Valeria Schulte-Fischedick

Foto: Peter Rosemann

Valeria Schulte-Fischedick lebt und arbeitet in Berlin. Studium der Kunstgeschichte, Anglistik und Neueren Geschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Aktuell Koordinatorin / Kuratorin des Internationalen Atelierprogramms im Künstlerhaus Bethanien Berlin. Von 2010 bis 2013 Leitung der Galerie Opdahl in Berlin. 2003 wissenschaftliche Beraterin der Ausstellung Louise Bourgeois – Intime Abstraktionen, Akademie der Künste, Berlin. Kuratorische Projekte unter anderem Mesmerized (2012), The Sophisticated Eye – Trompe L’Oeil (2010), Gegen den Strich (mit C. Tannert, 2007) and Seeing the Invisible 2006/2007. Veröffentlichungen in Kunstzeitschriften und Katalogen.

Info
Kunsthistorikerin

[IMAGEMATTERS]
Autorin

ABSTRACT

Aus dem Panel
Images in Conflict – Sichtbar unsichtbar

Text
Ziyah Gafić: „… hat man einen gesehen, hat man alle gesehen“


In ihrem klaren formalen Aufbau und ihrer ästhetischen Verdichtung generieren die Fotografien der Serie Quest for Identity von Ziyah Gafić Empathie der Betrachtenden nicht über eine Schockwirkung. Sie lassen die Gräuel vielmehr im Nichtgezeigten, in dem Dazwischen, in der Imagination der Betrachtenden entstehen. Eine grundsätzliche Frage von Kriegsfotografie wird hier berührt: Wie viel Leid darf oder gar muss sie zeigen, um agitieren zu können. Der Fotograf, geboren 1980 in Sarajevo, zeigt diese Aufnahmen auch in Ausstellungen und bewegt sich so zwischen Gebrauchsfotografie und dem Kontext Kunst. Ihr ästhetischer Gehalt vermindert gleichwohl nicht ihre Wirkungsmacht. In ihrer verdichteten und zurückgenommenen Darstellung kann sich der Appell dieser Fotografien, die sich nicht zuletzt der Prinzipien des Seriellen bedienen, auf verschiedensten Ebenen umso eindringlicher entfalten. Gafić hat auch in anderen Konflikt- und Kriegsgebieten wie Palästina, Kurdistan, Ruanda oder Afghanistan fotografiert. Er richtet seinen Blick dabei stets auf die Folgen dieser Konflikte. Seine Erkenntnis: Es geht immer um Besitz, alle Kriege gleichen sich. Hat man einen Krieg gesehen, hat man alle gesehen.


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