{"id":72137,"date":"2026-05-28T18:36:44","date_gmt":"2026-05-28T16:36:44","guid":{"rendered":"https:\/\/visualjournalism.de\/?post_type=magazin&#038;p=72137"},"modified":"2026-06-01T12:23:40","modified_gmt":"2026-06-01T10:23:40","slug":"klischees-und-kontrolle","status":"publish","type":"magazin","link":"https:\/\/visualjournalism.de\/en\/magazine\/kritik-und-diskurs\/klischees-und-kontrolle\/","title":{"rendered":"Klischees und Kontrolle"},"content":{"rendered":"\n \n\n    <div id=\"lead-in-block_e78146a09c770d3cf5414ff27bc8c2af\" class=\"block-lead-in typo--default font-size--xl has-spacing--l width--default\">\n        <p><strong data-start=\"538\" data-end=\"589\">Das Bild der Frau \u2013 wer bestimmt es eigentlich? <\/strong>Interview mit Fotografin und Autorin Franziska Gilli \u00fcber das Frau sein in Italien.<\/p>\n<div class=\"entry-meta\">\r\n    <span class=\"posted-on\"><a href=\"https:\/\/visualjournalism.de\/en\/magazine\/kritik-und-diskurs\/klischees-und-kontrolle\/\" rel=\"bookmark\"><time class=\"entry-date published\" datetime=\"2026-05-28T18:36:44+02:00\">28.05.2026<\/time><\/a><\/span> <span class=\"meta-text\"> Text: Anjou Vartmann<\/span><\/div><!-- .entry-meta -->\r\n    <\/div>\n\n\n\n    <figure class=\"block-photo post__image--wide-left has-spacing--s with-title\">\n\n        <div class=\"post__image__container\">\n            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" \n                src=\"https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/Franziska-Gilli_Foto-Daniel-Pilar-1-1050x1577.jpg\"\n                srcset=\"https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/Franziska-Gilli_Foto-Daniel-Pilar-1-1050x1577.jpg 1050w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/Franziska-Gilli_Foto-Daniel-Pilar-1-200x300.jpg 200w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/Franziska-Gilli_Foto-Daniel-Pilar-1-682x1024.jpg 682w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/Franziska-Gilli_Foto-Daniel-Pilar-1-768x1153.jpg 768w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/Franziska-Gilli_Foto-Daniel-Pilar-1-1023x1536.jpg 1023w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/Franziska-Gilli_Foto-Daniel-Pilar-1-670x1006.jpg 670w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/Franziska-Gilli_Foto-Daniel-Pilar-1-420x631.jpg 420w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/Franziska-Gilli_Foto-Daniel-Pilar-1-350x526.jpg 350w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/Franziska-Gilli_Foto-Daniel-Pilar-1-300x450.jpg 300w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/Franziska-Gilli_Foto-Daniel-Pilar-1-150x225.jpg 150w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/Franziska-Gilli_Foto-Daniel-Pilar-1.jpg 1364w\"\n                width=\"1050\" \n                height=\"1577\"\n                alt=\"\" \n            \/>\n            \n                            <span class=\"post__image__title\">\u00a9Daniel Pilar<\/span>\n                    <\/div><!-- post__image__container -->\n\n        \n    <\/figure><!-- post__image -->\n\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph has-spacing--s\"><\/p>\n\n\n\n<div class=\"devider has-spacing--none\">\n    <hr>\n<\/div>\n\n\n \n    \n    <div id=\"quote-block_95771a15221a46000e6a53f2118c25c3\" class=\"block-quote has-spacing--m\">\n        <figure class=\"quote\">\n            <blockquote>\n                <p><strong>Die beiden Stereotype<\/strong> der \u00bbHure\u00bb und der \u00abHeiligen\u00bb sind nicht neu, sie werden schon lange von Frauenrechtler*innen angeprangert. Als Frau* kann es dir total schnell passieren, dass du da irgendwo drin landest.<\/p>\n            <\/blockquote>\n\n            <figcaption>\n\n                            <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"portrait--inline\" src=\"https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/Franziska-Gilli_Foto-Daniel-Pilar_rund_klein-52x52.png\" width=\"52\" height=\"52\" alt=\"\" \/>\n                            <span>Franziska Gilli<\/span>\n            <\/figcaption>\n            \n        <\/figure>\n    <\/div>\n\n\n\n\n<div class=\"pinned-block has-spacing--m\">\n\t\n\n<div class=\"pinned-block__column--left\">\n    \n<\/div>\n\n\n<div class=\"pinned-block__column--right\">\n    \n\n<p class=\"post__paragraph has-spacing--s\"><br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left is-style-typo--soehne has-spacing--default\"><strong>Euer Buch \u00abHure oder Heilige\u00ab ist ja schon sehr provokant. Kannst du mir mehr zu der Entstehungsgeschichte erz\u00e4hlen? Wie ist das Buch entstanden und warum dieser Titel?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left has-spacing--default\">Ich habe zu meiner Bachelorarbeit recherchiert, die sp\u00e4ter auch Einzug ins Buch gehalten hat. Barbara Bachmann habe kurz zuvor eine Geschichte \u00fcber Tiziana Cantone geschrieben. Sie war Neapolitanerin, die sich umgebracht hat, nachdem ihr Ex-Partner private Sexvideos ohne ihre Erlaubnis ins Netz geladen habe. Bei der Recherche fiel ihr auf, dass es in den Kommentaren unter den Ver\u00f6ffentlichungen oft nur darum ging, dass Tiziana Cantone eine \u00abHure\u00bb und \u00abselber Schuld\u00bb sei. Es ging nicht darum, dass der Mann einen Fehler begangen hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left has-spacing--default\">Zu der Zeit haben wir uns dann auf einen Kaffee getroffen und gemerkt, dass das eigentlich nur die Spitze vom Eisberg ist und es viel mehr zu erz\u00e4hlen g\u00e4be. Wir haben uns daraufhin dazu entschlossen, ein Buch zu machen. Die beiden Stereotype der \u00bbHure\u00bb und der \u00abHeiligen\u00bb sind nicht neu, sie werden schon lange von Frauenrechtler*innen angeprangert. \u00bbHure oder Heilige\u00bb war zun\u00e4chst nur unser Arbeitsmittel. Das sind einfach die zwei Schubladen, in die man entweder gleichzeitig gesteckt wird oder eben in die eine oder die andere. Als Frau* kann es dir total schnell passieren, dass du da irgendwo drin landest.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left is-style-typo--soehne has-spacing--default\"><strong><strong>Euer Buch ist in sieben Kapitel unterteilt, den sieben Tods\u00fcnden und deren Antithesen nachempfunden. Wie ist das entstanden?<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left has-spacing--default\">Die Begriffe sind eine Fortf\u00fchrung der katholischen Dichotomie aus dem Titel und dienten uns im Arbeitsprozess als Inspirationsquelle. Es gibt so viel zu berichten und nat\u00fcrlich hat man in einem Buch mehr Platz, als in einem Zeitungsartikel oder Magazinbeitrag, dennoch mussten wir uns ja eingrenzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph is-style-typo--soehne has-spacing--default\"><strong><strong>Der Untertitel vom Buch lautet \u00abFrau sein in Italien\u00bb. Welche Bedeutung hat der f\u00fcr euch?<\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph has-spacing--xs\">Der war super wichtig f\u00fcr uns. Wir wollten nicht Frauen* in Schubladen stecken und Klischees reproduzieren, sondern aufzeigen, was diese Schubladen, diese Stereotype, f\u00fcr Auswirkungen auf die Frauen* und ihr Leben haben.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph is-style-typo--soehne has-spacing--xs\"><strong>Das Buch ist \u00fcber mehrere Jahre entstanden und ihr habt sehr viele Frauen* daf\u00fcr besucht. Wie habt ihr eure Protagonist*innen gefunden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph has-spacing--none\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left has-spacing--default\">Auf sehr vielf\u00e4ltige Weise. Wir wollten ein m\u00f6glichst diverses Bild zeigen. Manche Frauen* haben wir \u00fcber gezielte Recherche gefunden, andere \u00fcber Zufallsbegegnungen oder Bekannte. Wir wollten zeigen, was die Stereotype immer noch am Leben h\u00e4lt, zum Beispiel anhand des Frauenbildes im Fernsehen oder den Erziehungsansichten von Klosterfrauen, die eigene Kinderg\u00e4rten und Schulen betreiben. In unserem Herzst\u00fcck, also dem Mittelteil des Buches, haben wir dann aber zw\u00f6lf verschiedene Frauen portr\u00e4tiert, die keine Extreme, sondern sozusagen die \u00abechten\u00bb Frauen* sind. Wir haben Frauen* von 18 bis 99 besucht, von Analphabet*innen bis Universit\u00e4tsdozent*innen, als Frauen* geborene und sich als solche definierende, aus Sizilien wie aus dem Piemont stammende. Diese Frauen* erz\u00e4hlen in sogenannten Ich-Protokollen aus ihrem t\u00e4glichen Leben und auf einmal versteht man, warum die anderen Kapitel so wichtig sind und wie alles zusammenh\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left is-style-typo--soehne has-spacing--default\"><strong>Angefangen hat das Buch f\u00fcr dich mit deiner Bachelorarbeit und dem Frauenbild im italienischen Unterhaltungsfernsehen. Um sich das besser vorstellen zu k\u00f6nnen, kann man das mit dem deutschen Fernsehen und Sendungen wie \u00abGermanys Next Topmodel\u00ab vergleichen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph has-spacing--default\">Nein, ich w\u00fcrde sagen, da gibt es noch gro\u00dfe Unterschiede. Auch hier in Deutschland ist nat\u00fcrlich noch lange nicht alles gleichgestellt, aber hier gibt es wenigstens Alternativen. Auch wir haben Sender wie RTL und Programme wie GNTM, die sind \u00e4hnlich und genauso frauenverachtend. Aber im Gegensatz zu Italien gibt es in Deutschland mit Sendern wie ZDF, ARD, Arte und 3sat Alternativen. Das h\u00e4ngt auch mit Silvio Berlusconi zusammen. Schon bevor er Pr\u00e4sident wurde, hat er das Privatfernsehen nahezu komplett aufgekauft und sp\u00e4ter konnte er dann eben auch \u00fcber das Staatsfernsehen entscheiden. Seitdem haben die sich sehr angeglichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph has-spacing--default\">Ich bin ohne Fernseher aufgewachsen und wusste von der Existenz der Veline*, der TV- Showgirls, aber mir war nicht klar, was genau im Fernsehen passiert. Viele italienische Haushalte haben vier oder mehr Fernseher und diese laufen og den ganzen Tag. Das Fernseh-Frauenbild ist eine sehr spezielle Italien-Geschichte, das ist vielleicht am ehesten mit den USA oder Brasilien vergleichbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph is-style-typo--soehne has-spacing--default\"><sup><sub>*Veline ist die allgemeine Bezeichnung f\u00fcr weibliche Figuren ohne tragende inhaltliche Funktion.<\/sub><\/sup><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph is-style-typo--soehne has-spacing--default\"><strong><strong>In eurem Buch geht es auch um die Veline, um eben diese speziellen Showgirls aus dem Fernsehen. Mir ist besonders die Teilnehmerin an der Miss Italia-Wahl, Francesca Fiaschen, in Erinnerung geblieben. Um sie geht es ja direkt im ersten Kapitel ganz viel und ihr habt sie mehrfach besucht. Habt ihr bei euren Protagonist*innen und in der Recherche gemerkt, dass das Fernseh-Bild von den \u00abperfekten Frauen<\/strong>\u00ab<strong> Spuren bei den Frauen* hinterlassen hat? <\/strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph has-spacing--default\">Vorbilder hinterlassen in der Regel ihre Spuren. Beim Miss Italia Casting haben mir viele junge Frauen erz\u00e4hlt, Velina zu werden, sei ihr Kindheitstraum. Es ist also kein Berufswunsch, der im Erwachsenenalter entsteht. Als ich Francesca das erste Mal besucht habe, hat sie nur 80 Gramm Reis am Tag gegessen und zehn Espressi getrunken. Essst\u00f6rungen k\u00f6nnen durch vielf\u00e4ltige Dinge ausgel\u00f6st werden, wie etwa famili\u00e4re Hintergr\u00fcnde oder andere psychologische Zusammenh\u00e4nge. Francesca hat als Kind f\u00fcnf Stunden am Tag Fernsehen ohne Begleitung konsumiert und als ich sie kennenlernte, wollte sie \u00fcber Miss Italia gerade einen ersten Fu\u00df in das TV-Showgesch\u00e4ft setzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph is-style-typo--soehne has-spacing--none\"><br><strong><strong>Kannst du mir ein Beispiel geben wie Frauen* im Fernsehen austreten?<\/strong><br><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left is-style-default has-spacing--xs\">In der Nachrichtenshow \u00abStriscia la Notizia\u00bb tanzen die beiden Veline einen kurzen Eingangstanz und sitzen dann mit \u00fcberschlagenen Beinen neben den vorwiegend m\u00e4nnlichen Moderatoren auf dem Tisch, klatschen und l\u00e4cheln. Sie d\u00fcrfen nicht sprechen, auch nicht bei Ansprache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left is-style-typo--soehne has-spacing--default\"><strong>Dem Thema Werbung habt ihr auch ein Kapitel gewidmet. Warum war euch das so wichtig?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left has-spacing--none\">Wir wollten damit eine historische Ebene mit reinbringen. Wir haben daf\u00fcr Printwerbungen der letzten 100 Jahre gesammelt, die mit dem Klischee der Liebe von Frauen arbeiten. Also Liebe zu den Kindern, dem Partner, zu sich selbst. Das am h\u00e4ufigsten verwendete Klischee ist wohl das der Mutter, die sehr einer Madonna \u00e4hnelt.<br>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left is-style-typo--soehne has-spacing--default\"><strong>Das Thema Reflektieren ist ja ein ganz wichtiges: Privilegien checken, Dinge hinterfragen. Wie seid ihr in dem Buch mit dem \u00abMale Gaze\u00ab, also dem internalisierten cis- m\u00e4nnlichen Blick auf die Welt, umgegangen? Gerade bei dem Thema, du hast es selber schon angesprochen, ist es ja sehr wichtig, nicht noch weiter zu reproduzieren, sondern mit Stereotypen zu brechen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left has-spacing--default\">Ich habe zun\u00e4chst versucht, meinem Blick zu folgen. Und wenn du dich so intensiv mit diesem Thema besch\u00e4ftigst, hinterfragst du diesen Blick automatisch die ganze Zeit. F\u00fcr mich oder uns war es f\u00fcr das Buch sehr wichtig, einen Perspektivwechsel zu schaffen und dabei m\u00f6glichst wertfrei zu agieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph is-style-typo--soehne has-spacing--default\"><strong>Passiert dir das in deiner fotografischen Arbeit manchmal, dass du merkst, dass du eher reproduzierst?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph is-style-default has-spacing--none\">Na klar, immer wieder. Gut ist nat\u00fcrlich, wenn es w\u00e4hrend des Fotografierens passiert und ich direkt etwas \u00e4ndern kann. Aber manchmal merkt man es eben auch erst, wenn es schon zu sp\u00e4t ist. Das passiert nicht nur in der Fotografie, das l\u00e4sst sich auf alle drei Lebensbereiche \u00fcbertragen. Wir sind alle in einer patriarchalen Gesellschaft aufgewachsen und konditioniert. Es ist ein st\u00e4ndiger Prozess bis du deine Sehgewohnheiten, Redegewohnheiten, Denkgewohnheiten, usw. \u00e4ndern kannst.<br><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left is-style-typo--soehne has-spacing--default\"><strong>Du bist selbstst\u00e4ndig mit der Fotografie und lebst davon. Hast du das Gef\u00fchl, dass sich im Fotografiebereich etwas ver\u00e4ndert, also dass Bildredaktionen beispielsweise mehr Frauen* eine Plattform bieten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left has-spacing--default\">In den letzten Jahren hat sich da auf jeden Fall etwas getan, ich merke, dass Bildredaktionen gezielt mehr Frauen* beauftragen. Aber es passiert noch zu wenig und es passiert sehr langsam. Auch muss man abwarten, ob sie mehr Frauen* beauftragen, weil sie es m\u00fcssen, oder weil sie es auch wollen. Das wird sich erst langfristig zeigen. Momentan ist es noch wie mit der Frauenquote. Das ist definitiv keine ideale Taktik, aber es ist vor\u00fcbergehend notwendig, um die Gewohnheiten aufzubrechen, in der Hoffnung, dass es irgendwann von alleine funktioniert und man die Quote nicht mehr braucht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left is-style-typo--soehne has-spacing--default\"><strong>Momentan bist du ja auch Mitglied der Hannover-Gruppe des Female Photoclub. Kannst du kurz erz\u00e4hlen, was der&nbsp;Female Photoclub&nbsp;ist und f\u00fcr wen er gedacht ist?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left has-spacing--xs\">Der&nbsp;<a href=\"https:\/\/femalephotoclub.com\/\">Female Photoclub<\/a><em>&nbsp;<\/em>ist ein deutschlandweit agierender Verein, der sich f\u00fcr die Sichtbarkeit von Frauen*, bzw. diversen Perspektiven in der Fotobranche einsetzt. Dabei geht es um ein Miteinander und nicht Gegeneinander. Der Verein will nicht nur Fotografinnen* miteinander vernetzen, sondern auch auf wichtige Themen wie die mangelnde Repr\u00e4sentanz von Fotografinnen* aufmerksam machen. Der&nbsp;<em>Female Photoclub&nbsp;<\/em>steht allen Personengruppen zur Mitgliedschag offen, die sich unabh\u00e4ngig von ihrem biologischen Geschlecht, Hautfarbe, sexueller Orientierung, Herkunft, Stand, Behinderung oder Religion als weiblich, inter*, nicht- bin\u00e4r, trans* oder agender definieren und professionell in der kommerziellen Fotografie t\u00e4tig sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left has-spacing--xs\"><strong>Was ist das Besondere am&nbsp;<em>Female Photoclub<\/em>?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left has-spacing--xs\">Wir sind ein ideeller Verein, kein Unternehmen. Nach dem Motto \u00abWe rise by liking others\u00bb geht es u.a. darum, uns nicht als gegenseitige Konkurrenz zu sehen, wie es Frauen* seit jeher beigebracht wurde. Wir tauschen uns zu allen Belangen unseres Berufs aus und unterst\u00fctzen uns gegenseitig in unserer Karriere. Besonders hilfreich ist das Tool \u201eFotografin finden\u201c auf unserer Website. Damit kann man ganz leicht eine Fotografin f\u00fcr ein besMmmtes Genre oder in einer bestimmten Gegend in ganz Deutschland finden. In Bildredaktionen wird das Tool bereits gerne genutzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left has-spacing--xs\"><strong>Passiert es dir in deiner t\u00e4glichen Arbeit als Fotografin, dass du mit Vorurteilen oder Stereotypen konfrontiert bist?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left has-spacing--xs\">Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich bestimmte Auftr\u00e4ge bekomme, weil ich eine Frau bin. Aber noch viel h\u00e4ufiger merke ich es beim Fotografieren selbst, dass ich weniger ernst genommen werde. Wenn ich m\u00e4nnlichen Kollegen assistiere, sehe ich wie Kund*innen ihnen h\u00e4ufig ganz anders gegen\u00fcbertreten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left has-spacing--xs\"><strong>Kommt es auch mal vor, dass es von Vorteil f\u00fcr dich ist und du das nutzen\u201c kannst?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left has-spacing--s\">Manchmal habe ich den Eindruck, dass ich bestimmte Aufr\u00e4ge bekomme, weil ich eine Frau bin. Aber noch viel h\u00e4ufiger merke ich es beim Fotografieren selbst, dass ich weniger ernst genommen werde. Wenn ich m\u00e4nnlichen Kollegen assistiere, sehe ich wie Kund*innen ihnen h\u00e4ufig ganz anders gegen\u00fcbertreten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left has-spacing--s\"><strong>Was m\u00fcsste deiner Meinung auch passieren, damit Frauen* und diverse Perspektiven sichtbarer werden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left has-spacing--xs\">Dass wir uns untereinander gut vernetzen, ist nur ein Anfang. Wir teilen und liken unsere Arbeiten viel auf Social Media. M\u00e4nner k\u00f6nnten sich dem Prozess anschlie\u00dfen, um ihn zu beschleunigen. Es passiert noch eher selten, dass M\u00e4nner die Arbeit ihrer Kolleginnen* auf Social Media teilen, und sagen: \u00abSchaut mal, was meine Kollegin Gutes gemacht hat.\u00bb Auftraggeber*innen k\u00f6nnen sich noch bewusster werden, warum sie mehr M\u00e4nner beauftragen und gezielt weiblichere und diversere Perspektiven suchen. Wir Frauen* m\u00fcssen aber gleichzeitig auch lernen, uns mehr herauszunehmen und uns mehr zuzutrauen, angelernte Unsicherheiten zu \u00fcberwinden und Selbstvertrauen aufzubauen. Aber auch unsere eigenen Ideen st\u00e4rker durchzusetzen und weniger ausf\u00fchren, was sich andere ausdenken. Gerade nach dem Studium ist es essenziell, sich sofort ein Netzwerk aufzubauen, aus dem man immer wieder R\u00fcckenwind beziehen und auch zur\u00fcckgeben kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left is-style-typo--soehne has-spacing--default\"><strong>Hast du da Tipps oder Tricks, die du weitergeben kannst?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"post__paragraph alignleft has-text-align-left has-spacing--m\">Vernetzt euch, haltet zusammen, st\u00e4rkt euch den R\u00fccken. Da gibt es neben dem&nbsp;Female Photoclub&nbsp;auch viele andere Institutionen in der Branche. Wenn das Studium vorbei ist, gebt einen Teil eures Einkommens auch weiterhin f\u00fcr Workshops, Fortbildungen oder Coachings aus.<\/p>\n\n\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-group has-spacing--default has-spacing--default\">\n<div class=\"devider has-spacing--none\">\n    <hr>\n<\/div>\n\n\n \n\n    <div id=\"lead-in-block_f020e23e1fe3e9a3a29ea198af9c1530\" class=\"block-lead-in typo--default font-size--xl has-spacing--s width--default\">\n        <p><strong>Empfehlungen der Redaktion:<\/strong><\/p>\n    <\/div>\n\n\n\n\r\n\r\n\r\n\n\n\r\n\r\n\r\n\r\n        <div class=\"teaser-grid grid-layout--3col has-spacing--s width--inline\">\r\n\r\n            \r\n                <article class=\"post-teaser\">\r\n\r\n                    <a href=\"https:\/\/visualjournalism.de\/en\/magazine\/sammeln\/die-architektur-des-datenhandels\/\" rel=\"permalink\">\r\n\r\n                        <div class=\"post-teaser__content\">\r\n\r\n                            <span class=\"entry-categories\">Sammeln<\/span>\r\n                            <h3 class=\"post-teaser__headline\">\r\n                                Die Architektur des Datenhandels                            <\/h3>\r\n\r\n                            <div class=\"post-teaser__excerpt\">\r\n                                <p>Kaum ein System bleibt so unsichtbar und wirkt zugleich so weitreichend wie der Handel mit Nutzerdaten. Was wir anklicken, suchen oder besuchen, wird zu Signalen in einem globalen Markt, der Menschen in Kategorien einordnet und Informationen gezielt verteilt.<\/p>\r\n                            <\/div>\r\n\r\n                        <\/div><!-- .post-teaser__content -->\r\n\r\n\r\n                        \r\n                            <figure class=\"post-teaser__image\">\r\n                                <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\"  \r\n                                    src=\"https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/24_Geiersbach-Paul_Accept-All-768x512.jpg\" \r\n                                    srcset=\"https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/24_Geiersbach-Paul_Accept-All-768x512.jpg 768w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/24_Geiersbach-Paul_Accept-All-300x200.jpg 300w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/24_Geiersbach-Paul_Accept-All-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/24_Geiersbach-Paul_Accept-All-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/24_Geiersbach-Paul_Accept-All-1920x1280.jpg 1920w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/24_Geiersbach-Paul_Accept-All-1400x933.jpg 1400w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/24_Geiersbach-Paul_Accept-All-1050x700.jpg 1050w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/24_Geiersbach-Paul_Accept-All-670x447.jpg 670w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/24_Geiersbach-Paul_Accept-All-420x280.jpg 420w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/24_Geiersbach-Paul_Accept-All-350x233.jpg 350w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/24_Geiersbach-Paul_Accept-All-150x100.jpg 150w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/24_Geiersbach-Paul_Accept-All.jpg 2000w\" \r\n                                    width=\"768\"  \r\n                                    height=\"512\" \r\n                                    alt=\"eine querformatige farbige Fotografie. 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Dieser Ratgeber zeigt dir einen einfachen Workflow, mit dem du deine Fotos schnell importierst, organisierst und gezielt ausw\u00e4hlst.<\/p>\r\n                            <\/div>\r\n\r\n                        <\/div><!-- .post-teaser__content -->\r\n\r\n\r\n                        \r\n                            <figure class=\"post-teaser__image\">\r\n                                <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\"  \r\n                                    src=\"https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/Janek_Stempel_Lightroom_2-768x512.jpg\" \r\n                                    srcset=\"https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/Janek_Stempel_Lightroom_2-768x512.jpg 768w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/Janek_Stempel_Lightroom_2-300x200.jpg 300w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/Janek_Stempel_Lightroom_2-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/visualjournalism.de\/wp-content\/uploads\/Janek_Stempel_Lightroom_2-1536x1024.jpg 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