Abschlussarbeiten zwischen Utopien und Konflikten.

Die Bachelor-Ausstellung des Sommersemesters eröffnet am 26. Juni in der GAF.

Foto: Solveig Eichner

Pakistanische Bergsportler*innen beim Wandern im Norden des Landes.

Ein älterer Mann fährt auf einem Fahrrad eine etwas schlammige Straße hinunter. Es könnte eine ganz alltägliche Dorf-Szene aus dem Osten Europas sein, wäre da nicht der zerstörte Panzer am Straßenrand. Das Bild stammt aus einer der 14 Abschluss-Arbeiten dieses Sommersemesters. Die Projekte bewegen sich in einem weiten Spannungsfeld, so geht es um Konflikten wie die Kriege in der Ukraine und Gaza, um koloniale Sterotypien und Machtmissbrauch. Aber auch positive Themen haben ihren Platz, so wie die verstärkte Sichtbarmachung von Randgruppen, oder eine Insel, auf der die Menschen ein überdurchschnittlich langes Leben haben. Und zu guter Letzt geht es auch um das Bezwingen metaphorischer so wie buchstäblicher Berge.

Die Arbeit von Andy Happel befasst sich mit der Relevanz und Sichtbarkeit von introvertierten Personen in einer extrovertierten Gesellschaft. Mit ihrer Portraitarbeit zeigt Lena Wöhler die Bedeutungen von lesbischen Vorbildern, die ihr selbst fehlten. Tabea Kerschbaumer widmet sich der Frage nach der Heimat, Kultur und individuellen Identität von Palästinenserinnen in Österreich und Deutschland. In seinem dokumentarischen Fotoessay begibt sich Aristidis Schnelzer auf die Spurensuche nach der vermeintlichen und fragilen Utopie auf der griechischen Insel Ikara. Mika Grunwaldt nähert sich auf der Insel Bhola mit einer poetisch-fragmentarische und assoziativen Weise der Fragilität der Identität und dem ständigen Gefühl des Verlustes. Nele Mahnke portraitiert Menschen, die in Bezug zum Geschäft mit PMSG stehen. Einem Hormon, das trächtigen Islandstuten entnommen und nach Deutschland für die Schweinezucht importiert wird. Ilkay Karakurt erkundet mit seiner fotografischen Arbeit die Veränderung von väterlichen Rollenbildern in unserer Gesellschaft.

Das «Nonbinary Film Project» von Marlin Helene zeigt Geschichten, Herausforderungen und Freuden nicht-binärer Personen und beschäftigt sich mit fehlender Sichtbarkeit. Mit Stereotypen beschäftigt sich auch Saskia Stöhr. Sie gibt einen Einblick in das magische Handeln und Denken von fünf neuzeitlichen Hexen. In einer Archivarbeit beleuchtet Kai Ivo Nolda die ethnologische Fotografie, dabei rekonstruiert er die unterdrückerischen Handlungen und Narrative der Kolonialzeit. Solveig Eichner setzt sich mit der Lebenswelt pakistanischer Bergsportlerinnen auseinander und begleitet eine Gruppe junger Frauen auf ihrem Weg zur Trainerin durch das Programm Ascend Leadership Through Athletics. Im Gegensatz dazu beschäftigt sich Tim Wagner mit künstlich generierten Bildern. Dabei erforscht er das Verhältnis von Künstlicher Intelligenz zu Fotojournalismus und dessen Auswirkungen. Daniel Rodríguez Arbeit ist eine symbolische und diskrete Reflexion des größten Missbrauchsskandals der katholischen Kirche Perus. Dahingegen beschäftigt sich Lucas Bäuml mit der Gemeinschaft in einer Millionenstadt am Beispiel der Megacity Tokio. Hami Roshans Arbeit blickt auf das Leben im ukrainischen Konflikt, durchdrungen von Hoffnung, Angst und Mut.

Ort: Galerie für Fotografie in der Eisfabrik (GAF)
Seilerstraße 15d
30171 Hannover

Vernissage: 26. Juni 2024, 19:00 Uhr

Ausstellungszeitraum: 27.Juni 2024 bis 07.Juli 2024 täglich 12-20 Uhr

Der Eintritt ist frei.



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