtsextreme Partei präsentiert, zu untersuchen und zu hinterfragen. Seine Arbeit «Democracy Dies in Darkness» gewinnt in der Kategorie «Stories» der Region Europa.
Magdeburg, Deutschland, 29.07.2023. Foto: Rafael Heygster
Die AfD erreichte 2025 mit 20,8 Prozent ein historisches Hoch. Im Jahr 2024 besuchte Rafael Heygster Kundgebungen der AfD, um die Art und Weise, wie sich die rechtsextreme Partei präsentiert, zu untersuchen und zu hinterfragen. Seine Arbeit «Democracy Dies in Darkness» gewinnt in der Kategorie «Stories» der Region Europa.
Essen, Deutschland, Juni 2024. Foto: Rafael Heygster
Die AfD erreichte 2025 mit 20,8 Prozent ein historisches Hoch. Im Jahr 2024 besuchte Rafael Heygster Kundgebungen der AfD, um die Art und Weise, wie sich die rechtsextreme Partei präsentiert, zu untersuchen und zu hinterfragen. Seine Arbeit «Democracy Dies in Darkness» gewinnt in der Kategorie «Stories» der Region Europa.
Magdeburg, Deutschland, 30.07.2023, Foto: Rafael Heygster
Magdeburg, Deutschland, 28.07.2023. Foto: Rafael Heygster
Die AfD erreichte 2025 mit 20,8 Prozent ein historisches Hoch. Im Jahr 2024 besuchte Rafael Heygster Kundgebungen der AfD, um die Art und Weise, wie sich die rechtsextreme Partei präsentiert, zu untersuchen und zu hinterfragen. Seine Arbeit «Democracy Dies in Darkness» gewinnt in der Kategorie «Stories» der Region Europa.
Deutschland, 07.12.2024. Foto: Rafael Heygster
Die AfD erreichte 2025 mit 20,8 Prozent ein historisches Hoch. Im Jahr 2024 besuchte Rafael Heygster Kundgebungen der AfD, um die Art und Weise, wie sich die rechtsextreme Partei präsentiert, zu untersuchen und zu hinterfragen. Seine Arbeit «Democracy Dies in Darkness» gewinnt in der Kategorie «Stories» der Region Europa.
Magdeburg, Deutschland, 28.07.2023. Foto: Rafael Heygster
Die AfD erreichte 2025 mit 20,8 Prozent ein historisches Hoch. Im Jahr 2024 besuchte Rafael Heygster Kundgebungen der AfD, um die Art und Weise, wie sich die rechtsextreme Partei präsentiert, zu untersuchen und zu hinterfragen. Seine Arbeit «Democracy Dies in Darkness» gewinnt in der Kategorie «Stories» der Region Europa.
Berlin, Deutschland, 16.12.2024, Foto: Rafael Heygster
Die AfD erreichte 2025 mit 20,8 Prozent ein historisches Hoch. Im Jahr 2024 besuchte Rafael Heygster Kundgebungen der AfD, um die Art und Weise, wie sich die rechtsextreme Partei präsentiert, zu untersuchen und zu hinterfragen. Seine Arbeit «Democracy Dies in Darkness» gewinnt in der Kategorie «Stories» der Region Europa.
Foto: Aliona Kardash/DOCKS Collective
In Ihrem Langzeitprojekt «It Smells of Smoke at Home» erzählt Aliona Kardash von Heimatverlust, Entfremdung und der Liebe zu Menschen, die an eine andere Realität glauben. Aliona Kardash wurde in Russland geboren und lebt heute in Deutschland. Für ihre Arbeit kehrt sie in ihre Heimat zurück – und gewinnt in der Kategorie „Long-Term Projects“ der Region Europa.
Foto: Santiago Mesa
Die Emberá sind eine indigene Gemeinschaft, die vor Gewalt aus dem kolumbianischen Regenwald nach Bogotá floh. Dort leben viele unter prekären Bedingungen, die Suizidrate steigt drastisch. Santiago Mesas Projekt «Jaidë» begleitet betroffene Emberá-Frauen und macht ihre Lebensrealität sichtbar – er gewinnt in der Kategorie «Stories» der Region «South America».
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Workshop mit Florian Müller und Tim Wagner am Dienstag, 13. Mai um 15:30 Uhr im Masterlabor DM.
Redaktion: Emil Eichinger
Hannover Shots Reference
Disclaimer: Computer generated image with the use of artificial interlligence.
Image taken from the ongoing project "/imagine: Germany"
Bildmaterial ausschließlich zur privaten Nutzung – Im weiteren gelten die angehängten AGB. ACHTUNG: Promptografie! Bild ist KI generiert!
Hannover Shots Reference
Disclaimer: Computer generated image with the use of artificial interlligence.
Image taken from the ongoing project "/imagine: Germany"
Bachelorarbeit Tim Wagner
KI ist längst Teil unseres Arbeitsalltags. Doch oft überwiegen Unsicherheit, Technikangst und ein medial aufgeheizter Diskurs den Blick auf ihre Potenziale. Was, wenn wir KI stattdessen als Werkzeug betrachten – als einen kreativen Impulsgeber? Welche KI-unterstützten Prozesse gibt es im Design? Sind sie bloß Effizienztreiber oder echte Innovationsmotoren?
Promptografien, KI-generierte Bilder, sind keine Zukunfts-vision mehr. Die Technologie zur Herstellung synthetischer Bilder, die Fotografien äußerlich ähnlich erscheinen, existiert und wird genutzt. Es liegt an uns, durch einen besonnenen, aber entschlossenen Umgang mit der neuen Technologie eine Haltung zu entwickeln, die über eine reflexartige Ablehnung hinausgeht. Am 13. Mai schauen Tim Wagner und Florian Müller in ihrem Vortrag dorthin, wo Promtografien und Fotografien in Konkurrenz zueinander treten und diskutieren neben den Herausforderungen auch mögliche Chancen der gegenwärtigen medialen Revolution.
Anfang April bot Prof. Dr. Jakob Vicari den Workshop «Ein KI-Ideen-Telefon für die HsH» an. In 90 Minuten entwickelten die Teilnehmenden eine KI-Hotline für kreative Geistesblitze. Die digitale Sparringspartnerin speicherte nicht nur Ideen, sondern half dabei, sie weiterzudenken. Eine spielerische Einführung in die Möglichkeiten von KI für kreative Prozesse.
In der neunteiligen Reihe erkunden verschiedene Studiengänge der Fakultät III – Design & Medien die Chancen, Herausforderungen und gezielten Einsatzmöglichkeiten von KI in der Gestaltung. Theoretisch und praxisnah, in Vorträgen, Workshops und Diskussionen – offen für alle Studierenden, Lehrenden, Mitarbeitenden und Interessierten.
Weitere Termine:
25.03 Produktdesign
01.04 Visual Journalism and Documentary Photography
29.04 Innenarchitektur
13.05 Visual Journalism and Documentary Photography
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Paneltalk mit Prof. Lars Bauernschmitt auf dem Pictaday 2025.
KI im Alltag von Bildagenturen und Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften.
Redaktion: Emil Eichinger
In einem Seminar zum Einsatz von Ki im Bildjournalismus bei Prof. Lars Bauernschmitt im Wintersemester 2024/25 visualisierte Riccardo Prevete Stationen der Biografie eines Drogendealers. Die Bilder entstanden in enger inhaltlicher und gestalterischer Abstimmung mit dem Protagonisten, der anonym bleiben will. In dem Seminar wurde untersucht, ob KI-generierte Bilder adäquate Darstellungen der zum Teil prekären Lebensverhältnisse sein können und wo technische und gestalterische Grenzen der neuen Technik sind.
Wie verändert Künstliche Intelligenz die Arbeit in Bildagenturen? Diese Frage steht im Mittelpunkt der sechsten Erhebung zum deutschen Bildermarkt. Prof. Lars Bauernschmitt , Michael Gottschalk, Head of Content bei dpa picture alliance, und Bildredaktuer Henner Flohr von der F.A.Z. diskutieren die Ergebnisse der Untersuchung am 3. April 2025 auf dem Pictaday in Hamburg. Spätestens seit Beginn des Jahres 2022 hat die Künstliche Intelligenz Einzug in die Arbeit mit Bildern in Zeitungen und Zeitschriften gehalten. Daraus ergeben sich Chancen und Risiken. Künstliche Intelligenz kann redaktionelle Abläufe beschleunigen. Sie hilft, Bilder zu beschriften oder Farbstimmungen anzupassen. Doch sie birgt Risiken. KI-generierte fotorealistische Bilder können Wirklichkeit suggerieren und Falschinformationen transportieren. Was bedeutet die neue Technik für die Arbeit in Bildagenturen und Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften und welche Konsequenzen ergeben sich für deren Zusammenarbeit?
Hinter der Studie steht die Arbeitsgruppe «image market – business trends» des Studiengangs Visual Journalism and Documentary Photography der Hochschule Hannover. In Zusammenarbeit mit dem Bundesverband professioneller Bildanbieter e.V. (BVPA) hat das Team unter Leitung von Prof. Lars Bauernschmitt untersucht, wie deutsche Bildagenturen KI-Technologien einsetzen und bewerten.
Ausführlich werden die Ergebnisse der Erhebung auf dem Pictaday am 03. April 2025 in Hamburg vorgestellt.
Paneldiskussion „KI im Alltag von Bildagenturen und Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften“
Wann: Donnerstag 3. April 2025, 17:30–18:15 Uhr
Speaker: Prof. Lars Bauernschmitt, Michael Gottschalk (dpa picture alliance), Henner Flohr (FAZ)
In einem ausführlichen Interview beleuchten Prof. Dr. Lars Bauernschmitt und Dr. Stefan Hartmann die Hintergründe und bewerten die Ergebnisse der aktuellen Erhebung.
KI ist für Bildagenturen ein zentrales Thema – auch wenn nur wenige KI-Bilder anbieten. Fast alle nutzen KI-Tools, vor allem für unterstützende Aufgaben wie Bearbeitung, Verschlagwortung und Recherche. Für kreative Prozesse wie Bild- oder Texterstellung bestehen größere Vorbehalte. Rechtliche Unsicherheiten und fehlende Nutzungsrechte für Trainingsdaten erschweren den Einsatz von KI-Bildgeneratoren – besonders für kleinere Agenturen. Auch die Frage des Urheberrechtsschutzes bleibt ungeklärt.
Ein zentraler Punkt der laufenden Diskussionen um die Künstliche Intelligenz im redaktionellen Alltag ist die Frage, in welchen Bereichen KI eingesetzt werden kann.
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Julius Schien als FUTURES Talent 2025 ausgezeichnet.
Mit seinem Langzeitprojekt «Rechtes Land» macht der Dokumentarfotograf unsichtbare Tatorte rechter Gewalt sichtbar – und erhält dafür eine renommierte Auszeichnung.
Redaktion: Emil Eichinger
Foto: Julius Schien
01-07-1990 – ERFURT Auf einem Spaziergang in der Nachbarschaft begegnet Heinz Mädel einer Gruppe von rechtsextremen Skinheads. Zwei 18-jährige Frauen lösen sich von der Gruppe und greifen Heinz unvermittelt an. Als dieser sich zu wehren versucht, schlagen sie den 58-Jährigen zu Boden und beginnen ihn mit Fußtritten zu malträtieren. Heinz Mädel erliegt wenige Tage später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Bis heute wird er in keiner offiziellen Statistik aufgeführt.
Die Triennale der Fotographie Hamburg hat den Dokumentarfotografen Julius Schien als eines der fünf FUTURES Talents 2025 nominiert. Damit wird seine Arbeit «Rechtes Land» gewürdigt. An seinem Langzeitprojekt arbeitet Julius Schien seit drei Jahren. «Rechtes Land» dokumentiert alle Orte, an denen seit der Wiedervereinigung Menschen durch rechte Gewalttaten ums Leben kamen
Der 1992 geborene Julius Schien studiert Visual Journalism and Documentary Photography an der Hochschule Hannover. In seiner fotografischen Praxis beschäftigt er sich mit der Frage, was es bedeutet, sich im 21. Jahrhundert mit dem politischen Erbe Deutschlands und der rechten Kontinuität des Landes zu beschäftigen. Seine Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet, darunter als Best Portfolio 2024 des Freundeskreises des Hauses der Photographie der Deichtorhallen Hamburg. Zudem ist Schien Teil der Masterclass On Documentary Photography 2024/25 des PhMuseum in Bologna und wird international ausgestellt.
Jedes Jahr wählen die FUTURES-Mitglieder eine Gruppe vielversprechender Künstler*innen aus, die durch das Netzwerk Zugang zu Fachleuten, Märkten und Publikum erhalten. Die diesjährigen Talente thematisieren mit ihren Projekten drängende gesellschaftliche Fragen – durch Fotografie, Film, Klang, KI, 3D-Scanning und Installationen.
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In der neunten Internationalen Klasse lernen Studierende von renommierten Expert*innen wie Mustafah Abdulaziz und Enver Hirsch.
Text: Emil Eichinger
Free time at the stadium. Some simply spend time outside, reading a book or playing chess. Photo: Polina Soyref
This youth detention center currently hosts around 70 inmates aged 14-18: most of them are sentenced for drug-related offenses, a few have committed robberies, car thefts, rape or murder.
Here boys go to school and to vocational college (both are on-site). They have access to sports, musical instruments, a library, and a theater studio. Volunteers often visit to help the boys socialize.
Many of them committed their crimes for money or because of peer pressure. Most came from small cities and dysfunctional families. Most express remorse and say they don’t want to be in prison again.
The boys climb the stairs in the building in which they live. Photo: Polina Soyref
A pot for drinking water at the stadium. Photo: Polina Soyref
Living quarters. The boys live in groups of four or five. Only a toothbrush and toothpaste can be stored in the room, all other personal items must be in a separate storage room, clothes can be stored in the clothing room. Photo: Polina Soyref
Portrait of a boy in the uniform that all inmates are obliged to wear. A badge is sewn to the robe, on it is his full name, date of birth, and the number of the unit. Photo: Polina Soyref
Im Sommersemester 2025 heißt die Hochschule Hannover internationale Nachwuchsjournalist*innen willkommen. Die neun Studierenden werden unteranderem von dem renommierten Fotografen Mustafah Abdulaziz in die Erzählformen der dokumentarischen Fotografie eingeführt. Im Kurs Photo Project begleitet Fotograf, Buchautor und Journalist Enver Hirsch die Teilnehmenden bei der Entwicklung ihres eigenen Fotoprojekts.
Die Studierenden aus sieben verschiedenen Ländern nehmen an der neunten International Class teil. Sie kommen aus Finnland, Russland, Bulgarien, Spanien, Ägypten, Japan und den USA. Sie sind Teil der Partner-Universitäten der Hochschule Hannover, wie der Texas State University, Hiroshima City University und dem Institut d’Estudis Fotogràfics de Catalunya. Das einsemestrige Programm besuchen neben den internationalen Gästen auch ausgewählte Studierende aus Hannover. Die gemeinsamen Seminare fördern den inspirierenden Austausch kultureller und fotografischer Perspektiven, während die Studierenden Erfahrungen teilen und sich gegenseitig unterstützen.
Dass die International Class weit mehr als ein Austausch ist, sondern nachhaltige Spuren hinterlassen kann, zeigt Giovanni De Mojana. Der ehemalige Teilnehmer überzeugte jüngst die Jury des Sony World Photography Awards 2025 mit seinem Projekt «Khatoon». Darin porträtiert er Frauen in Pakistan und beleuchtet ihre zentrale Rolle im gesellschaftlichen Wandel. Seine Bilder erzählen von den Kämpfen und Errungenschaften einer neuen Frauengeneration und bieten eine Gegenperspektive zu gängigen westlichen Stereotypen.
Foto: Giovanni de Mojana
Mädchen trainieren im Boxing Girl Club in Lyari, Karatschi, unter der Leitung von Trainerin Summaiya, 28 (in der Mitte). Einst von Bandenkriegen und militärischen Razzien geplagt, die die Bewohner als Kriminelle behandelten, wandelt sich Lyari langsam zu einem Zentrum der Integration und des Multikulturalismus. In einer kleinen, 20 Quadratmeter großen Turnhalle stellen junge Athleten die gesellschaftlichen Normen durch Boxen in Frage und gewinnen so an Stärke und Unabhängigkeit in einer Gesellschaft, die sie oft unterdrückt.
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Der Studiengang gewinnt mit Prof. Dr. Jakob Vicari einen Experten für datengetriebene Recherche und digitale Medienforensik.
Text: Emil Eichinger
Foto: Heinrich Holtgreve
Eine Kuh schluckt einen Sensor – und Journalismus nimmt eine neue Form an. Jakob Vicari liebt es, mit verrückten Experimenten die Grenzen des journalistischen Erzählens auszuloten. Ab März 2025 bringt er diese Leidenschaft als Professor für Datenjournalismus und Digitale Medienforensik in den Studiengang Visual Journalism and Documentary Photography an der Hochschule Hannover ein. Der Absolvent der Deutschen Journalistenschule und Pionier im Sensordatenjournalismus entwickelte bereits zahlreiche innovative Projekte: 2018 gründete er gemeinsam mit Astrid Csuraji das Innovationslabor tactile.news in Lüneburg, spezialisiert auf Dialogformate und Künstliche Intelligenz. Jetzt profitieren die Studierenden von seinen kreativen Impulsen und seiner experimentierfreudigen Praxis.
Mit Jakob Vicari baut der Studiengang Visual Journalism and Documentary Photography seine Kompetenz im Bereich Datenjournalismus gezielt aus. Die Studierenden verbinden künftig visuelles Erzählen noch stärker mit datengetriebenen Methoden, indem sie innovative Formate wie interaktive Visualisierungen, KI-gestützte Bildanalysen und datenbasierte dokumentarische Projekte entwickeln und praktisch umsetzen. So werden die Studierenden gezielt auf einen Medienmarkt vorbereitet, in dem datengestützte Recherche, KI-Kompetenzen und forensische Analysefähigkeiten zu Wettbewerbsvorteilen in der journalistischen Berufspraxis werden.
Ich setze starkauf praktische Projekte, die Studierenden helfen, zukunftsorientierte journalistische Kompetenzen zu entwickeln.
Prof. Dr. Jakob Vicari
Vicari lehrt an der Hochschule Hannover auch im Studiengang Journalistik (BJO). Sein Schwerpunkt liegt auf datengestützter Recherche, KI-gestütztem Storytelling und der kritischen Analyse digitaler Inhalte. Denn «Quellenkritik ist wichtiger denn je: KI-generierte Inhalte müssen besonders kritisch geprüft werden», betont Vicari. Besonders wichtig ist ihm das gemeinsame Experimentieren mit den Studierenden – gerne auch abseits etablierter Formate. Im Sommersemester 2025 bietet er den Kurs «Maschinelle Männlichkeit» an, der untersucht, welche Bilder Künstliche Intelligenz von Männlichkeit entwirft. Im Projekt «Butterfly Diaries» entsteht ein von Studierenden entwickeltes Beobachtungssystem zur Dokumentation der Metamorphose von Schmetterlingen. Vicari setzt auf praxisnahe Projekte, die Studierenden helfen, zukunftsorientierte journalistische Kompetenzen zu entwickeln – vom KI-gestützten Storytelling bis hin zur kritischen Analyse digitaler Medienprodukte.
Künstliche Intelligenz spielt in der Lehre eine wachsende Rolle. Vicari sieht sie als «Superkraft, die wir uns aneignen müssen», warnt aber vor der zunehmenden Abhängigkeit von Tech-Konzernen. Jetzt entscheide sich, so Vicari, ob neue Tech-Monopole entstehen oder ob es gelinge, eine offene, demokratisch kontrollierte Technologie aufzubauen. Dabei sei es besonders wichtig, dass Studierende KI nicht nur anwenden, sondern auch verstehen, um sie kritisch hinterfragen zu können.
Vicaris Spezialgebiet ist der Sensordatenjournalismus – eine journalistische Praxis, bei der Sensoren eingesetzt werden, um Daten zu generieren oder zu sammeln und so Recherchen zu vertiefen. Dabei könne es sich um Live-Daten handeln, aber auch um Aufzeichnungen aus Datenloggern. Ein Beispiel dafür ist sein Projekt «Superkühe», bei dem er für den WDR 30 Tage lang drei Milchkühe auf drei verschiedenen Bauernhöfen begleitete. Jede Kuh hatte einen Sensor geschluckt, der in Echtzeit Daten aus ihrem Inneren übermittelte: Wie viel trinkt, frisst oder produziert eine Kuh tatsächlich? Die gesammelten Informationen wurden unmittelbar auf einer Webseite und über einen Chatbot veröffentlicht, mit dem Nutzer*innen direkt interagieren konnten. Ziel solcher Projekte sei es laut Vicari, «dass wir Menschen mit solchen Projekten eine ganz andere Verbindung zu unserer Umwelt und den Tieren um uns herum aufbauen können». Projekte wie «Superkühe» verdeutlichen außerdem, wie Daten neue visuelle Zugänge zu gesellschaftlichen Themen schaffen können.
KI Lab Reihe an der Fakultät III
Prof. Dr. Jakob Vicari bietet am 1. April den Workshop «Ein KI-Ideen-Telefon für die HsH» an. Hier entwickeln Teilnehmende in 90 Minuten eine KI-Hotline für kreative Geistesblitze. Die digitale Sparringspartnerin soll Ideen nicht nur speichern, sondern aktiv weiterentwickeln. Eine spielerische Einführung in die Möglichkeiten der KI für kreative Prozesse.
Die Veranstaltung ist Teil der neuen Reihe «KI Lab», in der verschiedene Studiengänge der Fakultät III Vorträge, Workshops und Diskussionen zu Potenzialen, Herausforderungen und dem gezielten Einsatz von KI anbieten. Mal praxisnah, mal theoretisch – offen für alle Studierenden, Dozierenden und Interessierten.
Dienstag, 1. April 2025, 14 Uhr – 15:30 Uhr, im Masterlabor, Expo Plaza 2, 30539 Hannover
Wir stehen dir für dein persönliches Anliegen gerne zur Verfügung. Aufgrund der Vielzahl von Anfragen bitten wir dich jedoch, zuerst in unseren FAQ zu schauen, ob deine Frage vielleicht schon einmal beantwortet wurde.
Bachelor-Projekte von 14 Absolvent*innen wurden im Januar in Hannover ausgestellt.
Text: Nora Börding und Marie-Luise Kolb
Fotografie aus der Arbeit «Unsichtbare Last» von Sebastian Günther.
Fotografie aus der Arbeit «The forgotten stories of the Boat Drivers» von Nora Börding und Anne Speltz
Fotografie aus der Arbeit «give us a place to rot» von Fabian Schwarze
Standbild aus dem Dokumentarfilm «Inner Burning» von Finn Winkler und Kim Christin Zeidler.
Fotografie aus der Arbeit «Man flüstert: Der Krieg naht» von Julius Nieweler.
Fotografie aus der Arbeit «The Message Will Self-Destruct» von BEN J/Y AMIN.
Fotografie aus der Arbeit «Weisses Gold» von Marie-Luise Kolb.
Fotografie aus der Arbeit von Lennard Schwarz.
Fotografie aus der Arbeit «Echos» von Marian Pepaj.
Fotografie aus der Arbeit «Monuments of Division» von Michael Hinz.
Fotografie aus der Arbeit «Wo suchen wir?» von Marcel Zeumer.
Standbild aus dem Dokumentarfilm «Inner Burning» von Finn Winkler und Kim Christin Zeidler.
Krieg und Frieden, Flucht und Hoffnung, Glaube und Erinnerung: In den 14 Bachelor-Projekten der Absolvent*innen des Studienganges «Visual Journalism and Documentary Photography» finden sich allgegenwärtige gesellschaftsrelevante Metathemen wieder. Sie untersuchen Erinnerungskultur, erkunden unser Grundnahrungsmittel Brot oder hinterfragen die europäische Migrationspolitik. Präzise und fokussiert fotografieren und filmen die Absolvent*innen Menschen und Regionen, deren Geschichten erzählt werden müssen.
So zeigen Nora Börding und Anne Speltz in ihrem Fotobuch «The forgotten Stories of the Boat Driver» die systematische Kriminalisierung von Geflüchteten an europäischen Außengrenzen. Durch eine enge Zusammenarbeit mit den Betroffenen selbst visualisieren sie deren Schicksale und hinterfragen die europäische Gesetzgebung. Denn diese sorgt dafür, dass Hunderte in Italien und Griechenland unschuldig im Gefängnis sitzen.
Michael Braunschädel wiederum nimmt uns mit auf die Intensivstation des Mannheimer Universitätsklinikums. In seiner Arbeit «Intensiv auf intensiv» macht er die emotionalen und sozialen Dimensionen dieser besonderen Arbeits- und Lebenswelt sichtbar.
Der Absolvent Julian Busch beleuchtet mit seiner Bachelor-Arbeit «Bab al-Mandab – Das Tor der Tränen» die gefährliche Migrationsroute über eine der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt. Jährlich führt sie Hunderttausende auf der Flucht vor Armut und Konflikten vom Horn von Afrika auf die Arabische Halbinsel.
Den langfristigen Auswirkungen von Landminen in Bosnien und Herzegowina widmet sich Sebastian Günther in seinem Projekt «Unsichtbare Last». Durch dokumentarische Arbeit und Interviews zeigt er, wie diese auch Jahrzehnte nach dem Krieg das Leben der Menschen gefährden und den Wiederaufbau der Region erschweren.
Dagegen beschäftigt sich Michael Hinz für seinen Bachelor mit visuellen Elementen deutscher Erinnerungskultur am Beispiel der Aufarbeitung der SED-Diktatur. Mittels dokumentarfotografischer Ansätze soll die künstlerische Arbeit «Geteilte Erinnerung» ein Impuls sein, um sich mit der deutschen Teilungsgeschichte auseinanderzusetzen.
Marie-Luise Kolb geht der Frage nach, welche Bedeutung das Gemüse Spargel in Deutschland hat. Auf der Suche nach dem Ursprung der Spargelkultur kombiniert sie in ihrem Buch «Weißes Gold» dazu eigene Fotografien, Archivmaterial und Texte.
In der Republik Moldau gewährt Julius Nieweler mit «Man flüstert: Der Krieg naht» einen Einblick in die gesellschaftliche Stimmung während der Wahlwochen. Seine Arbeit thematisiert dabei nicht nur die politischen Ereignisse, sondern schaut auch auf eine Bevölkerung, die gespalten ist zwischen europäischer Annäherung und Angst vor dem Verlust kultureller Identität durch einen drohenden Krieg zwischen dem Westen und Russland.
Nach dem Zerfall Jugoslawiens in den 1990er-Jahren entstanden auf dem Balkan sieben Nachfolgestaaten, die bis heute von inneren und äußeren Spannungen geprägt sind. Marina Pepaj erkundet in «Echos» das Erbe des ehemaligen Jugoslawiens und dessen Einfluss auf Identität und Alltag.
Lennard Schwarz erforscht mit seinem Magazin die deutsche Brotkultur. Im Bewusstsein der Herausforderungen einer ganzen Branche, fragt er nach Wegen, die Brotkultur angesichts von Klimawandel und wirtschaftlichem Strukturwandel nachhaltig zu bewahren.
Ein Jahr lang begleitete Fabian Schwarze Menschen, die «‹Do it yourself›-Skatespots in Hamburg bauen. Diese Orte der Utopie zeigt er in seinem Buch «give us a place to rot». Für Fabian Schwarze sind sie nicht nur Plätze zum Skaten, sondern auch Zufluchtsorte für Menschen, die nicht in die Konzepte der Gesellschaft passen oder passen wollen.
Für ihren Dokumentarfilm «Inner Burning» begeben sich Kim Christin Zeidler und Finn Winkler mit den Veteranen Philipp Dörr nach Südafrika. Während er mit einer Gruppe von Freiwilligen Buschfeuer bekämpft, beleuchten sie Verbindungen zu seinen traumatischen Erfahrungen aus dem Afghanistan-Krieg.
Marcel Zeumer untersucht, wie zeitgemäß Religionen für die Suche nach Antworten heute noch sind. Für sein Magazin «Wo suchen wir?», betrachtet er einerseits Religion im Allgemeinen. Gleichzeitig geht er sehr konkret auf ein Benediktinerkloster in Österreich ein.
Unterstützt wird die Ausstellungs-Produktion durch Tobias Eineder, ebenfalls Fotograf, Projektmanager und Studiengangskoordinator. Er realisiert gemeinsam mit den Bachelor-Absolvent*innen die Umsetzung der Projekte als Ausstellung in der GAF.
Wir stehen dir für dein persönliches Anliegen gerne zur Verfügung. Aufgrund der Vielzahl von Anfragen bitten wir dich jedoch, zuerst in unseren FAQ zu schauen, ob deine Frage vielleicht schon einmal beantwortet wurde.
Abschlussausstellung des Sammeln-Kurses im Goethe Exil.
Am 31. Januar präsentieren die Studierenden ihre Arbeiten rund um das Thema Sammeln im Goethe Exil.
Text: Anjou Vartmann
Eine Collage der Bilder der Studierenden.
Ein Semester lang haben sich die Studierenden des Studiengangs «Visual Journalism and Documentary Photography» der Hochschule Hannover mit dem Thema «Sammeln» beschäftigt. Unter Leitung von V. Prof. Anna Stemmler und Prof. Christoph Bangert wurde sich sowohl theoretisch als auch praktisch mit verschiedenen Arten des Sammelns auseinandergesetzt. In ihren Arbeiten haben sich die Studierenden klassischen Archiven, persönlichen Erinnerungen oder ausgefallenen Sammlungen gewidmet. Im Rahmen der Semester-Abschlusspräsentation werden Videoformate, Fotobücher, gedruckte Arbeiten und vieles mehr ausgestellt.
Alle Arbeiten werden am 31.01.2025 in einer Ausstellung im Goethe Exil zu sehen sein. Kommt vorbei und tauscht euch mit den Fotograf*innen über ihre Arbeiten aus!
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Kim Christin Zeidler und Finn Winkler werden für ein Bild vom Hochwasser in Bayern im Sommer 2024 ausgezeichnet.
Text: Die Redaktion
Foto aus der Serie «Hand in Hand gegen die Flut» von Finn Winkler und Kim Christin Zeidler
An einem Freitag Ende November 2024 wurden Kim Christin Zeidler und Finn Winkler bei dem Wettbewerb «Pressefoto Bayern» in der Kategorie «Umwelt und Energie» ausgezeichnet. Die beiden Studierenden waren im Juni 2024 während dem Hochwasser in Bayern in die betroffenen Gebiete gereist. Dort begleiteten sie freiwillige Helfer zweier Hilfsorganisationen, die in der Nähe von Ingolstadt Unterstützung leisteten. Ausgezeichnet wurde eine Fotografie, die zwei Mitglieder der Schweizer Hilfsorganisation «22nd Wildlife Association» bei der Arbeit zeigt.
Die Preisverleihung fand im bayerischen Landtag statt. Die Jury bemerkte dabei in ihrem Statement, das ausgezeichnete Bild habe sie besonders beeindruckt, weil es einen Akt der Solidarität zeige: «Dabei hat die fotografische Szene etwas sehr Malerisches. Das löst den Akt vom aktuellen Geschehen und macht ihn zu einer Darstellung von etwas Universellem.»
Kim Christin Zeidler, geboren 1996 in Buxtehude absolvierte vor ihrem Studium in Hannover eine Ausbildung zur Mediengestalterin. Sie studierte mit einem Erasmus+ Stipendium ein Jahr lang an der Danish School of Media and Journalism in Aarhus und arbeitet freiberuflich als Grafikerin und Bildredakteurin. Ihre Bilder wurden auf ZEIT Online und in dem Schweizer Magazin «Saiten» publiziert. Finn Winkler wurde 1997 in München geboren und arbeitet als freier Foto- und Videojournalist in Berlin. Seine Bilder wurden unter anderem in FAZ, NZZ, Stern und dem ZEITmagazin veröffentlicht. Im Jahr 2023 wurde er für einen Film beim internationalen College Photographer of the Year Wettbewerb ausgezeichnet.
Der Wettbewerb «Pressefoto Bayern» wird jährlich vom Bayerischen Journalistenverband (BJV) ausgetragen und verzeichnete mit 1130 eingereichten Fotografien in diesem Jahr die höchste Beteiligung in der Geschichte des Wettbewerbs. Über die Pressefoto-Auszeichnung schreibt der BJV, man wolle damit die Arbeit von Fotojournalist*innen würdigen, die Zeitgeschehen im Bild festhalten und damit aussagekräftige Dokumente über das Tagesgeschehen hinaus schaffen würden. Gleichzeitig wolle man damit Aufmerksamkeit auf die schwieriger werdenden Arbeitsbedingungen für Fotojournalist*innen lenken. In der Vergangenheit wurde bereits der HsH-Absolvent Jan Staiger als Gesamtsieger des Wettbewerbs ausgezeichnet.
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Der HsH-Student erhält für sein Projekt «Castle in the Clouds» den Sonderpreis der Sir-Greene-Stiftung.
Redaktion: Finn Winkler
Der Fotograf Lenny Steinhauer widmet sich in einem seiner Projekte dem Ihme-Zentrum, eines der wohl bekanntesten Gebäude Hannovers. Diese Dystopie eines vergangen Großraumprojektes ist mittlerweile eine Ikone und ist die Heimat von vielen jungen Projekte wie z.B. der Kulturetage von ZwischenRaum e.V. oder der Galerie Brutal.
Der Student Lenny Steinhauerwird in diesem Jahr mit dem Sonderpreis der Sir-Greene-Stiftung ausgezeichnet. Dieser wird einmal im Jahr für besondere journalistische Leistungen vergeben und zeichnet ein abgeschlossenes Projekt aus. Er ist mit einer Summe von 2000 Euro dotiert. Lenny Steinhauer wird damit für sein Projekt «Castle in the Clouds» geehrt.
In dem Projekt beschäftigt sich der Student sich mit dem Ihme-Zentrum in Hannover. Dies ist ein gigantisches, brutalistisches Gebäude, welches ursprünglich als Stadt in der Stadt geplant war. Es wurde auf dem größten zusammenhängenden Betonfundament Europas errichtet. Inzwischen hat das Ihme-Zentrum allerdings mit Leerstand, Verfall und gescheiterten Sanierungsversuchen zu kämpfen. In Lenny Steinhauers Fotografien würde all das sichtbar, schrieb die Sir-Greene-Stiftung auf ihrer Website. Sichtbar würden aber auch die anrührenden Geschichten der Menschen, die im Ihme-Zentrum leben. Die Jury habe einhellig befunden, dass dieses Projekt es verdiene, ausgezeichnet zu werden.
Lenny Steinhauer wurde 1994 in Zwickau geboren. Momentan lebt er in Wien. Die Sir-Greene-Stiftung gehört zum Presse Club Hannover und fördert seit 2002 Nachwuchs-Journalist*innen. Sie ist benannt nach dem britischen Journalisten Sir Hugh Carleton Greene. Dieser war Generaldirektor bei der BBC und begründete nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem NWDR die erste öffentlich-rechtliche Rundfunk-Anstalt in Deutschland. Mit dem Sonderpreis der Sir-Greene-Stiftung wurde in der Vergangenheit auch die HsH-Absolventin Maria Klenner ausgezeichnet.
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Ausstellung zum VGH-Fotopreis bis 12. Januar in der GAF.
Redaktion: Finn Winkler
13. April 2024, Peine
Jacob (8) leidet an pulmonaler arterieller Hypertonie und steht kurz davor, auf die Warteliste für eine Lungentransplantation zu kommen. Einmal jährlich fährt seine Familie in ein Kinderhospiz, um Kraft für die schwierige Zeit zu sammeln.
Es ist wieder so weit: Am 4. Dezember 2024 wird um 19:00 Uhr in der Galerie für Fotografie die Ausstellung mit den diesjährigen Finalist*innen des VGH Fotopreises eröffnet. Zentrum der Ausstellung ist die Arbeit «Ohnmächtige Stille» des Preisträgers Anton Vester. Darin beschäftigt sich der 28-jährige Fotograf mit dem Thema der Organspende. Dieses ist in aktuellen Debatten wenig präsent, obwohl in Deutschland rund 8.400 Patient*innen auf der Warteliste für ein Spenderorgan stehen. Guido Schmidtke, Senior Photo Editor beim Magazin STERN berichtete im September aus dem Jury-Prozess: «Es gab eine große Einstimmigkeit für die Geschichte von Anton Vester. Die Konzentration auf das Warten der Betroffenen, gepaart mit den wahnsinnig intensiven Porträts, das hat uns alle überzeugt».
Neben der Arbeit des Gewinners Anton Vester werden auch die Arbeiten von Jonathan Funk, Lisa-Maria Gruber und Ludwig Nikulski ausgestellt.
Der in der Region verbreitete Alltagsrassismus ist auf einem Traktorfest in Chemnitz allgegenwärtig. Foto: Jonathan Funk
So fotografierte der Student Jonathan Funk seine Arbeit «Ortskontrollfahrt» im Kontext der diesjährigen Landtagswahl in Sachsen. In der Arbeit beleuchtet er die aktuellen Herausforderungen für die deutsche Demokratie und den zunehmend sichtbar werdenden Rechtsruck. Jonathan Funk zeigt, wie Fremdenfeindlichkeit, rechtsextreme Demonstrationen und ein Vertrauensverlust in etablierte Parteien eine Grundlage für extremistische Strömungen schaffen.
Foto: Lisa-Maria Gruber
Lisa-Maria Gruberwiederum begleitet in einfühlsamen Bilden den jungen Palästinenser Qaher Harhash auf seiner Rückkehr nach Ost-Jerusalem. Dieser kämpft zwischen seiner Modelkarriere in Berlin und der Suche nach Identität mit inneren Konflikten. Lisa-Maria Grubers Arbeit «The Face» ist damit die Geschichte eines jungen Mannes, der nach Zugehörigkeit und einem selbstbestimmten Leben sucht.
Der Dnister ist Teil der Grenze zwischen Moldawien und der Ukraine. In den Grenzregionen ist es verboten, den Fluss zu fotografieren. Foto: Ludwig Nikulski
Ludwig Nikulski beschäftigt sich in dem Projekt «Pod Palmami – Unter den Palmen» mit der Frage, ob und wie sich die Anwesenheit des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine in seiner Abwesenheit bemerkbar macht. So reiste Ludwig Nikulski zwischen 2022 und 2024 mit einer analogen Großformatkamera entlang der westlichen Außengrenzen des angegriffenen Landes. Seine visuelle Betrachtung der Grenzregionen kombiniert der Fotograf mit Gedankenfetzen über die Nachbarschaft des Krieges und das Phänomen der Grenze. Die Arbeit wurde bereits mit dem «Nachwuchskunstpreis für Bildende Kunst Mecklenburg-Vorpommern 2024» und mit dem «Feature Shoot Emerging Photography Award» ausgezeichnet.
Der VGH Fotopreis wird seit 2008 ausschließlich unter den Studierenden des Studiengangs «Visual Journalism and Documentary Photography» der Hochschule Hannover vergeben. Er ist mit 10.000 Euro eine der am höchsten dotierten Auszeichnungen für Fotografie im deutschsprachigen Raum und wird von der Versicherungsgesellschaft Hannover (VGH) gestiftet. Die VGH schreibt über den Preis auf der Website, die Hochschule Hannover sei im Bereich der Fotografie eine Talentschmiede von europäischem Renommee, wo die zukünftigen die Berufsfotograf*innen von morgen ausgebildet würden. Mit dem Fotopreis wolle die VGH einen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität der Studienlandschaft in Niedersachsen leisten.
Ort: Galerie für Fotografie in der Eisfabrik (GAF) Seilerstraße 15d 30171 Hannover
Der Eintritt ist frei.
Öffnungszeiten: 5. Dezember – 12. Januar 2025, Do. bis So. von 12 bis 18 Uhr
Am Heiligabend, dem 1. und 2. Weihnachtstag hat die GAF nicht geöffnet. Auch nicht an Silvester und am 1. Neujahrstag.
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Felix Gaedkte ist gemeinsam mit Gayatri Parameswara Gründer des VR-Produktionsstudios NowHere Media und seit dem Wintersemester 24/25 als Lehrbeauftragter für das Seminar «Immersive Journalism» an der Hochschue Hannover tätig. Felix Gaedtke führte unter anderem bei dem 360°-Projekt «You Destroy. We Create.» die Co-Regie. Darin thematisiert er die Antworten ukrainischer Künstler*innen auf den russischen Angriffskrieg. Das Projekt wurde für einen Emmy nominiert und gewann in diesem Jahr einen Peabody Award.
Felix Gaedtke hat jahrelange Erfahrung im journalistischen Einsatz von Virtual Reality. So war er zuvor bei der VR-Doku «Home After War» als Creative Producer involviert. Darin geht es um das Problem von improvisierten Sprengfallen im vom IS befreiten Falludscha. Für ihn liegen in dieser Form der Aufbereitung journalistischer Geschichten große Chancen. So beschrieb Gaedtke der Fachzeitschrift «Menschen Machen Medien» im Interview: «Die Authentizität der Erfahrung ist unübertreffbar, weil du dich als individueller Zuschauer ganz selbständig durch den Raum bewegst.»
Er selbst sieht seine Arbeit im Zeichen der «Constructive Virtual Reality». Der Zeitschrift «Message» erklärte er, es sei problematisch, wenn man die Welt nur als etwas Negatives empfinde: «Dieser ‹negative news bias›, dieses Gefühl, dass wir alle den Kopf in den Sand stecken können, bringt uns nicht weiter.» Felix Gaedtke ist überzeugt davon, dass es helfen könne, wenn man Lösungsansätze oder Hoffnung zeige.
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Tagung mit Beiträgen von HsH-Professorin Karen Fromm und Absolvent Jakob Schnetz am 05.12.2024 in Essen.
Pressetext der Veranstaltung
Kritik scheint allgegenwärtig, als demokratische Praxis, als politische Haltung, als wissenschaftlicher Modus oder ästhetisches Urteil. Kritik üben heißt zunächst einmal die trennscharfe Analyse und Beschreibung eines Gegenstandes, zu der sich auch ein normatives Moment der Bewertung mischen kann. Obwohl Kritik ursprünglich eine sprachliche Fähigkeit ist, wird gemeinhin auch Bildern und besonders Fotografien die Möglichkeit zugesprochen, Kritik zu artikulieren. So wird nicht nur Kritik an Bildern geübt, sondern auch kritisches Potenzial in Fotografien erkannt oder eine kritische Botschaft mit ihnen ausgedrückt. Im Zentrum der Veranstaltung stehen Fragen nach den theoretischen, historischen und praktischen Implikationen, die mit der Übertragung einer sprachlich-logischen und auf Herstellung von begrifflicher Eindeutigkeit abzielenden Fähigkeit in den genuin vieldeutigen und affektiven Bereich der Bilder einhergeht.
Die abschließende Podiumsdiskussion mit der Fotografin und Kulturwissenschaftlerin Vera Brandner, den Bildwissenschaftlerinnen Karen Fromm und Verena Straub sowie dem Fotohistoriker und Literaturwissenschaftler Bernd Stiegler schließt an die vorangegangene Tagung an. Sie versucht, das theoretische Problem fotografischer Kritikmöglichkeit ausgehend von einer preisgekrönten Fotoserie des ebenfalls anwesenden laif-Fotografen David Klammer über aktivistische Aktionen in deutschen Braunkohlerevieren zu diskutieren. Im Vergleich mit anderen zeitgenössischen und historischen Darstellungsstrategien werden Produktions- und Rezeptionskontexte sowie Akteur*innen und Bildtraditionen in den Blick genommen, die sich kritisch mit ökologischer Krise und Extraktivismus befassen. Die für die Tagung grundlegende Matrix von Kritik an, in und mit Fotografien soll dabei den Zugang zur Analyse der jeweiligen Phänomene ermöglichen. Im Gespräch zwischen Vertreter*innen fotografischer Theorie und Praxis sollen so abschließend Grenzbereiche journalistischer, aktivistischer und künstlerischer Fotokritik ausgelotet werden.
Die Veranstaltung ist kostenlos. Zur Teilnahme an der Tagung ist eine Anmeldung erforderlich. Bitte melden Sie sich hierzu bei Marion Fiekens: marion.fiekens@kwi-nrw.de
Für die Podiumsdiskussion ist keine Anmeldung erforderlich. Einen Link zur Online-Teilnahme an der Podiumsdiskussion finden Sie beizeiten auf der KWI-Homepage.
Mit Beiträgen von: Vera Brandner, Karen Fromm, David Klammer, Peter Liedtke (Impuls), Lukas Schepers (Organisation), Jakob Schnetz (Organisation), Petra Steinhardt, Bernd Stiegler, Verena Straub
Programm:
Panel I: 10:00–13:00 im KWI/Gartensaal
Bilder als Akteure von Kritik: historische und theoretische Perspektiven
Panel II: 14:00–17:00 im KWI/Gartensaal und Museum Folkwang
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Der Student Rafael Heygster und Absolvent Thomas Victor sprechen beim «ACT THROUGH IMAGES/IMAGES THAT ACT» Symposium am 30. November 2024 über den medialen Umgang mit der AfD.
Wie soll der mediale Umgang mit der AfD stattfinden? Unter anderem um diese Frage soll es beim diesjährigen «Jagen & Sammeln» Symposium mit dem Titel «ACT THROUGH IMAGES/IMAGES THAT ACT» gehen. Überthema des Symposiums in den Deichtorhallen Hamburg sind die Erkennung und Sichtbarmachung von Machtstrukturen. Behandelt wird diese Sichtbarmachung am Beispiel der Berichterstattung über den Ukraine-Krieg und der Darstellung von Abtreibungen.
Die Materie ist für die Veranstalter*innen besonders aktuell und relevant. So heißt es in der Veranstaltungsankündigung, auf Social-Media-Plattformen würden die Grenzen zwischen Produzent*innen, Rezipient*innen, Subjektivität und Objektivität verschwimmen. Die damit verbundenen Machtstrukturen und die Verselbstständigung fotografischer Bilder innerhalb dieser würden Journalismus, Politik und das gesellschaftliche Bildkonsumverhalten vor enorme Herausforderungen stellen. Das Ziel des Symposiums solle deshalb sein, gemeinsam mit den Besucher*innen Denkanstöße zu geben und Orientierungsansätze zu diskutieren.
In diesem Rahmen findet auch ein Panel-Talk statt, bei dem der Student Rafael Heygster, der Absolvent Thomas Victor, sowie Lara Huck von der ZEIT und die freie Journalistin Maria Timtschenko miteinander sprechen. Thema dieses Panels wird der mediale Umgang mit der AfD sein. Die Partei ist höchst umstritten und wird in Teilen als «gesichert rechtsextremistische Bestrebung» eingestuft.
Sowohl Rafael Heygster als auch Thomas Victor hatten in der Vergangenheit über die AfD berichtet. So war Rafael Heygster für den SPIEGEL bei der Europawahlversammlung des AfD Parteitags in Magdeburg. Dabei habe er sich laut seiner Agentur FOCUS die Frage gestellt, wie er als Fotojournalist mit der Darstellung von Demokratie-Feinden, Faschist*innen und Vertreter*innen menschenverachtender Ideologien umgehen könne.
Thomas Victor wiederum, der 2017 sein Studium in Hannover abschloss, verfügt über eine jahrelange Erfahrung im medialen Umgang mit der AfD: So initiierte er bereits im Jahr 2016 gemeinsam mit dem Reporter Raphael Thelen das Projekt «Neue Normalität». Dabei reisten die beiden Journalisten drei Monate durch Sachsen, um die Empfänglichkeit vieler Menschen für rechtes Gedankengut zu verstehen.
Organisiert wird das Symposium vom «Freundeskreis des Hauses der Photographie». Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Medium der Fotografie durch Führungen, Symposien, Künstlergespräche, austellungsbegleitende Veranstaltungen, Kulturreisen und Portfoliosichtungen zur fördern.
Veranstaltungsprogramm:
13:30: Uhr: Kuratorinnen-Führung durch die aktuelle Ausstellung mit Nadine Isabelle Henrich, PHOXXI
Symposium:
14:30 Uhr: Einlass Auditorium Halle für aktuelle Kunst
14:45 Uhr: Begrüßung und Einführung, Viktor Hois und Marie Hübner
(Diese Veranstaltung findet auf Englisch statt, die Vortragenden werden digital dazugeschaltet.)
16:00 Uhr: Pause
16:30 Uhr: Panel Talk: (Foto-)journalistischer Umgang mit der AfD
Rafael Heygster, Fotograf/Agentur Focus Thomas Victor, Fotograf/Agentur Focus Lara Huck, Bildredakteurin/DIE ZEIT und Maria Timtschenko, Journalistin/«Wie Rechte reden»
Kosten: 15 Euro Mitglieder, Studierende & better together (2 für 1-Tickets bis 30 Jahre) 20 Euro Nicht-Mitglieder. Die Teilnahme am Jahresgabenempfang ist kostenlos.
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Prof. Michael Hauri mit einem Vortrag über visuelle Berichterstattung und Faktenprüfung im Educational Newsroom.
Redaktion: Finn Winkler
Verschiedene Schwerpunktthemen des Online-Magazins (Screenshots visualjournalism.de/magazin)
Wie authentisch können Medien sein? Beim diesjährigen Kurt-Schwitters-Symposium wird dieser Frage am 7. und 8. November 2024 bei zahlreichen Vorträgen ausführlich nachgegangen. Das Thema der «Authentizität in den Medien» beruht für die Veranstalter*innen nämlich auf einem Paradox: Einerseits könnten Medien de facto nicht authentisch sein, denn sie seien Konstruktionen für die massentaugliche Kommunikation. Gleichzeitig brauche eine große Gesellschaft aber «mediale Authentizitätsverfahren, um gemeinsam verbürgte Werte, Normen und Wurzeln zu entwickeln».
Denn Authentizitätszuschreibungen würden bestimmte historische Repräsentationen aus der Masse der Mitteilungen hervorheben. Damit, so schreiben die Veranstalter*innen im Programm, statten sie Medien mit einer besonderen Autorität aus und dienen so einer gesellschaftlichen Evidenzzuschreibung. Dieses Spannungsfeld vertiefen die Sprecher*innen des Symposiums in einer ganzen Reihe von Vorträgen und Diskussionen. Darin beleuchten sie unterschiedliche mediale Felder, so geht es beispielsweise um Dokumentarfilme, Design und Psychogramme.
Prof. Michael Hauri wird im Rahmen des Symposiums am Freitag, 8. November um 12:15 Uhr einen Vortrag mit dem Titel «Glaubwürdigkeit durch Kooperation? Visuelle Berichterstattung und Faktenprüfung im Educational Newsroom» halten. Dabei wird er von den Erfahrungen im Educational Newsroom des Studiengangs Visual Journalism and Documentary Photography erzählen. Im Rahmen dieses Educational Newsrooms wird seit dem Sommer 2023 das Online-Magazin des Studiengangs herausgebracht.
Michael Hauri möchte sich zwei Aspekten der Authentizität in den Medien widmen, die in der Fachliteratur bisher selten beleuchtet wurden: Das ist zum einen die Rolle von Fotojournalist*innen, die Ungenauigkeiten in Text-Reportagen aufdecken. Gleichzeitig geht es aber auch um die Funktion von Faktenprüfer*innen, die Fehler und Ungereimtheiten rund um den Einsatz von Bildern identifizieren. Hauri vertritt dabei die These, dass eine gelungene Zusammenarbeit zwischen diesen unterschiedlichen Akteur*innen vor allem in der alltäglichen Berichterstattung zu einem deutlich höheren Maß an Präzision im Journalismus führt. Deshalb bietet der von ihm initiierte Educational Newsroom den Studierenden die Gelegenheit, praxisnahe Erfahrungen mit redaktionellen Arbeitsweisen zu sammeln und die Rolle der verschiedenen Akteur*innen zu reflektieren.
Symposium «Authentizität in den Medien» Donnerstag, 7. November 10-18 Uhr Freitag, 8. November 9-16:30 Uhr
Glaubwürdigkeit durch Kooperation? Visuelle Berichterstattung und Faktenprüfung im Educational Newsroom Vortrag von Prof. Michael Hauri Studiengang Visual Journalism and Documentary Photography Freitag, 8. November 12:15-12:45 Uhr
Ort: Hochschule Hannover, Expo Plaza 2, 30539 Hannover (Hörsaal des Design Centers)
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Design, Fotografie, Journalismus: Entdecke dein Studium in den Medien.
Am 14. Januar 2025 lädt die Hochschule Hannover ein, Design- und Medien-Studiengänge hautnah zu erleben: Workshops, Gespräche und spannende Vorträge bieten Orientierung und Inspiration.
Redaktion: Finn Winkler
Foto: Kristina Kaysen
Wer sich für ein Studiumim Medien-Bereich interessiert, kann am 14. Januar 2025 die einschlägigen Studiengänge der Hochschule Hannover besonders genau kennenlernen. So bietet sich an diesem Tag für Studieninteressierte die Möglichkeit, beim Medien_special in die Studiengänge Visual Journalism and Documentary Photography, Journalistik, Mediendesign (Film) sowie Visuelle Kommunikation hineinzuschnuppern.
Von 14:00 bis 17:00 Uhr können Studieninteressierte an diesem Nachmittag ein vielfältiges Programm aus allen vier Studiengängen wahrnehmen und auch mit eingeschriebenen Studierenden sprechen. Außerdem wird genauer über die Studienschwerpunkte informiert, es gibt die Möglichkeit zur Studienberatung und auch praktische Workshops.
Um einen besseren Überblick über die unterschiedlichen Medien-Studiengänge zu bekommen, können die Besucher*innen jede Stunde zwischen den Workshops wechseln. Dadurch ist es problemlos möglich, an einem Nachmittag mehrere der Studiengänge zu begutachten. Um eine Anmeldung unter f3-dm-starthilfe@hs-hannover.de wird gebeten.
Das Medien_special ist Teil der Veranstaltungs-Reihe «Design probieren / Design studieren». In diesem Rahmen bieten an der Hochschule Hannover die Studiengänge der Fakultät III immer wieder die Möglichkeit für genauere Einblicke in das Studium.
Zeit: Dienstag, 14. Januar 2025, 14:00 – 17:00 Uhr
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Mappenberatung bei Prof. Christoph Bangert. Foto: Vladislav Laptev
Mappenberatung bei Prof. Lars Bauernschmitt. Foto: Maximilian von Lachner
Die Teilnahme an einem der Beratungstermine ist auch dann möglich, wenn keine eigenen Arbeiten vorliegen. Foto: Vladislav Laptev
Du interessierst dich für den Studiengang Visual Journalism and Documentary Photography, bist aber unsicher, ob deine Mappe passt oder hast einfach nur Fragen? Dann nutze unsere Mappenberatung. Die Teilnahme ist auch online möglich!
Ob du deine eigenen Arbeiten zeigen möchtest oder einfach nur Orientierung suchst – wir sind für dich da. Die Mappenberatung bietet dir die Chance, gezielt Feedback zu deinen Projekten zu erhalten oder dich unverbindlich über den Bewerbungsprozess und die Studieninhalte zu informieren. Du hast keine eigenen Arbeiten? Kein Problem! Komm gerne vorbei, um Fragen zu stellen und mehr über das Studium zu erfahren.
Unsere Expert*innen unterstützen dich dabei, den nächsten Schritt zu gehen und dein Potenzial zu entfalten. Sichere dir jetzt deinen Beratungstermin und starte in deine Zukunft!
Was du von der Mappenberatung mitnehmen kannst:
-Fundiertes Feedback zu deiner Mappe oder deinen Ideen -Detaillierte Einblicke in den Bewerbungsprozess und die Studieninhalte -Tipps zum Portfolioaufbau und zur Weiterentwicklung -Unverbindliche Beratung – auch ohne eigene Arbeiten
Wir stehen dir für dein persönliches Anliegen gerne zur Verfügung. Aufgrund der Vielzahl von Anfragen bitten wir dich jedoch, zuerst in unseren FAQ zu schauen, ob deine Frage vielleicht schon einmal beantwortet wurde.
1. Fokus auf journalistisches und dokumentarisches Erzählen
Der Studiengang legt einen in Deutschland einzigartigen Schwerpunkt auf journalistische Fotografie, Multimedia und visuelles Storytelling. Das hebt uns stark von anderen Fotografie-Studiengängen ab. So erinnert sich die Absolventin Amelie Sachs, die vor ihrem Studium in Hannover Fotodesign in München studierte: «Ich habe recht schnell gemerkt, dass mir das Studium in München zu breit aufgestellt ist. Für mich war damals dann klar, dass ich mich hauptsächlich für den Bildjournalismus interessiere.» Der Studiengang in Hannover war deshalb genau das richtige für sie. Auch für die Studentin Hannah Aders ist der journalistische Fokus ein besonderes Auszeichnungmerkmal der Hochschule Hannover. Sie erinnert sich: «Das war damals für mich die einzige Option, wegen der Ausrichtung auf die klassische Dokumentarfotografie. Bielefeld und Essen waren mir zu künstlerisch.»
Seit 2000 hat sich unser Studiengang, ehemals bekannt als «Fotojournalismus und Dokumentarfotografie», einen herausragenden Ruf aufgebaut. Unsere Dozent*innen und Mitarbeiter*innen haben allesamt jahrelange Berufserfahrung im visuellen Journalismus und kennen die Branche international sehr gut. Dadurch bieten sie dir eine professionelle Beratung und Unterstützung in allen Phasen des Studiums. Durch unsere Verbindungen zu Medienhäusern und Fachzeitschriften haben unsere Studierenden die Möglichkeit, wichtige Kontakte für ihre berufliche Zukunft zu knüpfen. Für Elke Latinović, Leiterin Crossmedia bei ZEIT Sprachen, steht der Studiengang Visual Journalism and Documentary Photography außerdem besonders für einen offenen Austausch. Sie kommt zu dem Schluss: «Alle Studierenden finden hier ihren Weg.»
«Hochwasserpegel der Weser bei Brake, Dezember 2023- Januar 24», Datenvisualisierung von Michael Matthey
2. Fachliche Aus- und Weiterbildung auf höchstem Niveau
Du hast bereits eine Ausbildung in der Fotografie oder als Mediengestalter*in? Großartig, dann kannst du mit unserem Studiengang perfekt darauf aufbauen. So wie wir für noch unerfahrene Nachwuchs-Talente offen sind, freuen wir uns auch über Menschen, die schon jahrelang mit Medien arbeiten. So hatte zum Beispiel die Absolventin China Hopson bereits vor dem Studium eine Ausbildung zur Portraitfotograf*in absolviert. Wenn sie an ihre Studienzeit zurückdenkt, kommt sie zu dem Schluss: «Ich habe auch vieles gelernt, was ich in der Ausbildung nicht gelernt habe. Ich habe viel von meinen Komiliton*innen gelernt und eine Toolbox an die Hand bekommen, mit der ich mich jetzt als Fotografin frei entfalten kann.» Denn das besondere bei uns ist, dass du bei uns mehr als nur die handwerkliche Herangehensweise an Fotografie und Film lernst. Bei uns übst du im Studium zahlreiche Recherche-Tool und Storytelling-Techniken. Du machst dir Gedanken über Medien-Ethik und die angemessene Repräsentation von Themen, genauso wie über Bildsprache und Bildbearbeitung. Unsere vielfältige Herangehensweise ist wichtig, denn die Medienwelt befindet sich in einem stetigen Wandel. Wir bereiten dich darauf vor, dass du dich auch in Zukunft darin zurecht findest.
Foto: Minoo Hassanzadeh aus der Arbeit «Zone C»
3. Finanzielle Unterstützung und individuelle Förderung
Unser Studiengang bietet Studierenden einzigartige Fördermöglichkeiten. So gibt es für Studierende der Hochschule Hannover die regelmäßige Gelegenheit, sich auf das «WIR/Deutschland STIPENDIUM» und auf das «Landesstipendium Niedersachsen» zu bewerben. Zusätzlich bietet die Hochschule Hannover außerdem ein spezielles Besten-Förder-Programm an. Natürlich unterstützen dich unsere Lehrenden immer gerne bei der Bewerbung für diese Stipendien!
Eine weitere Besonderheit an unserem Studiengang ist die enge Kollaboration mit dem TruePicture-Mentoring-Programm. TruePicture ist ein Förderprojekt für junge und engagierte Fotojournalist*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit CHF 15’000 (ca. 15.827 Euro) und dem damit verbundenen Coaching ist es eine großartige Möglichkeit, um ein Langzeit-Projekt zu verwirklichen. Für die Teilnahme trifft in der Regel eine Nominierungs-Kommission eine Vorauswahl und eine zweite Jury wählt drei Gewinner*innen aus. Wir haben als Kooperations-Partner dieses Mentoring-Programms ein besonderes Kontingent an Nominierungen. In der Vergangenheit wurden dadurch bereits zahlreiche aktuelle und ehemalige Studierende gefördert.
Buche bis zu drei kostenlose Termine. Während der Gespräche beantworten wir deine Fragen zum Studium und zu deinem Portfolio.
Unsere Studierenden gewinnen regelmäßig Preise. Darunter befanden sich in der Vergangenheit unter anderem mehrere World Press Photo Awards, mehre Leica Oscar Barnack Awards und der Inge Morath Award. Unsere Absolvent*innen arbeiten in zahlreichen unterschiedlichen Funktionen für führende Medienhäuser wie die ZEIT, den Spiegel, FAZ, National Geographic und die New York Times. Manche unserer Absolvent*innen werden freiberufliche Fotojournalist*innen, andere wiederum schlagen den Weg in Bildredaktionen ein. Aber auch zahlreiche andere Berufswege, zum Beispiel in PR und NGO-Öffentlichkeitsarbeit sind problemlos möglich.
Dadurch, dass inzwischen Absolvent*innen der Hochschule Hannover in fast allen großen Medienhäusern vertreten sind, verfügt unser Studiengang über ein ausgesprochen wertvolles Alumni-Netzwerk. Studierende und Absolvent*innen tauschen sich regelmäßig miteinander aus, teilen Auftrags-Anfragen oder geben Recherche-Tipps. Dieses große Netzwerk ist dann ungemein hilfreich, wenn du eine Geschichte bei einem Magazin anbieten, dich über Auftrags-Honorare austauschen oder für Auslands-Recherchen nach lokalen Kontakt-Personen suchen möchtest.
Wenn du mehr über die beruflichen Werdegänge unsere Absolvent*innen erfahren möchtest, findest du hier vier Interviews mit unseren Alumni Jonas Wresch, Frank Schinski, China Hopson und Maria Feck.
Jonas Wresch machte seinen Bachelor-Abschluss im Jahr 2015. Danach erhielt er das begehrte Stern-Stipendium. Seitdem arbeitetet er weltweit im Auftrag von Magazinen und Zeitungen. So portraitierte für Die Zeit Rebellen im Dschungel Kolumbiens, für GEO begleitete er Seenotretter bei ihren Einsätzen in der Nordsee.
China Hopson studierte bis 2019 an der Hochschule Hannover und absolvierte ein Auslandssemester in Birmingham. Seitdem arbeitet sie für zahlreiche Kund*innen wie die ZEIT, das Greenpeace Magazin, Vogue Germany und die Süddeutsche Zeitung. Außerdem engagiert sie sich im Female Photoclub und leitet die Ortsgruppe Hannover.
Frank Schinskimachte im Jahr 2006 sein Abschluss an der Hochschule Hannover. Nur drei Jahre später wurde er Mitglied der renommierten Fotograf*innen-Agentur Ostkreuz. In seinen Arbeiten beschreibt er alltägliche und doch sehr besondere Situationen.
Maria Feck studierte Kommunikationsdesign in Hamburg und Fotojournalismus in Hannover und Aarhus. Sie gewann unter anderem den n-ost-Reportagepreis, den Hansel-Mieth-Preis/digital und wurde mehrmals durch die VG Bildkunst gefördert.
5. Wir denken Journalismus digital
2022 haben wir unseren Studiengang neu ausgerichtet, um mit den Veränderungen in der digitalen Medienlandschaft Schritt zu halten. Das geschieht insbesondere durch die Integration neuer Technologien wie Datenvisualisierung und Virtual Reality. Wir bieten innovative Kurse wie «Digital Storytelling» und «Immersive Journalism» an, die auf die aktuellen Entwicklungen im Journalismus abgestimmt sind. Das bereitet dich optimal auf eine Karriere in dieser durch stetigen Wandel geprägten Branche vor. Die Studierenden der Hochschule Hannover haben dabei in der Vergangenheit selbst die Modernisierung im Journalismus stark mitgestaltet und geprägt. So erinnert sich Dr. Jens Radü, Chef vom Dienst bei SPIEGEL.de: «Schon vor fast einem Jahrzehnt haben wir mit Studierenden aus Hannover im Ressort Multimedia die ersten Visual Stories produziert, die dann auch viel Aufmerksamkeit bekamen und viele Journalistenpreise gewonnen haben.»
Mit nur 35 Studierenden pro Semester bietet unser Studiengang eine familiäre Lernumgebung. Das ermöglicht intensives Feedback und persönliche Betreuung. Du hast die Freiheit, eigene Projekte zu entwickeln und umzusetzen. Dabei erhältst du Zugang zu modernstem Equipment und Software, sowie Studio-, Druck- und Schnitt-Räumen. So kannst du viele unterschiedliche Herangehensweisen ausprobieren und herausfinden, was für dich am besten funktioniert. Das besondere dabei ist natürlich, dass du neben unseren Lehrenden von einem großen Netzwerk unterstützt wirst. Denn der Austausch und Zusammenhalt zwischen den Studierenden spielt bei uns eine große Rolle. So erinnert sich der freie Fotograf Daniel Chatard an die Solidarität seiner Mitstudierenden in Hannover: «Auch wenn man mit einer Sache nicht weiterkam – irgendwer konnte es einem immer erklären»,
Screening von Seminararbeiten im «Goethe Exil». Foto: Rafael Heygster
7. Praxis, Praxis, Praxis
Im «Educational Newsroom» können unsere Studierenden ein digitales Magazin in einer praxisnahen Umgebung produzieren. Das bereitet sie einerseits auf den Redaktions-Alltag vor, außerdem erlangen ihre Arbeiten eine größere Sichtbarkeit. Gleichzeitig ist auch ein halbjähriges Pflichtpraktikum Teil des Studiums bei uns. Dieses kannst du je nach Interesse zum Beispiel als Fotojournalist*in, als Bildredakteur*in, in Videoproduktions-Firmen oder in einem Museum absolvieren. So gibt es beispielsweise feste Praktikums-Kooperationen mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und der Leipziger Volkszeitung. Dort arbeitest du sechs Monate lang als Tageszeitung-Fotograf*in und lernst ein schnelles und professionelles Arbeiten.
Außerdem existiert eine langjährige Recherche-Kooperation mit der Reportage-Schule Reutlingen, bei der du gemeinsam mit Journalismus-Schüler*innen zwei Wochen lang an einer großen Geschichte arbeiten kannst. Die Ergebnisse aus dieser Zusammenarbeit wurden in der Vergangenheit unter anderem im ZEITmagazin, der Süddeutschen Zeitung und dem Stern gedruckt.
Durch diese praxisnahe Orientierung sorgen wir dafür, dass viele unserer Studierenden bereits während dem Studium für renommierte Medienhäuser arbeiten. Henner Flohr, Leiter der FAZ-Bildredaktion, bekräftigt selbst: «Die Studierenden aus Hannover setzen sich sehr ernsthaft mit der journalistischen Fotografie auseinander und sind auf einem hohen Niveau praxisnah ausgebildet.»
MAGNUM-Fotografin Bieke Depoorter mit Teilnehmenden der Internationalen Klasse im Sommersemester 2023. Foto: Kristina Kaysen
8. Internationalität und Sprachkompetenz
Unsere Seminare werden auf Deutsch und Englisch angeboten, was die internationale Vernetzung fördert. Zusätzlich dazu existiert im Studiengang auch die internationale Klasse. Das ist ein halbjähriges Programm, bei dem internationale Studierende und Medienschaffende ein Semester lang an der Hochschule Hannover studieren. Die Seminare der internationalen Klasse sind auch für die fest in Deutschland lebenden Studierenden des Studiengangs offen. In der internationalen Klasse haben wir in den Vergangen Jahren zahlreiche bekannte Gastdozent*innen eingeladen. Darunter waren beiden MAGNUM-Mitglieder Bieke Depoorter und Stuart Franklin. Aber auch die preisgekrönten Fotograf*innen Andrea Gjestvang, Mads Nissen und Dominic Nahr haben schon in diesem Rahmen unterrichtet.
Ab dem dritten Semester stehen den Studierenden zahlreiche Wahlmöglichkeiten offen, um ihr eigenes Profil zu schärfen. Du kannst dich an den drei Studienprofilen «Photography», «Digital Journalism» und «Documentary Practices» orientieren. Das hat den Vorteil, dass du dein Studium sehr individuell auf deine persönlichen Stärken und Interessen abstimmen kannst. Je nach Interesse kannst du an zahlreichen unterschiedlichen Projekten teilnehmen. So fand im letzten Jahr beispielsweise das kollaborative Fotoprojekt «How are you Hannover?» statt. Dort arbeiteten Studierende gemeinsam mit jungen Menschen zusammen, um deren Lebensrealität sichtbar zu machen. Andere Studierende ergriffen selbst die Initiative und organisierten im Juni 2023 gemeinsam mit Lehrenden die Ausstellung «Identity, Courage, Love», Aber es gibt auch ganz andere Herangehensweisen, so fand im Jahr 2022 ein groß angelegtes Datenprojekt statt. Dabei recherchierten unsere Studierende gemeinsam mit der ebenfalls an der Hochschule Hanover angesiedelten Journalistik darüber, welche Daten sie erzeugen und wo sie verfügbar sind. Durch diese zahlreichen Möglichkeiten bieten wir dir eine große individuelle Freiheit, die sich in einem gut strukturierten Rahmen entfalten kann.
Foto: Jan A. Staiger und Malte Uchtmann
10. Fundierte wissenschaftliche Ausbildung
Als Ergänzung zu praktischen Seminaren vermitteln wir unseren Studierenden ein umfassendes Verständnis für fotografische Theorie, Medienethik und Fotogeschichte. In zahlreichen Kursen erlernen sie ein fundiertes wissenschaftliches Arbeiten. Außerdem bietet unser Studiengang einen wichtigen Raum für einen offenen Austausch über Fragen von journalistischen und ethischen Herangehensweisen. Die Hochschule Hannover treibt in diesem Rahmen auch selbst die Forschung und den Diskurs über den visuellen Journalismus voran. Der Studiengang veranstaltet in diesem Rahmen auch regelmäßig Symposien, bei denen Expert*innen über aktuelle Fragen in der Branche diskutieren.
Mit diesem vielfältigen und zukunftsorientierten Angebot bereitet unserer Studiengang dich ideal auf eine erfolgreiche Karriere in den Medien vor. Wenn du dich für gesellschaftlich relevante Themen, visuelles Erzählen und journalistische Recherchen interessierst, ist die Hochschule Hannover die perfekte Wahl.
Einen genauen Ablaufplan zum Bewerbungsprozess findest du auf unserer Seite unter «Bewerben». Neben einem kurzen Motivationsschreiben benötigst du für die digitale Bewerbungsmappe drei Bildstrecken oder zwei Bildstrecken und ein Video. Wie du eine gute Fotoserie erstellst, haben wir für dich in einem separaten Beitrag zusammengestellt. Du solltest aber auf jeden Fall auch zu einer unserer kostenlosen Mappenberatungen kommen. Für deine Mappe ist es sinnvoll, wenn du dir journalistische und dokumentarische Projekte suchst. Damit kannst du zeigen, dass du dich für den Studiengang interessierst. Mach es nicht zu kompliziert. Vielleicht gibt es jemanden in deinem Freundeskreis mit einem interessanten Hobby oder Beruf? Das eignet sich häufig für eine gute Geschichte.
Für das Motivationsschreiben helfen dir die folgenden Fragen weiter: Warum möchtest du Visual Journalism and Documentary Photography studieren? Mit welchen Qualitäten und Fähigkeiten kannst du selbst den Studiengang bereichern? Und was möchtest du in diesem Beruf später bewirken?
Wir freuen uns darauf, dich auf deinem Weg zu einem erfolgreichen Medienprofi zu begleiten und gemeinsam die Zukunft des visuellen Journalismus zu gestalten!
Wir stehen dir für dein persönliches Anliegen gerne zur Verfügung. Aufgrund der Vielzahl von Anfragen bitten wir dich jedoch, zuerst in unseren FAQ zu schauen, ob deine Frage vielleicht schon einmal beantwortet wurde.
Fotografie aus der Arbeit «Ohnmächtige Stille» von Anton Vester.
Fotografie aus der Arbeit «Ohnmächtige Stille» von Anton Vester.
Fotografie aus der Arbeit «Ohnmächtige Stille» von Anton Vester.
Fotografie aus der Arbeit «Ohnmächtige Stille» von Anton Vester.
Fotografie aus der Arbeit «Ohnmächtige Stille» von Anton Vester.
Fotografie aus der Arbeit «Ohnmächtige Stille» von Anton Vester.
Fotografie aus der Arbeit «Ohnmächtige Stille» von Anton Vester.
Fotografie aus der Arbeit «Ohnmächtige Stille» von Anton Vester.
Fotografie aus der Arbeit «Ohnmächtige Stille» von Anton Vester.
Hannover 2024
Fotografie aus der Arbeit «Ohnmächtige Stille» von Anton Vester.
Fotografie aus der Arbeit «Ohnmächtige Stille» von Anton Vester.
Fotografie aus der Arbeit «Ohnmächtige Stille» von Anton Vester.
Fotografie aus der Arbeit «Ohnmächtige Stille» von Anton Vester.
Fotografie aus der Arbeit «Ohnmächtige Stille» von Anton Vester.
Fotografie aus der Arbeit «Ohnmächtige Stille» von Anton Vester.
Fotografie aus der Arbeit «Ohnmächtige Stille» von Anton Vester.
Anton Vester gewinnt den diesjährigen VGH Fotopreis, der seit 17 Jahren exklusiv unter den Studierenden des Studiengangs «Visual Journalism and Documentary Photography» vergeben wird. Mit seinem Projekt «Ohnmächtige Stille» widmet sich der 28-jährige Fotograf dem Thema der Organspende, das in aktuellen Debatten eher wenig präsent ist, obwohl in Deutschland rund 8.400 Patient*innen auf der Warteliste für ein Spenderorgan stehen und die Spendenbereitschaft der Deutschen nach wie vor zurückhaltend ist. Anton Vester gelingt eine berührende fotografische Porträtarbeit, die nicht den Erfolgsmoment der Transplantation erzählt, sondern die Lebenswelt der Menschen. In einer beeindruckend behutsamen Annäherung beleuchtet Anton Vester intensiv und persönlich die Situation der Menschen hinter den Zahlen, deren Leben durch Warten bestimmt ist. Sie hoffen und warten auf eine neue Niere, ein neues Herz, auf ein neues Leben – manchmal warten sie jahrelang und manchmal müssen die Menschen sterben, bevor ihre Hoffnung erfüllt wird.
«Es ist bewusst eine Erzählung des Wartens und keine darüber hinaus. Sie soll die Situation der Menschen besser nachvollziehbar machen, ihre Angst vor der Zukunft, die bangende Ungewissheit und Momente der Hoffnung», so der junge Fotograf.
Anton Vester wurde 1996 in Baden-Württemberg geboren. Nach einer beruflichen 180-Grad-Wende vom Polizisten zum Fotografen realisierte er 2019 erste Projekte in Sri Lanka, Malaysia, Griechenland und Äthiopien. Seit 2021 studiert Anton Vester im Studiengang «Visual Journalism and Documentary Photography» an der Hochschule Hannover. 2023 absolvierte er eine sechsmonatige Fotohospitanz bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Neben Auftragsarbeiten setzte er dort auch eigene Projekte um. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf den sozialen und psychischen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Die Offenheit gegenüber neuen Lebensrealitäten und das Interesse an tiefgehenden Begegnungen zeichnen seine Arbeitsweise aus.
Für die hochkarätig besetzte Jury des diesjährigen VGH Fotopreises war das Votum für das Projekt von Anton Vester eine klare Entscheidung.
«Es gab eine große Einstimmigkeit für die Geschichte von Anton Vester. Die Konzentration auf das Warten der Betroffenen, gepaart mit den wahnsinnig intensiven Porträts, das hat uns alle überzeugt», resümiert Guido Schmidtke (Senior Photo Editor STERN) den Juryprozess.
Die Fachjury bestand in diesem Jahr aus Henner Flohr, Leiter der F.A.Z.-Bildredaktion; Cale Garrido, Autorin und Kuratorin für Fotografie; Lara Huck, Bildredaktion DIE ZEIT; Nicole Neumann, Bildredaktion DER SPIEGEL; Guido Schmidtke, Senior Photo Editor STERN, Hannah Schuh, Visual Director ART– Das Kunstmagazin; Barbara Stauss, Studio Stauss und Reporter ohne Grenzen, und einer Vertreterin der VGH.
Der Fotopreis der VGH Versicherungen ist mit 10.000 Euro bundesweit eine der höchstdotierten Auszeichnungen im Bereich Fotografie. Mit ihrer exklusiven Förderung unterstützen die VGH Versicherungen den international renommierten Studiengang «Visual Journalism and Documentary Photography» der Hochschule Hannover (HsH), der über einen deutschlandweit einmaligen Schwerpunkt im Bereich des visuellen Journalismus und der Dokumentarfotografie verfügt. Ausgehend von den Medien Fotografie und Video vermittelt der Studiengang multidisziplinäre visuelle Kompetenzen. Im Fokus stehen dabei journalistische und dokumentarische Erzählweisen.
«Wir danken den VGH Versicherungen für die langfristige, nachhaltige und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Gemeinsam können wir mit dem VGH Fotopreis ein großartiges Forum für die Dokumentarfotografie in Hannover schaffen», sagt Karen Fromm, Professorin des Studiengangs «Visual Journalism and Documentary Photography».
Mit der Verleihung des Preises ist eine Ausstellung der Preisträgerarbeit sowie der Finalist*innen des Juryprozesses in der GAF – Galerie für Fotografie verbunden. Die Preisverleihung findet am Mittwoch, dem 4. Dezember 2024, um 19 Uhr in den Räumen der GAF – Galerie für Fotografie in Hannover statt. Die Ausstellung wird vom 5. Dezember 2024 bis 12. Januar 2025 gezeigt.
Die hohe Qualität und die Vielfalt der studentischen Projekte überzeugten die diesjährige Jury. Neben der Preisträgerarbeit von Anton Vester erhielten als Finalist*innen des Juryprozesses Jonathan Funk, Lisa-Maria Gruber und Ludwig Nikulski eine lobende Erwähnung
Die Jury des VGH-Fotopreises 2024 (v.l.): Prof.in Dr.in Karen Fromm (beratend), Henner Flohr FAZ, Guido Schmidtke Stern, Alexandra Bartsch, VGH Versicherungen, Cale Garrido, Autorin und Kuratorin, Barbara Stauss, Studio Stauss und Reporter ohne Grenzen, Lara Huck, DIE ZEIT, Nicole Neumann, DER SPIEGEL, Hannah Schuh, ART – Das Kunstmagazin, Tobias Eineder (beratend), Hochschule Hannover
Termine:
Preisverleihung und Ausstellungseröffnung 4. Dezember 2024, 19 Uhr
Ausstellung 5. Dezember 2024 bis 12. Januar 2025
Ort GAF–Galerie für Fotografie Eisfabrik Seilerstraße 15d Hannover 30171
Die Galerie ist donnerstags bis sonntags geöffnet, von 12 bis 18 Uhr.
Weitere Informationen zum VGH Fotopreis finden sich hier.
Wir stehen dir für dein persönliches Anliegen gerne zur Verfügung. Aufgrund der Vielzahl von Anfragen bitten wir dich jedoch, zuerst in unseren FAQ zu schauen, ob deine Frage vielleicht schon einmal beantwortet wurde.
Die Ateliergemeinschaft am Goetheplatz in Hannover veranstaltet zwischen September und Dezember 2024 ein hochwertiges Veranstaltungsprogramm.
Redaktion: Finn Winkler
Ein Vortrag im GOETHE EXIL. Foto: Rafael Heygster
In diesem Herbst organisiert die Ateliergemeinschaft GOETHE EXIL in Hannover eine ganz besondere Veranstaltungsreihe: Die renommierten Fotograf*innen Mafalda Rakoš, Paula Markert, Stefanie Moshammer und Maria Sturm stellen in einer Vortragsreihe ihre Arbeiten vor. Diese Vorträge sind jeweils als Auftakt zu einem Fotografie-Wochenende gedacht. Dort bietet sich die Möglichkeit, selbst künstlerisch aktiv zu werden und an einem von fünf kostenlosen Foto-Workshops teilzunehmen. Dabei kann man unterschiedliche fotografische Techniken und Genres ausprobieren und sich mit gesellschaftlichen Themenfeldern wie Konsum, Identität, Fake und Realität auseinandersetzen. Betreut werden die Teilnehmenden der Foto-Workshops dabei von den Fotograf*innen des GOETHE EXILs. Die Ergebnisse werden am Ende in einer abschließenden Fotografie-Ausstellung in den Räumlichkeiten am Goetheplatz präsentiert.
Die Teilnahme an den Foto-Workshops und den Vorträgen ist kostenlos. Das Angebot richtet sich an alle Hannoveraner*innen. Insbesondere junge Erwachsene, Nachwuchs-Künstler*innen und Studierende und generell Fotografie-Interessierte jeden Alters sind willkommen. Die Foto-Workshops finden jeweils Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr statt. Für die Teilnahme ist eine Anmeldung erforderlich.
Ihren Anfang nahm die Veranstaltungsreihe bereits am 6. September 2024 mit einem Vortrag von Arwed Messmer. Messmer ist bekannt für seine in zahlreichen Bildbänden veröffentlichen Archiv-Arbeiten, die auf umfangreichen Recherchen beruhen. Im Anschluss gab der Absolvent und Lehrbeauftragte Mario Wezel gemeinsam mit dem Studenten Jonas Dengler einen Foto-Workshop zu dem Thema «Die Bilder der Anderen».
Das GOETHE EXIL ist eine im Jahr 2016 in Hannover gegründete Atelier- und Arbeitsgemeinschaft junger Fotograf*innen. Die Mitglieder haben allesamt Visual Journalism and Documentary Photography an der Hochschule Hannover studiert. Seit der Gründung des GOETHE EXILs gab es daher zahlreiche Kooperationen mit dem Studiengang. So fanden gemeinsam organisierte Ausstellungen, Screenings und Vorträge dort statt.
Wir stehen dir für dein persönliches Anliegen gerne zur Verfügung. Aufgrund der Vielzahl von Anfragen bitten wir dich jedoch, zuerst in unseren FAQ zu schauen, ob deine Frage vielleicht schon einmal beantwortet wurde.