Junge Blicke auf alte Konflikte.

Eine Bildchefin, ein Satellitenrechercheur, ein XR-Produzent und zwei Fotografen: Am 10. November fragen sie in Berlin, welche Erzählformen es braucht, um mit Berichten über Konflikte gehört zu werden.

Blick über die Dächer von Charkiw, ein Gebäude ist als Zeichnung in das Bild eingefügt Foto: NowHere Media

Felix Gaedtke, Mitgründer von NowHere Media: Seine immersive Dokumentation «You Destroy. We Create.» zeigt, wie Kulturschaffende in Charkiw ihre Stadt im Krieg schützen.

Satellitenbild eines Industriegeländes in Sasowo mit rot markiertem Rechenzentrum und beschädigtem Dach Satellitenbild: Planet Labs, Analyse: Vertical52

Marcus Pfeil, Gründer von Vertical52: Seine Plattform wertet Satellitenbilder für Redaktionen aus – hier ein Rechenzentrum im russischen Sasowo nach einem Drohnenangriff.

Zerstörtes Backsteinhaus auf einer Wiese, davor eine Hand mit einem Zettel mit der Nummer 555 Quelle: ICTY

Lasse Branding, Absolvent unseres Studiengangs: In «The Atlas of Evidence» untersucht er Fotos, die das Jugoslawien-Tribunal als Beweise nutzte – hier zerstörte Häuser, aufgenommen von einem Zeugen.

Zum Abschluss ihres Jahresprogramms «inspektionen // NeuLand» holt die Landesvertretung Niedersachsen in Berlin Medienmacher*innen aufs Podium, die über alte und neue Konflikte berichten – über neue Kanäle, mit ungewohnten Bildern und neuen Techniken. Den Abend «Junge Blicke auf alte Konflikte» am Dienstag, 10. November 2026, organisiert sie gemeinsam mit unserem Studiengang Visual Journalism and Documentary Photography.

Wer über Krieg, Vertreibung und Erinnerung, über Polarisierung und Extremismus berichtet, stößt zunehmend auf Zynismus und Misstrauen. Die Gäste halten dieser Skepsis ihre Arbeit entgegen. Gemeinsam mit ihnen fragen wir: Welche Erzählformen braucht es, um in einer von Misstrauen geprägten Zeit gehört zu werden?

Auf dem Podium treffen Erfahrungen aus Redaktionen, Satellitenrecherche und Dokumentarfilm aufeinander, gesammelt in vielen Teilen der Welt. Tina Ahrens leitet die Bildredaktion von DIE ZEIT und ZEIT ONLINE. Zuvor war sie leitende Bildredakteurin im New Yorker Büro von GEO, beriet CNN Digital und war Fellow der Nieman-Stiftung an der Harvard University. 2025 saß sie in der Jury des World Press Photo Contest.

Felix Gaedtke hat mit Gayatri Parameswaran das Studio NowHere Media gegründet. Für ihre immersiven Dokumentationen drehten die beiden in Syrien, im Irak, in der Ukraine und im Himalaya. Ihre Arbeiten liefen beim Filmfestival in Venedig und beim Tribeca Film Festival, sie erhielten einen Peabody Award und eine Emmy-Nominierung. Bei uns unterrichtet Gaedtke Immersive Journalism.

Marcus Pfeil hat 2023 Vertical52 in Berlin mitgegründet. Über die Plattform werten Redaktionen wie ARD, ZDF und der Spiegel Satellitenbilder aus – etwa um das Ausmaß der Zerstörung in Gaza zu zeigen oder die Folgen von Drohnenangriffen in Russland. Eine Recherche zur Baumwollernte in Westchina, die Vertical52 mit dem NDR umsetzte, gewann 2022 den Deutschen Reporterpreis.

Zwei Absolventen unseres Studiengangs ergänzen die Runde. Rafael Heygster studierte Kulturanthropologie, Politikwissenschaften und Fotojournalismus in Hamburg, Hannover und Aarhus. In «Democracy Dies in Daylight» untersucht er, wie sich die AfD und andere rechte Bewegungen in Deutschland inszenieren; 2025 erhielt er dafür einen World Press Photo Award. Lasse Branding studierte in Hannover und Den Haag und beschäftigt sich mit den Umbrüchen im ehemaligen Jugoslawien. In seiner Abschlussarbeit «The Atlas of Evidence» liest er Fotografien, die das Jugoslawien-Tribunal als Beweise nutzte, als juristische Dokumente und als Zeugnisse der Geschichte.

Foto: Rafael Heygster

Rafael Heygster, Absolvent unseres Studiengangs: Für «Democracy Dies in Daylight» erhielt er einen World Press Photo Award. Hier der Wahlkampfauftakt der AfD in Halle im Januar 2025.

Zur Begrüßung sprechen Axel Rienhoff von der Landesvertretung Niedersachsen und Prof. Dr. Karen Fromm, die den Abend für unseren Studiengang mitorganisiert hat. Nach Impulsvorträgen und Podiumsgespräch bleibt beim Get-together Zeit für Gespräche. Die Teilnahme ist nur mit bestätigter Anmeldung möglich.


Termin

Junge Blicke auf alte Konflikte
Dienstag, 10. November 2026, 18 bis 20 Uhr
Landesvertretung Niedersachsen, In den Ministergärten 10, 10117 Berlin
Zur Anmeldung


Begrüßung: Axel Rienhoff (Landesvertretung Niedersachsen), Prof. Dr. Karen Fromm (Hochschule Hannover, Studiengang Visual Journalism and Documentary Photography)
Impulse und Podium: Tina Ahrens (Leiterin Bildredaktion DIE ZEIT), Rafael Heygster (Fotograf, World Press Photo Award 2025), Marcus Pfeil (Journalist, Gründer von Vertical52), Felix Gaedtke (Journalist und XR-Produzent), Lasse Branding (Fotograf)
Im Anschluss: Get-together


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