Talking Books im C/O Berlin. Die Studierenden Antonia Teichert und Clara Schöttke stellen ihr Buch «LG 500/R» am 2. Juli im C/O Berlin vor. In ihrer Arbeit beschäftigen sie sich mit der Kommerzialisierung des Sterbens.

Foto: Clara Schöttke und Antonia Teichert; LG 500/R

Sterben ist teuer, besonders in Deutschland. Die Friedhofspflicht führt unweigerlich zu einer Anschaffung teurer Särge und Urnen, die zusammen mit individuellen Abschiedsritualen, auch in abgespeckten Varianten, hohe Kosten verursachen. Wer kann sich welchen Abschied von einem geliebten Menschen leisten? Dieser Frage und die der kulturellen und ökonomischen Bedingungen des Sterbens in Zeiten des Kapitalismus gehen die beiden Fotografinnen Clara Schöttke und Antonia Teichert in ihrer bereits im Magazin des Studiengangs veröffentlichten Arbeit nach, aus der schließlich das gemeinsame Fotobuch «LG 500/R» entstand.

Durch eine dokumentarische Recherche analysieren sie die Bürokratie und Kommerzialisierung des Sterbens und werfen dabei einen ungewohnt humorvollen Blick auf jenes Thema, welches wir in unserem Alltag nur allzu gerne verdrängen – den Umgang mit dem Lebensende.

Nochmal leben vor dem Tod

Regelmäßig lädt der C/O Berlin zur Veranstaltungsreihe «Talking Books», bei der nun auch die beiden Fotografinnen am Donnerstag, den 2. Juli, im Rahmen der Retrospektive «Walter Schels . 16° Fische» ihr Buch vorstellen werden. Während Schels in seiner Serie «Noch mal leben vor dem Tod» Menschen im Hospiz porträtiert und gemeinsam mit der Journalistin Beate Lakotta ihre Gedanken kurz vor dem Tod festhält, richten Schöttke und Teichert den Fokus auf die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen rund um das Sterben.

Mit performativen Elementen, Stillleben sowie Bild- und Textmaterial aus Werbung, Internet und juristischen Quellen entsteht eine vielschichtige visuelle Erzählung, die zwischen Dokumentation, Recherche und persönlicher Assoziation pendelt.

Clara Schöttke (*1999) studierte zunächst Kommunikationsdesign und Kunst in Kiel und Rennes. Seit 2023 studiert sie «Visual Journalism and Dokumentarphotography» an der Hochschule Hannover. In ihrer fotografischen Praxis verbindet sie konzeptuelle Gestaltung mit einer poetischen Bildsprache und beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Themen wie Zugehörigkeit, Migration und Diskriminierung.

Antonia Teichert (*1998) lebt und arbeitet in Hannover und Berlin. Als freiberufliche Fotografin und Grafikerin entwickelt sie dokumentarische Projekte und Reportagen, die urbane Räume, soziale Dynamiken und Fragen von Identität und Repräsentation in den Mittelpunkt stellen.

Wann: Donnerstag, den 02.07.2026, um 19:00–21:00

Wo: Café C/O Berlin x Bark Berlin

Eintritt: frei (Ausstellung nicht inkl.)