Die Lebensrealitäten junger Menschen sichtbar machen.

Studierende aus Hannover stellen bis 31. Januar im aufhof aus.

Foto: Hannah Aders

Acht Studierende der Hochschule Hannover haben gemeinsam mit jungen Menschen das kollaborative Fotoprojekt «How are you Hannover?» umgesetzt. Darin befassen sie sich mit Fragen der Sichtbarkeit und der damit verbundenen Rolle von Fotograf*innen. Die Studierenden stellen die Ergebnisse ihrer Arbeiten in der innovercity im aufhof der Hochschule Hannover aus. Die Ausstellung wird am Freitag, dem 15. Dezember um 15 Uhr eröffnet. Danach sind die Arbeiten bis zum 31. Januar 2024 zu sehen. Das Projekt und die Ausstellung wurden von den Lehrbeauftragten Ragna Arndt-Marić und Tobias Eineder unterstützt.

Foto: Hannah Aders

Hannah Aders untersucht in ihrer Arbeit «Sense of Belonging» die Frage, wie sich der Umzug in ein neues Land für junge Menschen anfühlt. In Zeiten von salonfähigem Rassismus und einem Mangel an Zusammengehörigkeit zeigt die Studentin die Herausforderungen und Erfahrungen ihrer Protagonist*innen. Sie stellt sich die Frage: «Was bedeutet Heimat, wenn du für immer in zwei Welten lebst?»

Pha Croissant beschäftigt sich in ihrer Porträt-Arbeit «Was ermächtigt mich?» mit dem Gefühl der Selbst-Ermächtigung. Ihre Bilder kombiniert sie mit handgeschriebenen Texten der abgebildeten Personen.

Foto: Deliah El-Chehade


Deliah El-Chedade hat mit jungen Menschen über Dankbarkeit gesprochen. Dafür gab sie ihren Protagonist*innen fünf Minuten Zeit, um über positive Dinge zu reflektieren und diese aufzuschreiben. Die dabei entstandenen Listen visualisierte sie daraufhin in ihren Bildern. Anschließend porträtierte sie die Personen an Orten, für die diese besonders dankbar sind.

Foto: Markus Heft und Tim Kirchhof

Die Studierenden Markus Heft und Tim Kirchhof arbeiteten gemeinsam an dem Projekt «Wir sind hier. Wir sind queer.» Darin erzählen die beiden Studenten vom Kampf queerer Menschen um die eigene Identität, von der Suche nach Räumen und nach Sicherheit. Markus Heft und Tim Kirchhof machen die erlebten Verletzungen ihrer Protagonist*innen sichtbar, sie möchten aber auch das Queer-sein und Ausdrucksfreiheit feiern.

Foto: Greta Martensen

Nicht alle Krankheiten sind auf den ersten Blick zu erkennen, so um Beispiel Endometriose, Depressionen oder Angststörungen. Die Folge davon sind eine chronische Skepsis und zahlreiche Vorurteile gegenüber den darunter leidenden Patient*innen. Deshalb setzt sich die Studentin Greta Martensen in ihrem Projekt «Du siehst nicht krank aus» mit den Geschichten dieser Menschen auseinander und hebt die Vielschichtigkeit von Patient*innen-Erfahrungen heraus. Greta Martensen wollte dadurch gemeinsam mit ihren Protagonist*innen Fotografien schaffen, mit denen diese sich identifizieren können und sich verstanden fühlen können.

Foto: Salome Ziermann

Salome Ziermann setzt sich in ihrer Arbeit «How are you – Who you are» mit den eigenen Körper-Bildern junger Menschen auseinander. Die meisten Menschen sind irgendwann in ihrem Leben unsicher in Bezug auf manche Regionen ihres Körpers. Vielleicht übersieht sie diese Körperteile, vielleicht wünschen sie sich auch ein ganz anderes aussehen. Schlimmstenfalls hoffen sie, diese Regionen wären gar kein Teil von ihnen selbst. Die Studentin Salome Ziermann hat deshalb gemeinsam mit ihren Protagonist*innen Bilder erarbeitet, die nicht nur einzelne Körperteile in den Fokus nehmen, sondern sich mit der Person im Ganzen beschäftigen. Auch sie hält in ihrer Arbeit die Gedanken ihrer Protagonist*innen in Textform fest.

Foto aus der Arbeit von Marius Zweifel


Marius Zweifel wiederum stattete seine jugendlichen Protagonist*innen mit analogen Einwegkameras aus. Die jungen Menschen entschieden selbst, welche Teile ihres Alltags sie für interessant und fotografierenswert hielten. Damit gibt er seinen Protagonist*innen die Möglichkeit, selbst zu Wort zu kommen. Er schreibt darüber: «Häufig wird so getan, als wisse man, wie es jungen Erwachsenen geht und man wisse, was sie brauchen und wollen.» Er möchte dieses Gefühl analysieren und durch eine besondere Installation auch umkehren. In der Foto-Ausstellung sind seine Bilder deshalb mit einem Vorhang verborgen. Die Betrachter*innen müssen diesen erst zur Seite ziehen, um die Bilder zu sehen. Währenddessen spielen Bildschirme Videos der Jugendlichen ab, die mit intensivem Blick in die Kamera schauen. Marius Zweifel gibt seinen Protagonist*innen dadurch metaphorisch die Möglichkeit, die Ausstellungs-Besucher*innen zu beobachten.

Vernissage: 15. Dezember 2023 15 – 18 Uhr
Ausstellungszeitraum: 16. Dezember 2023 – 31. Januar 2024,

Dienstag und Mittwoch 10 – 18 Uhr

Donnerstag bis Samstag 10 – 20 Uhr


Ort: Innovercity im aufhof, Seilwinderstr. 8, 30159 Hannover

Der Eintritt ist frei.



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